Köln - In der Vorbereitung hinterließ Florian Kainz bereits einen sehr guten Eindruck bei Werder Bremen. Der Neuzugang aus Österreich überzeugte durch seine Dribbelstärke und gefährliche Standards. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 23-Jährige über seine ersten Wochen in Bremen, den guten Ruf Werders in Österreich und seine Ziele an der Weser.

bundesliga.de: Florian Kainz, am Wochenende beginnt für Werder Bremen mit dem Pokalspiel beim Drittligisten Lotte die neue Saison. Wie sehr kribbelt es denn schon bei Ihnen?

Florian Kainz: Extrem. Ich freue mich richtig, dass es jetzt endlich los geht. Die Vorbereitung war doch sehr lange. Die ganze Mannschaft freut sich aufs erste Pflichtspiel. Wir wollen unbedingt weiter kommen.

bundesliga.de: Im letzten Jahr erreichte Werder sogar das Halbfinale im Pokal. Wie wichtig ist diese Partie als Standortbestimmung für den Bundesliga-Auftakt eine Woche später?

Kainz: Das Spiel ist extrem wichtig für uns. Wir wollen unbedingt einen guten Start in die Saison erwischen. Im letzten Jahr konnte Werder im Pokal sehr positiv überraschen. Es waren richtig gute Spiele dabei. Das habe ich aus Österreich ein bisschen verfolgt. Wir bereiten uns gut vor und wollen am Sonntag souverän weiterkommen.

bundesliga.de: Wie sind die ersten Wochen in Bremen für Sie gelaufen? Wie gut sind Sie angekommen?

Kainz: Mir geht es gut, ich fühle mich wohl in der Mannschaft. Das Team ist gut aufgestellt. Wir haben als Mannschaft und auch ich persönlich eine ganz gute Vorbereitung gespielt und sind alle heiß auf den Liga-Start. Am Anfang war es für mich schon eine Umstellung. Aber von Woche zu Woche habe ich mehr an das Tempo und alles andere gewöhnt. Ich weiß aber auch, dass ich noch viel Luft nach oben habe.

bundesliga.de: Was rechnen Sie sich für die ersten Spiele aus? Gab es schon ein Feedback des Trainers? Hoffen Sie auf einen Einsatz in der Startelf am Sonntag?

Kainz: Hoffnung habe ich immer. Das sollte das Ziel von jedem Spieler sein. Der Konkurrenzkampf ist groß. Letztendlich entscheidet der Trainer über die Aufstellung. Wenn ich spiele, werde ich mein Bestes geben und versuchen, der Mannschaft weiterzuhelfen.

"Österreicher fühlen sich in Bremen immer wohl"

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bundesliga.de: Erzählen Sie ein bisschen vom Ruf und Image von Werder Bremen in Österreich. Was wussten Sie über Werder, bevor Sie nach Bremen kamen?

Kainz: Ich wusste, dass Werder ein absoluter Traditionsverein ist. Als Österreicher hat man Werder Bremen immer ein bisschen mitverfolgt, weil schon viele Landsleute für den Club über Jahrzehnte hinweg gespielt haben. Werder hat einen sehr guten Ruf. Sehr positiv war auch in der vergangenen Saison der Zusammenhalt zwischen Verein und Fans. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt für Werder spielen darf.

bundesliga.de: Sie haben die Tradition der Österreicher angesprochen und denken dabei sicherlich an Namen wie Bruno Pezzey, Andreas Herzog oder jüngst Marko Arnautovic. Jetzt sind zusammen mit zwei weiteren Österreichern - Zlatko Junuzovic und Florian Grillitsch - bei Werder. Sie können da fast eine Kolonie aufmachen.

Kainz: Ja und mit dem Fitnesstrainer ist noch ein weiterer Österreicher dazu gekommen. Wir verstehen uns alle untereinander sehr gut in der Mannschaft. Die Österreicher fühlen sich in Bremen immer sehr wohl.

bundesliga.de: Haben die Teamkollegen aus der Heimat Ihnen die Eingewöhnung etwas erleichtert?

Kainz: Die ganze Mannschaft und das ganze Trainer- und Betreuerteam haben es mir leicht gemacht. Ich fühle mich wie gesagt sehr wohl und versuche jetzt, gut in die Saison zu starten.

bundesliga.de: Letztes Jahr hat Werder Bremen sich erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten können. Wie lauten die Ziele für diese Saison?

Kainz: Wir wollen auf jeden Fall eine erfolgreichere Saison und nicht gegen den Abstieg spielen. Wir sollten uns die Ziele schon realistisch, aber auch hoch setzen. Wichtig ist, dass wir gut in die Saison reinkommen und von Anfang an unsere Punkte holen. Dann wird man sehen, wie sich die Saison entwickelt.

bundesliga.de: So leicht dürfte es nicht werden, in die Saison zu starten. Zum Auftakt geht es direkt zum Rekordmeister Bayern München.

Kainz: Wir dürfen uns in München nicht verstecken. Es wird schwer, gegen die Bayern zu spielen. Das weiß jede Mannschaft in Deutschland. Wir gehen dennoch sehr positiv an die Aufgabe, wollen dort ein gutes Spiel zeigen und etwas mitnehmen.

bundesliga.de: Ist es vielleicht sogar ganz gut, am 1. Spieltag auf die Bayern zu treffen, weil sie dann noch nicht so gut eingespielt sind? Oder hat der Münchener Auftritt im Supercup gezeigt, dass sie schon gut in Form sind?

Kainz: Den Supercup habe ich mir natürlich angeschaut. Aber ich weiß nicht, ob es ein Vor- oder Nachteil ist, am Anfang der Saison auf sie zu treffen. Wir müssen in jedes Spiel optimistisch und positiv reingehen.

bundesliga.de: Sie haben auch ein Länderspiel für Österreich bestritten. Wie sehen dort Ihre Perspektiven aus? Steigen die Chancen durch den Wechsel nach Bremen?

Kainz: Bis jetzt gab es noch keine Gespräche mit Marcel Koller. Ich bin neugierig darauf, wie die Kaderzusammenstellung vor den ersten Länderspielen sein werden. Ich werde bei Werder mein Bestes geben, mich dann auch für das Nationalteam zu empfehlen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski