München - Auf die Leistungsträger kommt es an im Finale gegen den Abstieg, wenn nicht nur die fußballerischen Qualitäten zählen, sondern auch die Nervenbelastung am Anschlag sein wird. Punktgleich mit dem ersten Verfolger FC Augsburg liegt Fortuna Düsseldorf momentan auf dem rettenden Platz 15, auch der 17. 1899 Hoffenheim mischt mit nur zwei Zählern Rückstand auf die Rheinländer (Tabelle) noch im Kampf um den Klassenerhalt mit.

Es wird also ein ganz enges Rennen am finalen 34. Spieltag, bei dem Fortunas Schlüsselspieler ganz besonders gefragt sein werden. bundesliga.de bewertet daher Düsseldorfs Hoffnungsträger - und die Chancen des Aufsteigers auf den Bundesliga-Verbleib.

Fabian Giefer

Fabian Giefers Statistik liest sich als Sinnbild des Düsseldorfer Saisonverlaufs: Stark war seine Quote von 75 Prozent abgewehrten Torschüssen vor der Winterpause, unterdurchschnittlich die 65 Prozent in 2013. Zu Beginn der Spielzeit, als der Aufsteiger in fünf Partien ohne Gegentor blieb - das hatte zuvor nur Timo Hildebrand mit dem VfB Stuttgart geschafft - verlieh Giefer der Fortuna noch die Sicherheit, von der das Team auch in Hannover profitieren könnte. Häufig hatte der 23-Jährige zuletzt allerdings mit sich selbst zu kämpfen, patzte allein in der Rückrunde vier Mal - und jeder dieser Fehler kostete die Fortuna Punkte.

Adam Bodzek

Adam Bodzeks Wert für die Düsseldorfer Defensive unterstrichen nicht zuletzt die vier Begegnungen zwischen dem 27. und 31. Spieltag, als der Mittelfeldspieler verletzt ausfiel und die Fortuna mit elf Gegentoren deutlich über Durchschnitt kassierte. Als Stabilisator und Abräumer ist der 27-Jährige, der auch schon fünf Mal in der Innenverteidigung ausgeholfen hat, unersetzlich. Gerade zum Saisonfinale dürfte sein Einsatzwille gefragt sein, wenngleich der gebürtige Pole dabei nicht immer mit fairen Mitteln vorgeht, mit 60 Fouls hat er so viele begangen wie kein anderer Fortune. Sollte Bodzek am Samstag seine zehnte Gelbe Karte kassieren, wäre er im potenziellen ersten Relegationsspiel gesperrt - zurückhalten wird den Kämpfer das aber vermutlich nicht.

Axel Bellinghausen

Axel Bellinghausens Erfahrung könnte im finalen Akt eine wichtige Rolle spielen, schließlich meisterte der 29 Jahre alte Linksfuß schon in der vergangenen Spielzeit als Aufsteiger den Klassenerhalt - kurioserweise mit dem schärfsten Rivalen Augsburg. Mit seiner Einsatzfreude kann Bellinghausen, den aufgrund seiner ersten Phase in Düsseldorf zwischen 1998 und 2005 eine besondere Verbundenheit zur Fortuna prägt, an guten Tagen sowohl seine Mitspieler als auch das Publikum mitreißen. In der Rückrunde sind diese allerdings rar geworden nach starkem Saisonstart. Seine Fehlpassquote ist hoch mit 30 Prozent, allerdings auch seiner mutigen Spielweise geschuldet. Offensiv ist Bellinghausen nämlich immer für eine entscheidende Aktion gut: zwei Tore hat er in der frühere Kaiserslauterer trotz Fortunas Leistungsabfall im laufenden Jahr erzielt und per Standard zu ebenso vielen aufgelegt.

Robbie Kruse

Robbie Kruse scheint prädestiniert für die Bundesliga: Elf Mal lief der Australier in der vergangenen Zweitliga-Spielzeit für die Fortuna auf, in der laufenden Saison hingegen hat er bereits 29 Mal in Norbert Meiers Startelf gestanden. Und dass er das Zeug für ganz oben hat, hat der agile Offensivmann, der am dritthäufigsten gefoult worden ist von allein Bundesliga-Akteuren (103 Mal), schon häufig bewiesen, in mehr als jedes vierte Düsseldorfer Tor war Kruse involviert, mit sechs Vorlagen ist er der Top-Vorbereiter. Insbesondere im Abschluss ist dem 24 Jahre alten Nationalspieler zuletzt allerdings die Leichtigkeit allerdings ein wenig abhanden gekommen, seit elf Partien hat er nicht mehr getroffen. Dass in schwächeren Phasen auch seine hohe Einsatzbereitschaft von Wert für die Fortuna sein kann, deuten nicht zuletzt seine bereits neun Gelben Karten an.

Fazit:



Der Trend scheint im Rennen gegen den Abstieg in die 2. Bundesliga gegen die Fortuna zu sprechen: Seit elf Spielen ist Düsseldorf ohne Sieg, holte dabei lediglich drei Zähler und mit insgesamt neun in der Rückrunde ist Meiers Mannschaft sogar die schlechteste die Rückrunde. Auch die jüngste Auswärtsbilanz gibt wenig Hoffnung vor der Partie bei Hannover, Düsseldorf ist der einzige Bundesliga-Club, das keine der letzten 13 Begegnungen auf fremdem Rasen gewinnen konnte, zwei Mal immerhin reichte es zu Remis. Umgehende Steigerung also von Nöten - und vielleicht gelingt es Meier, den Optimismus seines Teams mit seiner persönlichen Bilanz gegen Hannover zu nähren: Weder als Trainer des MSV Duisburg (zwei Mal) noch während seiner Spielerkarriere bei Werder Bremen (vier Mal) hat der 54 Jahre alte Trainer verloren.


1899 Hoffenheim | FC Augsburg



Felix Seaman-Höschele