Die Transferzeit ist eine spannende Angelegenheit. Täglich melden Clubs Zu- und Abgänge. Die Kader werden verstärkt, hier und da gibt es einen kompletten Umbruch.

Dabei setzen die Clubs auf verschiedene Transfermöglichkeiten. Die bekannteste Methode: Anfrage beim Club, Einigung auf Ablösesumme, Einigung mit dem Spieler - Transfer perfekt.

Gefragt sind auch ablösefreie Transfers: Läuft der Kontrakt eines Spielers zum Saisonende aus, ist ein Wechsel ohne Ablöse möglich. Auch vertragslose Spieler können logischer Weise ohne Kaufsumme verpflichtet werden.

1860 und Dortmund kommen ins Geschäft

Die dritte Möglichkeit: Man tauscht einfach die Spieler! Aktuellster Fall: Sven Bender (20) vom TSV 1860 München wechselt zu Borussia Dortmund. Der Juniorennationalspieler erhält einen Vierjahres-Vertrag. Im Gegenzug bleibt der bis dato ausgeliehene serbische Nationalspieler Antonio Rukavina (25) "Löwe" und erhält beim TSV einen Dreijahresvertrag. "

Es ist nicht das erste Mal in der langen Geschichte der Bundesliga, dass zwei Vereine miteinander Spieler austauschen. bundesliga.de nennt weitere prominente "Tauschpaare".

Mladen Petric (Dortmund) - Mohamed Zidan (Hamburg) 2008/09

Mladen Petric spielte eine gute erste Bundesliga-Saison bei Borussia Dortmund. Das wurde auch bei der Konkurrenz registiert und so fragte der HSV an, ob Petric, der ein Jahr zuvor vom FC Basel verpflichtet wurde, zu haben sei. Interesse, Petric abzugeben, war in Dortmund zunächst nicht da, doch das Angebot der Hamburger erfreute vor allem den neuen Dortmunder Trainer Jürgen Klopp. Denn der HSV bot Mohamed Zidan, den Ziehsohn Klopps aus gemeinsamen Zeiten in Mainz, im Tausch an. Der Ägypter schlug in Hamburg nicht so gut ein wie Petric in Dortmund - dennoch machte der Tausch aufgrund des Verhältnisses zwischen Klopp und Zidan Sinn. Zidan spielte für den BVB regelmäßig, verpasste nur fünf Spiele und erzielte sieben Tore. Zuletzt traf er beim Confederations Cup sogar doppelt gegen Brasilien.

Daniel van Buyten (HSV) - Paolo Guerrero (Bayern München) 2006/07

Daniel van Buyten wechselte zur Saison 2006/07 vom Hamburger SV zum FC Bayern München. 61 Mal streifte er sich in der Bundesliga das HSV-Trikot über, dabei erzielte der Innenverteidiger sieben Tore und gab zwei Vorlagen. Nicht nur aufgrund seiner 1,96 Meter wurden die Bayern auf ihn aufmerksam und vepflichteten ihn zur Saison 2006/07. Für die Bayern ist er immer wieder eine wichtige Option - defensiv und offensiv! Van Buyten kam, dafür ging Paolo Guerrero zum HSV. Der Peruaner spielte bei dne Amateuren des FC Bayern, machte aber durch Jokertore bei den Profis auf sich aufmerksam. Die Hanseaten griffen zu und es lohnte sich ebenfalls: Guerrero avancierte zum Stammspieler und ist aufgrund seiner mannschaftsdienlichen Spielweise eine wertvolle Figur in Hamburg.

Per Mertesacker (Hannover) - Frank Fahrenhorst (Bremen) 2006/07

Nach langem Hin und Her wechselte der frischgebackene WM-Dritte Per Mertesacker 2006 von Hannover 96 zu Werder Bremen. Für die Niedersachsen absolvierte der Innenverteidiger 74 Spiele, in denen er sieben Treffer markierte und drei Vorlagen gab. Bei Werder Bremen ging die tolle Entwicklung Mertesackers weiter. Inzwischen darf sich der 24-Jährige zu den Top-Verteidigern Europas zählen und ist in der Nationalmannschaft unumstrittener Stammspieler. Im Gegenzug wechselte damals Frank Fahrenhorst zu Hannover 96. In den drei Jahren bei den "Roten" zählte "Fahne" zu den Leistungsträgern in der Defensive. Inzwischen ist der kopfballstarke Verteidiger dem Lockruf seines ehemaligen Coaches Peter Neururer gefolgt und wechselt zur neuen Saison zum MSV Duisburg.

Torsten Frings (Bayern) - Valerien Ismael (Werder Bremen) 2005/06

2005 erfüllte sich Torsten Frings seinen größten Wunsch und wurde mit Bayern München Deutscher Meister und Pokalsieger. Trotz des Double-Gewinns wurde der Mittelfeldspieler in München aber nie so richtig glücklich. Nach nur einer Spielzeit wechselte er zurück nach Bremen, wo er schon vor seinem zweijährigen Engagement bei Borussia Dortmund aktiv war. In seinem einjährigen Gastspiel an der Isar streifte er sich 29 Mal das Bayern-Trikot in der Bundesliga über. Während es Torsten Frings nach drei Jahren wieder zurück an die Weser zog, wechselte Innenverteidiger Valerien Ismael im Gegenzug an die Isar. Nach einer starken ersten Saison wurde Ismael aber immer wieder von Verletzung gestoppt. Nach seinem Wechsel zu Hannover 96 2007 hat Ismael seine Karriere inzwischen beendet.

Victor Agali (Hansa Rostock) - Mathias Schober (Schalke 04) 2001/02

Mit der Referenz von 17 Treffern in 66 Spielen für Hansa Rostock machte sich Victor Agali interessant für Schalke 04, das ihn zur Spielzeit 2001/02 von der Ostsee in den Ruhrpott holte. Zunächst verlief für den nigerianischen Nationalspieler in Gelsenkirchen alles nach Plan, er erzielte viele Tore. Knapp zwei Jahre später endete Agalis Zeit auf Schalke. Agali wechselte nach Nizza. Mathias Schober schlug damals den umgekehrten Weg ein und wechselte von Schalke zu Rostock. Dabei nahm der Torhüter den Umweg über den HSV, an den er in der Saison 2000/01 ausgeliehen worden war. Nach sechs Jahren im Rostocker Gehäuse kehrte Schober vor der Saison 2007/08 zurück nach Schalke, um Manuel Neuer zu unterstützen. Agali spielt heute übrigens in Griechenland bei Skoda Xanthi.

Andreas Herzog (Bayern) - Mario Basler (Werder Bremen) 96/97

Andreas Herzog folgte zur Saison 1995/96 seinem Trainer und Förderer Otto Rehhagel von Bremen nach München. Trotz des Gewinns des Uefa-Pokals verließ der Österreicher die Bayern schon nach einer Spielzeit wieder und ging im Wechsel mit Mario Basler zurück nach Bremen. 28 Mal kam der zweifache WM-Teilnehmer für den FCB in der Bundesliga zum Einsatz und erzielte zwei Tore. Im Gegenzug kam mit Mario Basler ein "Fußballgenie" an die Isar. 36 Tore in 92 Spielen für die Bremer und der Gewinn der Torjägerkanone in der Saison 1994/95 weckten die Begehrlichkeiten der Bayern nach dem Europa- meister 1996. 78 Mal spielte Bayern für den Rekordmeister und konnte sich in dieser Zeit 18 Mal als Torschütze feiern lassen. Zwei Mal holte Basler mit den Bayern die Meisterschale.