Hamburg - Es war ein Start nach Maß für den 1. FC Kaiserslautern. Der Aufsteiger gewann zum Saisonauftakt mit 3:1 und ließ nur sechs Tage später fast schon den Höhepunkt des Jahres folgen: das 2:0 gegen den FC Bayern München.

Doch nach sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen konnten die "Roten Teufel" in den nächsten fünf Partien nur noch beim 2:2 gegen Hoffenheim einen Zähler sammeln. Ansonsten hagelte es Pleiten - unter anderem die herbe 0:5-Klatsche in Dortmund.

Kirch sieht einen Lernprozess

"Wir haben eigentlich nur beim BVB schlecht gespielt. Die anderen Auftritte waren wirklich gut. Aber letztlich haben wir zu wenige Punkte geholt. Das lag teilweise daran, dass uns das nötige Quäntchen Glück fehlte, teilweise waren wir aber auch nicht clever genug und mussten Lehrgeld bezahlen", analysierte FCK-Kapitän Martin Amedick im bundesliga.de-Interview.

Oliver Kirch bewertete die Situation ähnlich: "Wir durchlaufen noch immer einen Lernprozess in der Bundesliga. Fakt ist, dass du deine Möglichkeiten verwerten musst und gleichzeitig Fehler schneller bestraft werden. Das sind Dinge, die bei uns in Fleisch und Blut übergehen müssen."

Systemumstellung kein Problem

Am letzten Spieltag beim Hamburger SV sahen die Pfälzer nach dem frühen 1:0 auch lange Zeit wie die sicheren Sieger aus. Innerhalb von 14 Minuten war der Traum von der Wende aber geplatzt. Es blieb nach dem 1:2 bei einer Bilanz von sieben Punkten aus sieben Spielen.

Für Top-Torjäger Srdjan Lakic ist das aber kein Grund zur Unruhe. "Darüber müssen wir nicht groß reden. Denn das bringt jetzt auch nichts, weil die Saison noch sehr lang ist. Wir müssen nach dem 34. Spieltag genügend Zähler auf dem Konto haben", sagte der Kroate zu bundesliga.de.

Die Systemumstellung von 4-4-2 auf ein 4-1-4-1 brachte in der Imtech Arena auch nicht den erhofften Effekt - falsch war sie laut Lakic aber nicht: "Wir Fußballer wachsen mit vielen taktischen Systemen auf und können damit umgehen."

Länderspielpause kommt wie gerufen

Gut nur, dass jetzt die Länderspielpause für ein wenig Abwechslung sorgt. Für Lakic, der mit fünf Treffern bester Torschütze beim FCK ist, kommt sie ebenfalls sehr gelegen. "Wir erholen uns jetzt, füllen unsere Batterien auf und arbeiten hart an den letzten Prozentpunkten, die nötig sind, um gegen Eintracht Frankfurt endlich wieder zu gewinnen", so der Angreifer.

Dass die Partie gegen die Hessen vor heimischem Publikum stattfindet, soll auch wieder zum Vorteil reichen. "Es wird wie immer auf dem Betzenberg eine heiße Atmosphäre herrschen, auch aufgrund der Rivalität und der langen Tradition der Duelle zwischen dem FCK und der Eintracht. Für uns geht es in erster Linie einfach darum, den Dreier hier zu behalten", stellte Kirch klar.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis