Köln/Osnabrück - Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern hat in letzter Sekunde eine Pokal-Blamage abgewendet. Die Mannschaft von Trainer Marco Kurz gewann beim Pokalschreck VfL Osnabrück mit 3:2 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und zog damit die zweite DFB-Pokalrunde ein. Die Lauterer retteten sich dabei durch das Tor von Srdjan Lakic in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 1:1 in die Verlängerung.

Dort sorgte Erwin Hoffer mit einem Doppelpack (106./111.) für die Entscheidung. Neuzugang Sebastian Tyrala (20.) hatte Osnabrück in Führung gebracht. Das 2:3 durch Björn Lindemann (115.) kam dann zu spät.

Vier neue in der FCK-Startelf

In der vergangenen Saison war Osnabrück als Drittligist mit Siegen gegen den Hamburger SV (7:5 nach Elfmeterschießen) und Borussia Dortmund (3:2) bis ins Viertelfinale eingezogen, wo erst gegen Schalke 04 Endstation war (0:1).

Gleich vier Neuzugänge hatte Lauterns Coach Marco Kurz in der Startformation aufgeboten. Neben Oliver Kirch, Christian Tiffert und Ilian Micanski durfte auch der Ex-Mainzer Chadli Amri ran, um die Lücke im linken Mittelfeld nach den Ausfällen von Ivo Ilicevic (Sperre) und Stiven Rivic (Kehlkopfentzündung) zu schließen.

VfL-Coach Karsten Baumann vertraute mit einer Ausnahme seiner Aufstiegself. Als einziger Neuzugang lief der ehemalige Dortmunder Tyrala von Beginn an auf.

Tyrala lässt Sippel schlecht aussehen

Damit bewies Baumann ein glückliches Händchen. Den druckvollen Beginn der Gastgeber im ausverkauften Stadion krönte Tyrala mit dem Führungstreffer. Allerdings machte FCK-Schlussmann Tobias Sippel bei dem Schuss aus über 30 Metern keine gute Figur. Zuvor hatte Kaiserslauterns Hintermannschaft den Ball leichtfertig hergegeben und anschließend den Torschützen nicht entscheidend gestört.

In einer ruppigen Schlussphase der ersten Hälfte mit fünf Gelben Karten in fünf Minuten verhinderte Sippel mit vollem Körpereinsatz das mögliche 0:2, als er gegen den freistehenden Alexander Schnetzler klärte. Sippel verletzte sich bei der Aktion, konnte aber nach kurzer Behandlung weitermachen.

"Wir sind auch spielerisch besser und führen verdient", sagte Osnabrücks Sportdirektor Lothar Gans in der Halbzeitpause. Allerdings profitierte der VfL auch vom konzeptlosen Auftreten der Gäste.

Lakic wendet Blamage ab

Mit deutlich mehr Biss kamen die Pfälzer aus der Kabine und erarbeiteten sich erste Chancen. Nachdem der Versuch von Amri (48.) noch sicher in den Armen von VfL-Schlussmann Tino Berbig landete, scheiterte Micanski in der 56. Minute nur knapp. Berbig lenkte den Schuss aus wenigen Metern zur Ecke ab.

Als ganz Osnabrück den Schlusspfiff des Unparteiischen Thorsten Kienhöfer aus Herne herbeisehnte, setzte Lakic in der dritten Minute der Nachspielzeit eine Direktabnahme aus zwölf Metern zum 1:1 ins Netz und erzwang die Verlängerung. Dort traf Neapel-Leihgabe Erwin Hoffer nach Pass von Lakic erst zum 2:1 für den zweimaligen Pokalsieger (106.), ehe dem Österreicher nach einer Einzelleistung auch noch das 3:1 (111.) gelang. Lindemann konnte nur noch verkürzen (115.).


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