München - Bayer Leverkusen hat sich mit einer kleinen Serie von vier Spielen ohne Niederlage nach dem unbefriedigenden Saisonstart stabilisiert. Mit elf Punkten haben die Leverkusener auf Tabellenplatz sechs das Saisonziel Europa wieder fest im Blick.

Meister Dortmund hat trotz neun Punkten Rückstand im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeiten durchaus im Soll. Im zweiten Teil des Formchecks blickt bundesliga.de auf die Teams, die durchaus im Plan liegen.

Borussia Dortmund

Trügerische Situation für den Deutschen Meister: Trotz Platz vier ist der Abstand zu Tabellenplatz eins groß. "Neun Punkte Rückstand auf Bayern interessieren mich nicht", behauptet Trainer Jürgen Klopp, dessen Mannschaft in der Vorsaison ab dem 7. Spieltag 16 Punkte auf den Rekordmeister wettmachte und vor einem Jahr sogar zwei Zähler weniger hatte (zehn). "Wir spielen unsere eigene Saison und die Bayern ihre. Am Ende werden wir dann sehen, wo wir stehen." Die Offensive um den starken Neuzugang Marco Reus kommt häufig ins Rollen, nur Bayern übertrifft die 17 Tore der Borussen, deren Punkte-Bilanz deutlich besser aussehen könnte: Gegen Frankfurt (3:3) und Hannover (1:1) verspielte die Borussia Führungen.

Bayer Leverkusen

Nach zwei Niederlagen an den ersten drei Spieltagen hat sich Bayer Leverkusen stabilisiert, blieb zuletzt vier Mal in Folge ungeschlagen. "Mit den letzten beiden Wochen sind wir nicht unzufrieden und können auch mit dem 2:2 leben", sagte Sportdirektor Rudi Völler nach dem Stuttgart-Spiel, bei dem Stefan Kießlings Saisontore drei und vier Bayers elften Punkt sicherten. Oft hat Leverkusen in der ersten Saison unter dem Trainer-Duo Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski früh getroffen - als einzige Mannschaft vier Mal in der Anfangsviertelstunde -, dann aber den Gegnern das Spiel überlassen; ein Grund dafür, dass die "Werkself" nur 48 Prozent Ballbesitz gehabt und noch kein Tor in den letzten 15 Minuten erzielt hat.

Hamburger SV

Klar im Aufwärtstrend befindet sich der HSV: zehn Punkte holten die Hanseaten nach drei Niederlagen zum Saisonstart. Spielmacher Rafael van der Vaart, Milan Badelj und Petr Jiracek haben nach ihren späten Verpflichtungen das Mittelfeld beflügelt. Davon profitiert haben Spieler wie Heung Min Son, der bereits vier Tore erzielt hat. Trotzdem ist die Fehlpassquote von 24 Prozent noch die höchste der Bundesliga. Dass Hamburg in den vergangenen vier Spielen nur vier Gegentore kassiert und dennoch zehn Punkte geholt hat, ist vor allem Rene Adler zu verdanken, denn Thorsten Finks Mannschaft hat die meisten gegnerischen Torschüsse (112) und Großchancen (18) zugelassen. "Wir haben noch einiges zu erarbeiten, wir gehören noch nicht zu den Top 6", sagt Fink.

1. FSV Mainz 05

Nahezu parallel verlief der Mainzer Auftakt, neun der zehn Punkte sicherte sich Thomas Tuchels Team in den letzten vier Partien. "Wir haben am Anfang zu wenig Punkte geholt, das haben wir jetzt korrigiert", meint Nikolce Noveski, der am 7. Spieltag gegen Düsseldorf kurz vor dem Schlusspfiff zum Sieg einnickte - und das keineswegs zufällig: Die 05er sind mit 58 Prozent gewonnen Luftduellen die kopfballstärkste Mannschaft der Bundesliga. Defensiv ist Mainz stark, hat nur acht Gegentore kassiert, allerdings muss Tuchel in den nächsten Monaten auf Innenverteidiger Niko Bungert verzichten, der einen Kreuzbandriss erlitten hat.

Borussia Mönchengladbach

Der personelle Umbruch nach den Abgängen von Marco Reus, Roman Neustädter und Dante und den Zugängen Luuk de Jong, Granit Xhaka und Alvaro Dominguez hat den Vierten der Vorsaison lange Zeit destabilisiert, am vergangenen Spieltag schafften die "Fohlen" aber nach zuvor sieben Pflichtspielen ohne Sieg - auch in der Europa League gab es nur einen Punkt aus zwei Partien - gegen Frankfurt den ersten Dreier. "Wir haben diesen Sieg gebraucht", meint de Jong. Die Defensive steht noch nicht wie im Vorjahr, schon zwölf Gegentore hat Mönchengladbach kassiert - drei waren es 2011/12. Gladbach hat bisher auch nur 67 Torschüsse abgegeben, die viertwenigsten aller Clubs.

SC Freiburg

Nach dem sensationellen Schlussspurt der vergangenen Spielzeit tritt der SC Freiburg weiter mutig auf, nur vier Teams haben öfter auf Tor geschossen (98 Mal), schafft es gegen stärkere Clubs aber noch selten, zu gewinnen - die zwei Siege stammen aus den Partien gegen 1899 Hoffenheim und den 1. FC Nürnberg. Das weiß auch Oliver Sorg, der nach 3:0 gegen Nürnberg erleichtert war, "denn jetzt haben wir ein paar Hochkaräter vor der Brust." Vor dem Tor sind die Breisgauer, für die Neuzugang Max Kruse bereits drei Mal getroffen hat, meist eiskalt, haben sechs von zehn Großchancen genutzt.

1. FC Nürnberg

Tristesse in Nürnberg nach starkem Saisonstart (Siege bei Hamburg und Mönchengladbach, Remis gegen Dortmund) und abfallender Formkurve mit zuletzt vier Niederlagen und 2:11 Toren, trotzdem befindet sich der "Club", mit dem Ziel Nichtabstieg in die Saison gestartet, mit sieben Punkten und Platz 14 noch im Soll. Mittelfeldspieler Mike Frantz fürchtet den Trend, "wir müssen mit aller Macht den Bock umstoßen." Der neue Spielmacher Hiroshi Kiyotake war die Quelle vieler Tore zum Start, als der FCN fünf seiner sieben Treffer nach Standards erzielte. Mehr als Nürnbergs 14 Tore hat aber kein anderes Team kassiert auch sechs Gegentore nach Ballverlusten sind der Höchstwert.


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