Mainz - Oft heißt es, ein Tor sei aus dem Nichts gefallen. Die Spieler des 1. FSV Mainz 05 haben das offenbar beim 1:0-Führungstor von RB Leipzig durch Marcel Sabitzer am Dienstagabend so empfunden. Sie schauten staunend zu, als nach ihrer starken ersten Halbzeit kurz nach der Pause überraschend die Führung für RB fiel, die der Auftakt zu einem tollen Schlagabtausch war, den Leipzig am Ende mit 3:2 für sich entschied.

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Aber Sabitzers Kopfballtreffer entstand nicht aus dem Nichts, sondern aus einem Geniestreich des schwedischen Nationalspielers Emil Forsberg: Nach einem Kung-Fu-artigen Luftsprung flankte er den Ball direkt mit der Hacke in die Mitte - zur Verblüffung der Mainzer Abwehr und der Fans im Stadion. Forsberg ist mit Leipzig nach dem zweiten Sieg in Serie auf Champions-League-Kurs. Nach dem Spiel sprach Forsberg über Zlatan Ibrahimovics Einfluss auf seine Vorarbeit beim Führungstor und warum Leipzig als Mannschaft "super ist".

Frage: Herr Forsberg, das war ein hartes Stück Arbeit, oder?

Forsberg: Ja, es war ein sehr hartes Spiel, Mainz hat nie aufgesteckt und blieb bis zum Ende dran.

Frage: Aber das war von Mainz auch zu erwarten bei diesem Tabellenstand.

Forsberg: Wir wussten schon vor dem Anpfiff, dass es ein hartes Spiel wird. Die haben viele lange Bälle auf Jhon Cordoba gespielt und ich muss sagen - der ist enorm stark. Aber am Ende sind wir zufrieden mit den drei Punkten.

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Frage: War es nach dem Sieg gegen Darmstadt besonders wichtig, nachzulegen, auch um ein Zeichen an die Konkurrenz zu senden?

Forsberg: Man muss sagen, eine Aufgabe in Mainz ist nicht einfach und auch wie diese Mannschaft spielt, macht es nicht einfach für den Gegner. Deswegen freue ich mich, dass wir gewonnen haben.

Frage: Sagen Sie etwas zu Ihrer sensationellen Vorarbeit zum Führungstor von Sabitzer.

Forsberg: Ich wollte den Ball genau so in die Mitte flanken.

Frage: Haben Sie sich die Art des Hackentricks bei Zlatan Ibrahimovic abgeschaut?

Forsberg: (lacht) Ja, fast. Es stimmt, ich habe das ein paar Mal bei ihm gesehen.

Frage: Sie waren sauer, als Sie ausgewechselt wurden?

Forsberg: Ja, so ist es manchmal, das Spiel ist eng und ich will auf dem Platz bleiben. Aber ich verstehe natürlich den Wechsel und am wichtigsten ist natürlich, dass wir gewonnen haben.

Frage: Sie haben beim 3:1 von Naby Keita lange geklatscht, warum?

Forsberg: Das war ein sehr wichtiges Tor und ein schönes noch dazu. Man sieht ja: Ohne dieses Tor wäre das Spiel 2:2 ausgegangen.

Frage: Den jungen Innenverteidiger Dayot Upamecano holte Trainer Ralph Hasenhüttl noch vor der Pause vom Platz, weil er rotgefährdet war. Müsst ihr den Jungen nun aufbauen?

Forsberg: Nein, ich finde er hat sehr gut gespielt. Es war ein sehr schwieriges Spiel für ihn gegen Cordoba, ein sehr robuster Spieler - das ist nicht einfach. Er hatte eine Gelbe Karte gesehen und dann muss man was machen. Aber er ist ein sehr guter Spieler, ich habe da keine Zweifel gehabt.

Frage: Sie reden wie ein erfahrener Spieler, dabei sind Sie mit 25 Jahren auch noch nicht so alt. Ist es ein Erfolgsrezept, dass es die ganz erfahrenen Spieler bei RB gar nicht gibt und alle in der Mannschaft ähnlich denken?

Forsberg: Das ist schwer zu sagen. Die Mannschaft ist ganz eng zusammen. Wir kennen die Stärken des anderen und wir wollen uns gegenseitig helfen.

Frage: Für Sie geht die Entwicklung auch immer weiter nach vorne.

Forsberg: Es war ein sehr von Zweikämpfen geprägtes Spiel, ich war am Anfang nicht so drin. Aber am Ende haben wir gewonnen und ich habe zwei Torvorlagen gegeben.

Frage: Sie sind ein Fixpunkt im Leipziger Spiel und werden gesucht.

Forsberg: Ja, aber wir haben viele Spieler, die mit dem Ball umgehen und Ideen umsetzen können. Aber zusammen als Mannschaft sind wir super.

Frage: Was nehmen Sie aus dem umkämpften Spiel mit?

Forsberg: Wir haben viel gekämpft heute und waren gut in den Zweikämpfen. Jetzt kommt ein anderes Spiel gegen Leverkusen am Wochenende. Aber wir sind stolz auf die Leistung heute.

Video: Forsberg - ein kompletter Spieler

Frage: Glauben Sie, dass solche Gegentore in so einem hitzigen Spiel zwangsläufig passieren?

Forsberg: Es ist immer schwer, Mainz blieb dran und machte Druck. Das ist manchmal so im Fußball, wenn man führt.

Frage: Freuen Sie sich mehr auf die Spiele, in denen Gegner kommen, die Fußball spielen wollen?

Forsberg: Nein, mir ist das egal: Fußball ist Fußball. Du musst immer deine Leistung auf den Platz bringen, egal wie der Gegner spielt.

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Frage: Die Konkurrenten TSG 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund haben am Vortag ihre Spiele gewonnen, hat Sie das beeinflusst?

Forsberg: Nein, wir haben nicht über die Konkurrenz geredet. Wir wollten hier gewinnen und das haben wir gemacht und jetzt schauen wir auf das nächste Spiel.

Frage: Aber die Ergebnisse haben Sie ja trotzdem mitbekommen.

Forsberg: (lacht) Ja, ich interessiere mich ja für Fußball. Aber ich konzentriere mich auf unseren Fußball und das, was wir machen.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter