Vor den Champions-League-"Endspielen" der drei deutschen Mannschaften in der kommenden Woche nimmt bundesliga.de die sechs Kontrahenten unter die Lupe. Welches Team geht mit breiter Brust in das entscheidende Spiel, wer hat bei der "Generalprobe" gepatzt?

Juventus Turin - FC Bayern München (Dienstag, 20:45 Uhr)

Die Ausgangslage: Der deutsche Rekordmeister muss in Turin gewinnen, um ins Achtelfinale einzuziehen. Den "Bianconeri" genügt bereits ein Unentschieden.

Die aktuelle Form: Juventus hat sich am Samstagabend aus der Krise geschossen. Dank eines hart erkämpften 2:1-Heimsieges gegen Tabellenführer Inter Mailand kann die "Alte Dame" gestärkt ins Duell gegen die Bayern gehen. Eine Woche zuvor hatten die Turiner noch eine überraschende 0:2-Niederlage in Cagliari einstecken müssen.

Der FC Bayern hat dank seiner Siegesserie von drei gewonnen Partien ebenfalls Selbstvertrauen getankt. Allerdings wusste das Team von Trainer Louis van Gaal am Freitagabend beim 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach vor allem in der ersten Hälfte nicht zu überzeugen. Erst die Hereinnahme von Arjen Robben sorgte für frischen Wind in der Bayern-Offensive. Verlassen kann sich der FCB derzeit auf seinen Keeper Jörg Butt, der gegen die Borussia mehrere Male in höchster Not klärte.

Die personelle Situation: Bei Juventus feierte am Samstag Alessandro Del Piero seine Rückkehr ins Team. Nationalkeeper Gianluigi Buffon beißt gegen Bayern noch einmal auf die Zähne, bevor er einen Tag später am Meniskus operiert wird. Auch Giorgio Chiellini hält seine gebrochene Nase nicht vom Spielen ab. Verzichten muss Juve-Trainer Ciro Ferrara auf Vincenzo Iaquinta, der nach seiner Knie-OP noch nicht einsatzbereit ist.

Während Arjen Robben für das richtungsweisende Spiel gegen Juventus gerade noch rechtzeitig fit geworden ist, klappt es mit der Rückkehr des zweiten Superstars nicht. Franck Ribery wird erst gar nicht mit ins Piemont fliegen. Der Einsatz von Abwehrchef Daniel van Buyten, der gegen Gladbach nach einem Ellenbogencheck ausgewechselt wurde, ist dagegen nicht in Gefahr.


VfL Wolfsburg - Manchester United (Dienstag, 20:45 Uhr)

Die Ausgangslage: Die "Wölfe" haben es in der eigenen Hand - mit einem Sieg sind sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Sollte dies nicht gelingen, muss der VfL nach Istanbul schauen: Dort könnte Besiktas mit einem Sieg gegen ZSKA Moskau Schützenhilfe leisten - dann dürfte Wolfsburg sogar verlieren. Bei einem Remis der Russen muss die Veh-Elf ebenfalls punkten. Manchester steht bereits im Achtelfinale.

Die aktuelle Form: Selbstvertrauen sieht anders aus: Der VfL schwächelt in der Bundesliga und hat in den letzten drei Spieltagen nicht mehr gewonnen. Am Samstag reichte es trotz drückender Überlegenheit nur zu eienm 2:2 gegen Freiburg. Zudem schmerzt die 1:2-Pleite gegen Moskau, die ein vorzeitiges Weiterkommen der "Wölfe" verhindert hat.

Manchester kann ohne Druck auflaufen, kämpft aber noch um den Gruppensieg. Bei einer Niederlage würden die Niedersachsen an United vorbeiziehen. In der Liga feierte die Ferguson-Elf am Samstag einen souveränen 4:0-Sieg bei West Ham United.

Die personelle Situation: Wolfsburg-Trainer Armin Veh kann bis auf die verletzten Alexander Madlung und Obafemi Martins aus dem Vollen schöpfen. Sein Gegenüber auf der United-Bank, Sir Alex Ferguson, wird aller Voraussicht nach nicht seine Stammelf aufbieten. Bereits bei der 0:1-Heimschlappe gegen Besiktas verzichtete der Coach auf einige seiner Stars.


VfB Stuttgart - Unirea Urziceni (Mittwoch, 20:45 Uhr)

Die Ausgangslage: Stuttgart hat es ebenfalls in der eigenen Hand: Bei einem Sieg wären die Schwaben im Achtelfinale, während Urziceni bereits ein Unentschieden genügt.

Die aktuelle Form: Der VfB wartet in der Bundesliga seit acht Spielen auf einen Sieg. Am Samstag reichte es nur zu einem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Bochum. Zum Glück für die Schwaben geben sie in der Champions League jedoch ein anderes Bild ab. Der Sieg in Glasgow vor zwei Wochen sollte dem Team genug Auftrieb für die Aufgabe am Mittwoch geben. Urziceni setzte sich am Freitag beim Tabellenschlusslicht Ceahlaul Piatra Neamt mit 3:2 durch liegt an der Tabellenspitze in der rumänischen Eliteliga.

Die personelle Situation: Die wichtigste Personalie: der neue Trainer Christian Gross. Der Schweizer tritt die Nachfolge von Markus Babbel an. Am Mittwoch muss er definitiv auf zwei wichtige Spieler verzichten. Die Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic und Thomas Hitzlsperger zogen sich gegen Bochum jeweils einen Muskelfaserriss zu und werden nicht auflaufen. Die Rumänen haben keinerlei Personalprobleme.