München - Uli Hoeneß und Rudi Völler machten als höfliche Gäste gute Miene zum bösen Spiel. Doch was die Bosse von Bayern München und Bayer Leverkusen da am Freitagabend auf der Ehrentribüne des Signal-Iduna-Parks an der Seite von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu sehen bekamen, kann ihnen nicht gefallen haben.

Meister Borussia Dortmund gab seinen beiden größten Herausforderern im Titelrennen schon wieder Anschauungsunterricht, wie spektakulärer und erfolgreicher Fußball auszusehen hat. Und nach dem 3:1 des BVB gegen den Hamburger SV ist am Sonntag schon wieder alles wie in der vergangenen Saison: Rekordchampion Bayern muss den "Schwarz-Gelben" hinterherrennen - am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

"Lahm: Jeder ist heiß drauf"

"Sonntag geht es richtig los. Jeder ist heiß darauf", sagte Bayerns Kapitän Philip Lahm, der sich ein weiteres Jahr in der Verfolgerrolle unter allen Umständen ersparen will. Er wolle "von Anfang an oben stehen", sagte der Kapitän der Nationalmannschaft: "In den letzten zwei Jahren sind wir immer hinterhergelaufen. Das kostet sehr viel Kraft. Das darf uns dieses Jahr nicht passieren. Es gibt der Mannschaft auch Sicherheit, wenn sie von Anfang an oben steht."

Die Voraussetzungen für einen Blitzstart scheinen perfekt. Mönchengladbach gewann von 43 Spielen in München nur ein einziges (1995). Zudem steht im Team des neuen Bayern-Coachs Jupp Heynckes Arjen Robben wieder in der Startelf. Franck Ribery sitzt zumindest auf der Bank der Bayern. Beide waren erst am Donnerstag nach Sprunggelenksverletzungen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Auch Nationaltorwart Manuel Neuer wird auflaufen können.

Gladbach ohne Stranzl

Die Borussia muss dagegen auf den an der Wade verletzten Abwehrchef Martin Stranzl verzichten, einer der wichtigsten Figuren bei der spektakulären Rettung in der vergangenen Saison. Dennoch bleibt Cheftrainer Lucien Favre, der Roel Brouwers als Stranzl-Ersatz bringen wird, gelassen. "Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Aber es wird eine sehr schwere Saison. Wir sind in der letzten Saison 16. geworden und haben damit das Maximum herausgeholt."

Nicht dabei sind die Neuzugänge Joshua King und Yuki Otsu. King stieg nach Verletzung erst am Dienstag ins Mannschaftstraining ein, der Japaner kam am Samstag bei Borussias Regionalligamannschaft zum Einsatz. Die verlor gegen den 1. FC Köln 3:4.