Köln - Nach einer kleinen Erfolgsserie von sieben Punkten aus drei Spielen erlitt Hannover 96 in den letzten Tagen wieder Rückschläge. Der Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt folgte das Pokalaus in Darmstadt. Nun wollen die Niedersachsen im Derby beim Hamburger SV wieder die Trendwende schaffen. Im Interview mit bundesliga.de spricht Felix Klaus über das Auf und Ab an der Leine.

bundesliga.de: Felix Klaus, wie bewerten Sie den Pokalauftritt der Mannschaft bei Darmstadt 98?

Felix Klaus: Es ist sehr schade, dass wir ausgeschieden sind. Wir haben durch zwei Standardsituationen verloren. Insofern ist es ärgerlich, weil es vermeidbar war.

bundesliga.de: Am Wochenende haben Sie Ihr Premierentor von 96 erzielt. Wie gut hat Ihnen das Tor persönlich getan, auch wenn die Mannschaft letztlich das Spiel gegen Frankfurt verloren hat?

Klaus: Ich hätte lieber gewonnen, um ehrlich zu sein. Wir hätten als Mannschaft gerne unsere kleine Serie fortgesetzt, nachdem wir zuvor sieben Punkte aus drei Spielen geholt hatten. Leider ist uns das trotz Führung nicht gelungen. Persönlich habe ich mich natürlich über dieses Tor gefreut, weil es mein erstes Bundesligator für Hannover 96 war. Es ist schade, dass dieser Treffer nicht zu drei Punkten geführt hat.

"Brauchen noch Punkte in der Hinrunde"

bundesliga.de: Sie kamen vor der Saison aus Freiburg nach Hannover. Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Leistungen bisher? Wie schwer ist Ihnen die Umstellung auf das System von 96 gefallen?

Klaus: Gar nicht so schwer, auch wenn 96 grundsätzlich ein anderer Klub als der SC Freiburg ist. Es wurde mir wirklich leicht gemacht, mich hier in Hannover und bei 96 einzuleben. Ich denke aber auch, dass ich noch Luft nach oben habe. Entsprechend motiviert bin ich, mit unserer Mannschaft erfolgreich Fußball zu spielen.

bundesliga.de: Wie ist das Feedback der Trainers, was erwartet er von Ihnen? Wie ist Ihr Verhältnis zu Michael Frontzteck?

Klaus: Was wir intern und in der Kabine besprechen, trage ich nicht nach außen – das wäre nicht seriös. Zum Cheftrainer habe ich ein gutes Verhältnis. Die ganze Mannschaft profitiert von seiner langjährigen Erfahrung als Spieler und Trainer in der Bundesliga.

bundesliga.de: Hannover 96 steckte schon in der Rückrunde der vergangenen Saison tief im Abstiegskampf und konnte sich erst am letzten Spieltag retten. Nach zehn Spieltagen steht die Mannschaft erneut unter Druck und auf Platz 15. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass in dieser Saison dennoch nicht wieder bis zum Schluss gezittert werden muss?

Klaus: Wie wir in Wolfsburg, gegen Bremen und in Köln aufgetreten sind. Unsere Mannschaft entwickelt sich. Auch gegen Dortmund ist uns trotz der Heimniederlage ein richtig gutes Spiel gelungen. Die Mannschaft wurde im Sommer in weiten Teilen neu zusammengestellt und findet sich, wir arbeiten im Training intensiv an unseren Abläufen. Wir brauchen allerdings in der Hinrunde noch Punkte - dafür werden wir kämpfen.

"Es wird ein besonderes Spiel"

bundesliga.de: Das Programm bis zur Winterpause hat es in sich und sieht noch Partien gegen fünf der aktuell acht besten Vereine vor, u.a. geht es gegen die Bayern, Schalke und Gladbach. Welche Ziele hat sich die Mannschaft bis zum Ende der Hinrunde gesetzt?

Klaus: Wie bereits angedeutet: Mit guten Leistungen Spiele gewinnen und Punkte holen.

bundesliga.de: Am Sonntag steht das Nordduell beim Hamburger SV auf dem Spielplan, der eine stabile Runde spielt, in den letzten drei Heimspielen aber ohne eigenes Tor blieb. Wie schwer wird die Aufgabe? Und tut sich Hannover derzeit vielleicht auswärts sogar etwas leichter als zuhause?

Klaus: Wir fahren zum HSV, um dort etwas mitzunehmen. Was wir auswärts bringen können, haben wir in Wolfsburg gezeigt. 90 Minuten konzentriert arbeiten, Fehler vermeiden, aber auch selbst die Initiative nach vorne suchen. Zwischen beiden Klubs gibt es eine Fan-Freundschaft – das macht das Spiel auch noch einmal besonders. Ich freue mich auf den Sonntag und bin zuversichtlich, dass uns ein gutes Ergebnis gelingt.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski