Der FC Schalke 04 hat für die kommende Saison aufgerüstet. Mit Fred Rutten ist nicht nur ein neuer Trainer an Board, sondern in Jefferson Farfan und Orlando Engelaar konnten auch zwei Top-Spieler Europas nach Gelsenkirchen gelotst werden. Im Interview spricht S04-Manager Andreas Müller über die Ziele, die Schalke dieses Jahr erreichen möchte.

Frage: Herr Müller, seit dem 1. Juli ist Fred Rutten auf Schalke. Was zeichnet den neuen Trainer aus?

Andreas Müller: Er hat in den drei Wochen frischen Wind und richtig Zug in die Mannschaft gebracht. Er verfolgt seinen Weg bis ins kleinste Detail. Sein Umgang mit Spielern, Betreuern und Mitarbeitern ist respektvoll und er überträgt große Verantwortung an die Spieler und seine Mitarbeiter. Fred möchte, dass die Jungs Lösungen anbieten. Es wird für viele Spieler eine Umstellung sein, aber auf Sicht werden wir damit Erfolg haben.

Frage: Sie sprachen davon, dass sich die Spieler bei Fred Rutten umstellen müssen. Was verbirgt sich dahinter?

Müller: Natürlich achtet der Trainer stark auf Disziplin, das sollte jedoch im Fußball normal sein. Aber er bietet den Spielern auch immer wieder Hilfestellung an, korrigiert und kritisiert. Das müssen die Spieler annehmen. Der Trainer will jeden Spieler verbessern und somit natürlich auch die Mannschaft. Die Spieler müssen begreifen, dass der Trainer sie weiter bringt.

Frage: Die Qualifikation für die Champions League steht bevor. Wie wichtig ist diese für den Club?

Müller: Das ist unser großes Ziel, dort wollen wir alle wieder spielen. Und mit einem Erfolg könnten wir uns auch einen Schub für die Bundesliga holen. Man muss die Qualifikation unter zwei Aspekten sehen: den sportlichen und den wirtschaftlichen. Die Champions-League-Teilnahme im letzten Jahr hat die Mannschaft weiter gebracht. Die Spieler haben Selbstbewusstsein aufgebaut und einen gewissen Reifeprozess durchlebt. Sie haben gesehen, dass sie mit den großen Teams mithalten können. Darüber hinaus haben sie gelernt, mit dem Rhythmus der englischen Wochen umzugehen und auch in der Liga ihren Mann zu stehen und die nötigen Punkte einzufahren. Wirtschaftlich betrachtet machen es die Einnahmen aus der Champions League einem selbstverständlich leichter, die Mannschaft weiter zu optimieren, die ein oder andere Verstärkung zu holen. Und natürlich ist die Qualifikation für die Königsklasse auch immer ein Argument für einen Spieler zu uns zu kommen.

Frage: Neben den drei Nachwuchsspielern Carlos Zambrano, Mohamed Amsif und Levan Kenia sind mit Jefferson Farfan und Orlando Engelaar zwei international erfahrene Spieler zu den Königsblauen gekommen. Welche Rolle trauen Sie den beiden zu?

Müller: Orlando hat in den letzten Jahren eine gute Entwicklung genommen und ich traue ihm zu, auch auf Schalke eine Führungsrolle zu übernehmen. Für ihn gilt genau wie für Jefferson Farfan, dass sich beide aber zuerst an die neue Liga und das Umfeld gewöhnen müssen. Wenn Jefferson fit ist, wird er uns mit seinem Spiel sicherlich weiterhelfen. Auch seine Erfahrung im Meisterschaftsrennen, die er trotz seines jungen Alters mit sechs Titeln in sechs Jahren gesammelt hat, kann uns vielleicht im entscheidenden Moment helfen. Aber alle Fragen nach Hierarchie und Anerkennung in der Mannschaft regeln sich letztlich immer über die Leistung auf dem Platz.