Verband: Fédération Française de Football (FFF)

Gegründet: 1919

FIFA-Mitglied seit: 1904

Bisherige WM-Teilnahmen: 13

WM-Erfolge: Weltmeister (1998)

Geschichte des Fußballs in Frankreich:

Heute gilt der Fußball in Frankreich zwar als populärste Sportart, doch dorthin war es ein langer Weg. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg gaben Boule, Radsport und vor allem Rugby den sportlichen Ton an. Der älteste französische Fußballverein, der Le Havre Athlétic Club, wurde bereits 1872 gegründet, pflegte aber in den ersten zwanzig Jahren die Rugbyversion des Ballsports. Auch in Frankreich waren es ab der Jahrhundertwende vor allem Menschen britischer Abstammung, die in Paris, den Industrieregionen des Nordens und den südfranzösischen Hafenstädten den Fußball populärer machten. Verschiedene Verbände mit eigenen Meisterschaften prägten zunächst das Bild; erst ab 1933 wurde eine einheitliche nationale Meisterschaft in der Division 1 ausgetragen. Heute spielen 20 Vereine in der Ligue 1 um den Titel. Die Nationalmannschaft - Equipe Tricolore oder Les Bleus genannt - gilt ebenso wie der Fußball an sich als verbindender Faktor zwischen den sozialen und ethnischen Gruppen Frankkreichs. Nachkommen der vielen Einwanderer aus französischsprachigen Regionen in Afrika oder der Karibik sehen hier die Chance zu gesellschaftlicher Anerkennung und sozialem Aufstieg.

WM-Geschichte:

Zidane führte Frankreich 1998 zum Titel

Von Beginn an war Frankreich bei WM-Turnieren Stammgast, allerdings ohne eine große Rolle zu spielen. 1958 machte man in Schweden nach einem Sieg über Deutschland im kleinen Finale als Dritter erstmals auf sich aufmerksam. In den nächsten 20 Jahren sollte es aber nur noch einmal (1966) für eine Endrunde reichen. Nach einem erneuten dritten Rang 1986 für Platini, Tigana und Co. folgte wieder eine Durststrecke bis zum Turnier im eigenen Land 1998 - und da holte Frankreich mit der Generation um Zidane, Barthez, Blanc und Deschamps den Titel. 2006 unterlag die Equipe Tricolore im Finale Italien. 2010 folgte nach internen Streitigkeiten und einer Meuterei gegen Trainer Domenech das Aus in der Vorrunde. Für die WM in Brasilien qualifizierte sich Frankreich erst mit einem 3:0-Sieg im Playoff-Rückspiel gegen die Ukraine, nachdem man das Hinspiel mit 0:2 verloren hatte.

Star und Trainer:

Die Nachricht war ein Schock für die Equipe Tricolore: Franck Ribery verpasst aufgrund anhaltender Rückenprobleme die WM in Brasilien. Der Bayern-Star war eine der wichtigsten Säulen in Deschamps Team. Doch auch ohne Europas Fußballer des Jahres ist die Grande Nation hochkarätig besetzt. Stars wie Hugo Lloris (Tottenham), Patrice Evra (Manchester) oder Karim Benzema (Real Madrid) werden am Zuckerhut ohne den Ausnahmekönner auskommen müssen. Was Frankreich an Titeln noch fehlt, hat der Trainer bereits errungen: Didier Deschamps ist der wahre Star im Team und hat als Spieler so ziemlich alles gewonnen: Champions-League-Sieger 1993 und 1996, Weltmeister 1998, Europameister 2000. Als Trainer führte der 46-Jährige Marseille 2010 zum französischen Titel und übernahm im Sommer 2012 die Aufgabe, die zerstrittene Nationalelf wieder zu einer Mannschaft zu formen, nicht zuletzt mit Blick auf die EM 2016 im eigenen Land.

Frankreich und die Bundesliga:

Bremer Double-Helden Micoud (l.) und Ismael

Keine Frage: Franck Ribery ist der französische Profi in der deutschen Bundesliga schlechthin. Seit 2007 kickt der 31-Jährige beim FC Bayern, sammelt dort mit dem Verein einen Titel nach dem anderen bis hin zum Triple und lässt auch persönliche Auszeichnungen für sich sprechen: Deutschlands Fußballer des Jahres 2008, Europas Fußballer des Jahres 2013. In München setzt Ribery die Tradition französischer Fußballimporte fort. Bixente Lizarazu lief zwischen 1997 und 2006 insgesamt 183 Mal in der Bundesliga auf, dabei lange an der Seite eines zweiten Franzosen. Willy Sagnol kam von 2000 bis 2009 auf 184 Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse. Alle drei Franzosen prägten den Verein mit, was man von ihrem Landsmann Jean-Pierre Papin weniger behaupten kann. Der Stürmer kam in zwei Spielzeiten beim FC Bayern Mitte der 90er Jahre lediglich auf drei Treffer.

Ein zweiter Club, der gute Erfahrungen mit französischen Fußballern gemacht hat, ist Werder Bremen. Johan Micoud als Spielgestalter und Valerien Ismael als Abwehrchef führten Werder 2004 zum deutschen Double mit Meisterschaft und Pokal. Ismael gelang das 2006 noch einmal mit dem FC Bayern, wo er aufgrund ständiger Verletzungen nach seinem Wechsel aber faktisch auch nur diese eine Saison bestreiten konnte. Der Bundesliga ist er nach seiner aktiven Kariere erhalten geblieben; zur neuen Saison soll er als Trainer den 1. FC Nürnberg zum Wiederaufstieg führen. Und noch ein Franzose verhalf in der jüngeren Vergangenheit seinem Verein zur Deutschen Meisterschaft: Matthieu Delpierre verbrachte von 2004 bis 2012 den Großteil seiner Karriere beim VfB Stuttgart und holte dort 2007 die Schale.