Frankreich im Porträt

Geschichte des Fußballs in Frankreich:

Heute gilt der Fußball in Frankreich zwar als populärste Sportart, doch dorthin war es ein langer Weg. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg gaben Boule, Radsport und vor allem Rugby den sportlichen Ton an. Der älteste französische Fußballverein, der Le Havre Athlétic Club, wurde bereits 1872 gegründet, pflegte aber in den ersten zwanzig Jahren die Rugbyversion des Ballsports. Auch in Frankreich waren es ab der Jahrhundertwende vor allem Menschen britischer Abstammung, die in Paris, den Industrieregionen des Nordens und den südfranzösischen Hafenstädten den Fußball populärer machten. Verschiedene Verbände mit eigenen Meisterschaften prägten zunächst das Bild; erst ab 1933 wurde eine einheitliche nationale Meisterschaft in der Division 1 ausgetragen. Heute spielen 20 Vereine in der Ligue 1 um den Titel. Die Nationalmannschaft - Equipe Tricolore oder Les Bleus genannt - gilt ebenso wie der Fußball an sich als verbindender Faktor zwischen den sozialen und ethnischen Gruppen Frankkreichs. Nachkommen der vielen Einwanderer aus französischsprachigen Regionen in Afrika oder der Karibik sehen hier die Chance zu gesellschaftlicher Anerkennung und sozialem Aufstieg.

WM-Geschichte:

Star und Trainer:

Die Nachricht war ein Schock für die Equipe Tricolore: Franck Ribery verpasst aufgrund anhaltender Rückenprobleme die WM in Brasilien. Der Bayern-Star war eine der wichtigsten Säulen in Deschamps Team. Doch auch ohne Europas Fußballer des Jahres ist die Grande Nation hochkarätig besetzt. Stars wie Hugo Lloris (Tottenham), Patrice Evra (Manchester) oder Karim Benzema (Real Madrid) werden am Zuckerhut ohne den Ausnahmekönner auskommen müssen. Was Frankreich an Titeln noch fehlt, hat der Trainer bereits errungen: Didier Deschamps ist der wahre Star im Team und hat als Spieler so ziemlich alles gewonnen: Champions-League-Sieger 1993 und 1996, Weltmeister 1998, Europameister 2000. Als Trainer führte der 46-Jährige Marseille 2010 zum französischen Titel und übernahm im Sommer 2012 die Aufgabe, die zerstrittene Nationalelf wieder zu einer Mannschaft zu formen, nicht zuletzt mit Blick auf die EM 2016 im eigenen Land.

Frankreich und die Bundesliga: