Köln - Was muss das für ein Gefühl sein? Während es Deutschland gewohnt ist, alle zwei Jahre an einem großen Turnier teilzunehmen, hat Island diese Erfahrung noch nie gemacht. Dementsprechend groß ist die Begeisterung im Inselstaat angesichts der Teilnahme an der Europameisterschaft 2016. Stürmer Alfred Finnbogason vom FC Augsburg ist einer der Hoffnungsträger.

Sportdirektor Stefan Reuter und die Scouts des FCA hatten ein gutes Näschen, als sie entschieden, ihren Kader zur Winterpause mit Finnbogason zu verstärken. "Er bringt einige Qualitäten mit, die unserem Spiel gut tun werden", sagte Reuter damals. Er sollte recht behalten.

Der Angreifer, der beim spanischen Club Real Sociedad unter Vertrag stand, hatte gerade ein unglückliches halbes Jahr auf Leihbasis bei Olympiakos Piräus hinter sich. Seine Leihe nach Augsburg war hingegen genau der richtige Karriereschritt. Mit sieben Toren aus 14 Partien schoss Finnbogason Augsburg zum Klassenerhalt und sich selbst in die Herzen der Fans.

Weinzierl: "Ein guter Bursche"

Der scheidende Trainer Markus Weinzierl, der in der kommenden Saison den FC Schalke 04 trainieren wird, sagte über Finnbogason: "Er passt sehr gut zur Mannschaft, weil er ein guter Bursche ist und eine gute Mentalität hat. Deswegen hat es auch nicht lange gedauert, ihn zu integrieren."

Der Saisonrückblick der Fans im Video:

Die Freude war daher groß, als die Augsburger kurz vor dem Anpfiff des letzten Saisonspiels gegen den Hamburger SV bekannt gaben, dass sie Finnbogason fest verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2020 ausgestattet hatten. Auch in den kommenden Jahren dürfen sich die Fuggerstädter also über seine Tore freuen.

Island ist selbstbewusst

Bevor Finnbogason aber wieder das FCA-Trikot überstreift, sind seine Dienste in der Nationalmannschaft gefragt. Portugal, Ungarn und Österreich heißen Islands Gegner bei der EM. Auch wenn es sich um die erste Teilnahme an einer Europameisterschaft handelt, ist Island selbstbewusst. Das Ziel lautet: Achtelfinale.

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Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es einen treffsicheren Finnbogason. Er kämpft mit Spielern wie Kolbeinn Sigthorsson vom FC Nantes, Jon Dadi Bödvarsson vom 1. FC Kaiserslautern und dem inzwischen 37 alten Routinier Eidur Gudjohnsen um einen Platz in der Startelf. Beim 1:1 gegen Portugal im ersten Gruppenspiel kam Finnbogason noch von der Bank. Am liebsten will er aber auch in der Nationalelf so gefragt sein wie zuletzt in Augsburg.

Tim Müller

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