Zusammenfassung

  • Franck Ribéry und Arjen Robben spielen seit 2009 gemeinsam beim FC Bayern

  • Der Franzose ist mit acht Deutschen Meisterschaften ein Rekord-Sieger der Bundesliga

  • Der Niederländer macht sich mit seinem Siegtor in Wembley 2013 unsterblich

Köln - Lange war ihre Zukunft unsicher, jetzt haben in kurzer Folge Franck Ribéry und Arjen Robben alles klar gemacht. Das kongeniale Duo, die vielleicht beste Flügelzange der Welt bleibt beim FC Bayern München. Beide haben ihren Vertrag beim Deutschen Meister um ein Jahr verlängert und bleiben den Fans damit eine weitere Saison erhalten.

Ihre Namen stehen für Erfolg - ja sogar für die sicherlich herausragendste Ära in der Geschichte des FC Bayern München. Seit rund einem Jahrzehnt spielen Arjen Robben und Franck Ribéry beim Rekordmeister. Der Linksfuß auf der rechten, der Rechtsfuß auf der linken Außenbahn. Mit ihren Dribblings, Pässen, Flanken und vor allem Toren verbreiten der Niederländer und der Franzose seit je her Angst und Schrecken bei ihren Gegnern - egal, ob in der Bundesliga oder der Champions League. Kaum jemand hat dem Spiel der Bayern stärker seinen Stempel aufgedrückt als "Robbery", wie die Boulevardpresse das Duo schon vor langer Zeit taufte. Und auch im hohen Fußballeralter scheinen die beiden noch immer unstoppbar zu sein.

Video: Die fünf schönsten Tore von "Robbery"

Allein die Trophäensammlung der beiden Ausnahmespieler sagt alles über ihre Qualitäten. Mit dem FC Bayern haben sie zusammen alles gewonnen, was es so zu gewinnen gibt. Gemeinsam feierten sie sieben Deutsche Meisterschaften seit 2010. Ribéry hat sogar acht, war auch schon 2008 unter Coach Ottmar Hitzfeld dabei. Viermal holten sie gemeinsam den DFB-Pokal. Auch hier hat Ribéry, der schon 2007, also zwei Jahre vor seinem niederländischen Kollegen an die Säbener Straße kam, einen weiteren Pott im Schrank. Und dann sind da natürlich die überragenden Triumphe in der Champions League, dem UEFA Super-Cup und der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013.

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Beide waren zudem schon einmal Vizeweltmeister, Ribéry 2006 mit Frankreich, Robben 2010 mit den Niederlanden. Robbens Titelsammlung ist noch ein wenig länger. Bevor der Linksfuß nach München kam, war er schon mit PSV Eindhoven niederländischer Meister (2003), zweimal englischer Meister mit dem FC Chelsea London (2005 und 2006) sowie spanischer Meister mit Real Madrid (2008).

Mal wieder Deutscher Meister - Arjen Robben und Franck Ribéry feiern die sechste Bayern-Meisterschaft in Folge
Mal wieder Deutscher Meister - Arjen Robben und Franck Ribéry feiern die sechste Bayern-Meisterschaft in Folge © gettyimages / Alexander Hassenstein/Bongarts

Tore und Vorlagen pflastern ihren Weg

Offensiv waren und sind "Rib und Rob" einfach überragend. Superdribbler Ribéry war in bisher 247 Bundesliga-Spielen an sensationellen 201 Toren beteiligt - 80 erzielte er selbst, 121 bereitete er vor. Eine Wahnsinnsquote. Seitdem die Torvorlagen erfasst werden (1992), ist Ribery der Top-Vorbereiter der Bundesliga! Mit "König Franck" auf dem Platz haben die Münchner eine Siegquote von 74 Prozent.

Robben kommt in seinen 188 Auftritten in der Bundesliga sogar auf 95 Treffer, ist damit der zweit erfolgreichste ausländische Torjäger in der Geschichte des Clubs (hinter Robert Lewandowski). Und auch er hat immerhin 68 Tore seiner Kollegen aufgelegt. Durchschnittlich alle 141 Minuten erzielte Robben in seiner Bundesliga-Karriere einen Treffer – das ist für Mittelfeldspieler historischer Bestwert ligaweit.

Unsterblich für den FC Bayern und alle seine Fans hat Robben sich mit einem einzigen Treffer gemacht: Seit seinem Siegtreffer in der 89. Minute im Champions-League-Finale 2013 gegen Borussia Dortmund hat der Niederländer den Spitznamen "Mister Wembley". Die Vorlage kam von - genau - Ribery.

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Dass beide auch heute noch top sind, zeigt ein Blick auf die aktuellen Saisonstatistiken. Trotz diverser Blessuren, aufgrund derer sie zahlreiche Spiele verpassten, standen beide in mehr als zwei Drittel der Bundesliga-Partien in dieser Saison auf dem Platz. Auch erzielten beide fünf Tore, Robben legte zudem sieben auf, Ribéry eins. Zum Vergleich: Kingsley Coman, der Ribéry in Zukunft ersetzen soll und schon heuer seinen älteren Landsmann des öfteren auf die Bank verdrängte, kommt auf je drei Tore und Vorlagen. Mit Robben in der Startelf hat der FCB zudem kein einziges Pflichtspiel in dieser Saison verloren.

Video: Der unwiderstehliche Robben-Move

Ribery kann alleiniger Rekord-Meister werden

Jetzt also noch ein Jahr Robbery. Nach dem Motto "don't stop at the top" (hör nicht auf dem Höhepunkt auf) machen sie weiter. Warum auch nicht? Noch immer zeigen beide ihren Gegenspielern, was eine Harke ist. Wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so oft und konstant wie vor drei, vier Jahren. Aber Ribérys Dribblings mit x-fachem Übersteiger und Robbens Haken in die Mitte mit anschließendem, perfekt gezirkeltem Schuss ins lange Eck funktionieren auch heute noch. Und noch immer winken große Triumphe. So könnte Franck Ribéry kommende Saison auch noch seine neunte Deutsche Meisterschaft gewinnen - und damit alleiniger Rekord-Meister werden.

Von Tobias Schild