Hamburg - Nur wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff in der Imtech Arena geriet Franck Ribery noch einmal so richtig in Bedrängnis. Ein unverbesserlicher Chaot stürmte auf den Platz und schlug mit seinem Schal nach dem Gesicht des Franzosen. Sicherheitskräfte führten den Störenfried ab.

Ein kurzer Schockmoment für Ribery und die Münchner. Kurz danach war die Partie beendet und der Rekordmeister mit dem 3:1 beim HSV im Pokal eine Runde weiter.

Ribery erstmals wieder in der Startelf

"Das war eine brenzlige Situation. So etwas kann aber leider vorkommen. Zum Glück ist nichts weiter passiert", erklärte Ribery danach schon wieder mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Der Angriff schien seiner guten Stimmung keinen Abbruch getan zu haben.

Denn im hohen Norden durfte der 31-Jährige erstmals in dieser Saison in einem Pflichtspiel wieder in der Startelf beginnen. Eine Entzündung der Patellasehne im linken Knie ließ bis dato nur vier Kurzeinsätze in den nationalen und internationalen Wettbewerben zu.

"Franck hilft jeder Mannschaft weiter"

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"Ich bin sehr glücklich, denn das war für mich das erste Spiel von Beginn an", meinte Ribery dann auch. Mit dem Treffer zum 3:0 in der 55. Minute krönte er seine tolle Leistung. 101 Ballaktionen und eine für einen offensiven Mittelfeldspieler hervorragende Quote von 71 Prozent gewonnener Zweikämpfe rundeten das positive Gesamtbild seines Auftrittes ab.

So wunderte es nicht, dass seine Mitspieler voll des Lobes über das Mini-Comeback ihres Teamkollegen waren. "Wir haben immer noch Ausfälle, die uns sehr weh tun. Von daher ist es immer umso schöner, wenn Spieler mit solchen Fähigkeiten zurückkommen", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Und Thomas Müller ergänzte: "Franck ist ein Spieler, der immer das Eins-gegen-eins sucht und dort auch seine Stärken hat. Damit reißt er viele Lücken. Mit seiner Klasse hilft er jeder Mannschaft weiter."

Respekt vor Dortmund

Die Qualität eines Ribery wird schon am Samstag erneut gefragt sein, wenn in der Allianz Arena der Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund auf dem Programm steht. Angesichts von 14 Zählern Vorsprung auf den schwarz-gelben Dauerrivalen ist die Favoritenrolle auf dem Papier klar an die Hausherren verteilt.

Doch die Bayern-Spieler traten da ein wenig auf die Bremse. "Mit einem Blick auf die Tabelle mag das kein Duell auf Augenhöhe sein. Aber Dortmund ist immer sehr unangenehm zu spielen", warnte Müller. Zumal "wir den BVB sehr genau kennen. Sie uns aber auch. Wir haben eine Reihe an Duellen gesehen, die sehr eng waren - egal in welchem Wettbewerb. Daran wird sich wohl auch am Samstag nichts ändern."

Worauf es ankommt, um den BVB zu schlagen, das verriet Lahm. "Wichtig wird sein, dass wir unser Positionsspiel aufziehen und Ballkontrolle haben. Dann müssen wir die Konter des BVB unbedingt verhindern. Die sollten wir am besten gar nicht erst zulassen", gab der Mittelfeldstratege die Marschroute vor (vollständiges Interview).

Mit einem Ribery in aufsteigender Form und dem Pokalerfolg im Rücken zeigt die Tendenz für die Leistungskurve der Münchner weiter nach oben.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis

Sonderseite zum Klassiker FCB gegen BVB