Eigentlich konnte Frank Rost gar nicht anders. Wenn er schon sein Geld mit Fußball verdienen würde, dann käme da nur die Position des Torhüters in Frage. Schließlich liegt das Handspiel in der Familie.

Die Eltern des Keepers vom Hamburger SV lebten es ihm vor. Beide waren äußerst erfolgreiche Handballspieler in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Vater Peter gewann bei den Olympischen Spielen 1980 die Goldmedaille. Bereits vier Jahre zuvor holte seine Mutter Christina mit der Damenauswahl der DDR Silber bei den Sommerspielen in Montreal.

Aufstieg an der Weser

"Meine Eltern sind und waren meine Vorbilder, also wollte ich auch immer Profisportler werden. Dass ich nun Fußballtorhüter geworden bin, hat sich einfach so ergeben - es war nur von Anfang an klar, dass es mit einem Ball zu tun haben wird", erklärte Rost auf seiner Homepage.

Schon als Kind entdeckte der Filius aber die Liebe für das "andere Rund". Rost durchlief die Jugend- und Juniorenbereiche verschiedener Vereine in der DDR, ehe er nach der Wende seine Profikarriere 1992 bei Werder Bremen begann.

Dort lernte er viele Jahre von Oliver Reck und konnte sich schon als Ersatztorsteher über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1993 und den Triumph im DFB-Pokal im Folgejahr freuen. Nach Recks Abgang zum FC Schalke 04 im Jahr 1998 stand Rost etatmäßig zwischen den Bremer Pfosten. 1999 gewann er erneut den DFB-Pokal - diesmal als Nummer eins.

Rost folgt Reck nach Schalke

Dass er nicht nur mit den Händen absolute Spitzenklasse ist, bewies der viermalige deutsche Nationalspieler am 31. März 2002. Erst als zweiter Keeper der Bundesliga-Geschichte gelang ihm im Spiel gegen Hansa Rostock ein Treffer aus dem Spiel heraus zum zwischenzeitlichen 3:3.

Wenige Wochen später folgte er seinem einstigen Mentor Reck nach Gelsenkirchen, wo er eben diesen im Tor der "Königsblauen" ersetzte. In der Winterpause 2006/07 ging es dann wieder Richtung Norden. Rost wechselte zum Hamburger SV, wo er seither den Kasten sauber hält.

Immer engagiert

Dass er trotz einiger Stolpersteine und einer bei guten Torhütern scheinbar angeboren ab und an auftretenden "Explosionsgefahr" so lange Stammkraft in der Bundesliga ist, erklärt Rost so: "Es gibt viele Leute, die Talent haben. Um aber zehn, fünfzehn Jahre auf hohem Niveau zu spielen, brauchst du noch andere Eigenschaften. Am Anfang Geduld, später Ausdauer, außerdem die richtige Mischung aus Biss und Gelassenheit."

Abseits des Fußballplatzes ist Rost ein zurückhaltender und eher ruhiger Typ, der sich vor allem für verschiedene gute Zwecke engagiert. So ist er im Verein Herzenswünsche e. V. für schwer erkrankte Kinder und Jugendliche aktiv und arbeitet seit 2006 als Botschafter für Alphabetisierung und Schirmherr des Projekts "F.A.N. - Fußball. Alphabetisierung. Netzwerk."

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