Köln - Mit seinem 13. Saisontreffer hat Anthony Modeste dem 1. FC Köln am 17. Spieltag im rheinischen Derby gegen Bayer 04 Leverkusen einen wichtigen Punkt gesichert. Die Domstädter überwintern damit vier Punkte vor der Werkself und sogar neun Zähler vor Borussia Mönchengladbach als klare Nummer eins am Rhein - und freuen sich nun auf den Weihnachtsurlaub.

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"Unserer Situation geschuldet sind 25 Punkte und Platz sieben zu Weihnachten insgesamt eine tolle Geschichte", fasste FC-Keeper Thomas Kessler die Gefühlslage der Kölner Profis treffend zusammen. Die Geißböcke haben sich fest in der oberen Tabellenhälfte etabliert und dem Verletzunspech getrotzt. In den letzten drei Partien fehlte sogar ein wenig das Schlachtenglück, dreimal gingen die Kölner mit 1:0 in Führung, dreimal ließen sie sich den Sieg noch entreißen. "Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir dabei gegen Champions-League-Mannschaften wie Dortmund oder Leverkusen gespielt haben", befand Kessler. "Obwohl wir viele Verletzte zu verkraften hatten, haben wir immer weiter kontinuierlich gepunktet. Wir können zufrieden sein."

Stöger: "Froh, dass Tony da ist"

Auch Modeste netzte wieder einmal ein. Damit erhöhte der Franzose sein Torkonto auf 13 Treffer. Der aktuell zweitbeste Bundesliga-Torjäger markierte fast zwei Drittel aller 21 Kölner Tore und gilt gemeinhin als Lebensversicherung des Effzeh. Sein Trainer sieht das differenzierter. "In den letzten zwei Wochen war Artjoms Rudnevs unsere Lebensversicherung", meinte Peter Stöger, der die Teamleistung beschwört, in der jeder Spieler seine Aufgabe hat. "Wir bekommen relativ wenig Gegentore. Da haben wir Jungs, die sich den Arsch aufreißen, damit wir hinten kompakt stehen. Und dann haben wir die Jungs vorne, zu denen auch Tony gehört. Er hat für sich in Anspruch genommen, dass er nach hinten ein bisschen weniger macht. Aber dafür ist er gezwungen, nach vorne ein bisschen mehr zu tun."

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Das macht Modeste seit 18 Monaten im Dress des FC. 28 Tore schoss der 28-Jährige in 50 Bundesliga-Spielen. Seine Quote ist überragend und entlockte dem Coach dann auch noch ein Lob. "Ich bin froh, dass Tony da ist. Wir haben uns sehr bemüht, dass er gekommen und geblieben ist", sagte der Österreicher. "Ich weiß, dass es nicht nur für uns, sondern auch für ihn die richtige Entscheidung war. Wir sind alle happy damit. Er macht seinen Job, und den macht er richtig gut - so wie viele unserer Jungs."

Rückkehrer Clemens

Nach den anspruchsvollen letzten Wochen kommt die Pause nun genau richtig. Die strapazierten Kicker können im Urlaub regenerieren und sich dann in Ruhe auf das erste Punktspiel im neuen Jahr am 22. Januar in Mainz vorbereiten. Beim Trainingsauftakt am 2. Januar wird dann auch wieder ein neues, aber altbekanntes Gesicht auftauchen. Denn der FC gab zehn Minuten vor dem Anpfiff des Derbys die Verpflichtung des Mainzers und früheren langjährigen Kölner Profis Christian Clemens bekannt.

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Der 25-Jährige kam in dieser Saison bei den Rheinhessen nicht mehr so richtig zum Zug und nur auf drei Bundesliga-Einsätze. Trotzdem gehen die Kölner davon aus, dass der "kölsche Jung" Clemens die erhoffte Verstärkung werden wird. "Ich freue mich, dass Clemens zurück nach Köln kommt", meinte Kessler. "Er ist ein feiner Kerl und ein kölscher Jung. Er hat beim FC alle Jugendmannschaften durchlaufen. Es macht Sinn, im Winter einen Spieler zu holen, der den Verein kennt. Er braucht keine lange Eingewöhnungszeit und weiß genau, was auf ihn zukommt. Er ist ein unglaublich torgefährlicher Spieler, der sehr übers Tempo kommt. Er wird uns sicherlich gut tun", ist der Kölner Torhüter voll des Lobes über den neuen Mitspieler, den er noch aus gemeinsamen Zeiten bestens kennt. So freuen sie sich beim FC auf das neue Jahr, in dem die internationalen Plätze absolut in Reichweite sind.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski