Ex-Weltmeister Frankreich ist dem WM-Ticket durch einen schmeichelhaften Sieg in Irland ein großes Stück näher gekommen.

Die Elf von Trainer Raymond Domenech siegte durch einen Treffer von Nicolas Anelka im Play-off-Hinspiel glücklich mit 1:0 (0:0), konnte dabei aber kaum überzeugen. Damit haben die Franzosen vor dem Rückspiel am Mittwoch in Paris beste Chancen auf die 13. WM-Teilnahme.

Iren halten dagegen

Vor 70.000 Zuschauern im Dubliner Croke Park machten die von Maestro Giovanni Trapattoni trainierten Iren dem Favoriten aus Frankreich mit Kampfgeist und Laufbereitschaft das Leben schwer.

Die technisch versierteren Franzosen, die in der Gruppenphase hinter Serbien den 2. Platz belegt hatten, präsentierten sich dagegen ideenlos und kamen kaum zu guten Chancen.

Portugal feiert glücklichen Sieg

Auch ohne Weltfußballer Cristiano Ronaldo, aber mit einer Portion Glück hat Portugal einen großen Schritt zur WM in Südafrika gemacht. Mit dem Top-Star als Fan auf der Tribüne besiegten die Portugiesen im Play-off-Hinspiel Bosnien-Herzegowina 1:0 (1:0) und schufen sich damit eine gute Ausgangssituation für die zweite Partie am Mittwoch in Zenica.

Bruno Alves erzielte in der 31. Minute mit einem Kopfball nach einer Flanke von Nani das Tor des Tages für die Gastgeber, die auf den verletzten Ronaldo verzichten mussten. Danach dominierten über weite Strecken die Bosnier. Der Hoffenheimer Vedad Ibisevic hatte nur drei Minuten später mit einem Seitfallzieher aus fünf Metern die Chance zum Ausgleich. Kurz vor der Pause traf Senijad Ibricic mit einem Kopfball die Latte (43.).

Nach der Pause suchte zunächst Portugal die Vorentscheidung durch ein zweites Tor. Liedson (57.) und Deco (58.) hatten die besten Möglichkeiten. In der Schlussphase drängten noch einmal die Bosnier, die in den Hoffenheimern Ibisevic und Sejad Salihovic sowie den Wolfsburgern Zvjezdan Misimovic und Edin Dzeko vier Bundesliga-Profis aufboten. Dzeko verfehlte nur knapp das Tor (77.), kurz vor Schluss trafen Dzeko und Zlatan Muslimovic noch Latte.

Nullnummer in Athen

Otto Rehhagel droht bei der Weltmeisterschaft nur eine Zuschauerrolle. Der deutsche Trainer kam mit der griechischen Nationalmannschaft im Play-off-Hinspiel gegen die Ukraine nicht über ein 0:0 hinaus. Damit steht der Europameister von 2004 im Rückspiel am kommenden Mittwoch in Donezk enorm unter Druck.

Die Griechen boten 40.000 Zuschauern im Athener Olympiastadion eine ideenlose Vorstellung. Die Gäste um den Münchner Bundesliga-Profi Anatoliy Tymoshchuk überzeugten durch eine kluge Raumaufteilung und eine stabile Defensive. Rehhagels Team um den Leverkusener Theofanis Gekas hatte durch einen Kopfball des Ex-Frankfurters Sotirios Kyrgiakos in der Nachspielzeit die beste Torchance.

In der ersten Halbzeit war ein Treffer von Gekas nicht anerkannt worden. Der Leverkusener hatte im Abseits gestanden.

Auch Russland bangt

Ein später Gegentreffer lässt Russland um die zehnte WM-Teilnahme bangen. Der deutsche Gruppengegner kam im Play-off-Hinspiel zur WM-Qualifikation nicht über ein 2:1 (1:0) gegen Slowenien hinaus. Dabei gelang den Gästen durch Nejc Pecnik drei Minuten vor Schluss der so wichtige Anschlusstreffer. Damit kann sich Slowenien bereits mit einem 1:0 am Mittwoch im Rückspiel für die WM-Endrunde qualifizieren.

Der doppelte Biljaletdinow

Lange Zeit hatte es für die Russen glänzend ausgesehen, nachdem Dinijar Biljaletdinow (40. und 51.) zwei Mal getroffen hatte. Sollten sich die Russen qualifizieren, würde Nationaltrainer Guus Hiddink zum vierten Mal in Folge an einer WM teilnehmen: 1998 mit seinem Heimatland Niederlande, 2002 mit Südkorea und 2006 mit Australien. Russland hatte in der Gruppenphase der WM-Qualifikation hinter Vize-Europameister Deutschland den 2. Platz belegt, die Slowenen waren ihrerseits gegen die Slowakei im Hintertreffen.

75.000 Zuschauer sahen im ausverkauften Luschniki-Park über weite Strecken einen Klassenunterschied. Die Gastgeber waren die überlegene Mannschaft und bestimmten angeführt von ihrem starken Spielmacher Andrej Arschawin Ball und Gegner.

Die Slowenen, bei denen die beiden Kölner Bundesligaprofis Milivoje Novakovic und Miso Brecko zum Einsatz kamen, schlugen aber drei Minuten vor Schluss durch Pecnik eiskalt zurück und wahrten damit ihre Chancen.