Zusammenfassung

  • Sebastian Rudy wird in Zukunft die Position vor der Dreierkette einnehmen.

  • Mit seiner Ballsicherheit passt er perfekt ins Schalker System.

  • Mit Mark Uth spielte Rudy schon zwei Jahre gemeinsam bei der TSG Hoffenheim.

Köln – Der Start in die Bundesliga-Saison verlief für den FC Schalke 04 äußerst unglücklich, aber trotzt der Last-Minute-Niederlage beim VfL Wolfsburg können die Knappen optimistisch in die Zukunft blicken. Die rosigen Aussichten für Königsblau haben viel mit Sebastian Rudy zu tun, der vom FC Bayern München ins Ruhrgebiet wechselt. Der 28-Jährige passt perfekt ins Spielsystem von Domenico Tedesco und wird die Qualität des Vizemeisters noch einmal deutlich erhöhen. Gut möglich, dass er schon am Sonntag gegen Hertha BSC sein Debüt geben wird.

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"Wir bekommen einen sehr spielintelligenten und technisch versierten Spieler in den Kader, der sein Können bereits international unter Beweis stellen konnte", wurde Tedesco in der Schalker Transfer-Mitteilung am Montagabend zitiert: "Mit seinen Qualitäten und Erfahrungen wird er unseren zum Teil sehr jungen Kader bereichern und kann uns direkt weiterhelfen."

Rudys Idealposition ist auf der Sechs

Rudy freut sich auf die neue Aufgabe im Ruhrgebiet. Er sei "überzeugt von dem Weg, den der Klub einschlagen will und möchte gern Teil davon sein", sagte Rudy nach dem Medizincheck. Wenn es nach dem FC Schalke geht, dann sogar ein ganz entscheidendes Teil. Beim Auftakt in Wolfsburg agierte Weston McKennie als Sechser vor der Dreierkette. Der US-Amerikaner ist aber eigentlich eher eine Position weiter vorne zu Hause, während Rudy seine Qualitäten am besten aus der Tiefe ausspielen kann. Auch, wenn der Neu-Schalker sich bezüglich eines Stammplatzes zurückhaltend gibt: "Dass wir für meine Lieblingsposition auf der Sechs gleich mehrere gute Spieler haben, ist mir bewusst. Aber ich stelle mich dem Konkurrenzkampf und bin überzeugt davon, dass jeder Einzelne viel Spielzeit bekommen wird, da wir in drei Wettbewerben vertreten sind."

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Rudy ist ein ballsicherer Mittelfeldspieler, der seine Qualitäten vor allem im Passspiel hat. Seine Passquote lag in der vergangenen Saison bei über 90 Prozent. Der spielintelligente Rudy ist mehr ein umsichtiger Ballverteiler und Stratege als ein "Zweikampf-Monster", im direkten Duell aber durchaus geschickt (nur 20 Fouls in 25 Bundesliga-Spielen 2017/18). Vor allem, weil er häufig schon Bälle abfängt, bevor er in den Zweikampf muss. Vor der robusten Schalker Dreierkette ist der eher filigrane Rudy so die perfekte Ergänzung und dürfte den Spielaufbau auf ein neues Level heben.

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Viel Lob aus München

In München lassen sie Rudy nur schweren Herzens gehen. Aufgrund der großen Konkurrenz wäre es für den Rechtsfuß zwar schwer geworden, aber menschlich und sportlich wussten die Bayern seine Qualitäten absolut zu schätzen. "Er ist ein toller Bursche, ein toller Charakter, den er hier ein Jahr im Verein eingebracht hat", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Montag: "Er ist ein Spieler, der einfach kontinuierlich spielen muss, deswegen war es ein logischer Schritt für ihn." "Ein ganz feiner Fußballer und Kerl geht", schrieb Mats Hummels auf Twitter und auch zahlreiche weitere Kollegen schickten Rudy warme Worte Richtung Gelsenkirchen hinterher.

Mit Mark Uth (M.) harmonierte Sebastian Rudy (r.) schon bei der TSG Hoffenheim sehr gut
Mit Mark Uth (M.) harmonierte Sebastian Rudy (r.) schon bei der TSG Hoffenheim sehr gut © imago / Avanti

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Dort trifft Rudy mit Mark Uth auf einen alten Bekannten. Zwei Jahre spielten die beiden Schalker Neuzugänge gemeinsam für die TSG Hoffenheim. Beide sind nun als Eckpfeiler der neuen Schalker Mannschaft eingeplant. In Hoffenheim haben die beiden schon bewiesen, dass sie auf dem Platz miteinander harmonieren. 2016/17 bereitete Rudy zwei der sieben Saisontore von Mark Uth mit einem präzisen Pass zu. Diese fruchtbare Verbindung soll jetzt fortgesetzt werden.

Lieblingsschüler von Julian Nagelsmann

In der Bundesliga kam Rudy in der vergangenen Saison beim FC Bayern zwar zu 25 Einsätzen - doch nur 13 davon gingen über 90 Minuten. Was Rudy zu leisten vermag, hat er vor allem in seinen beiden Jahren in Hoffenheim unter Trainer Julian Nagelsmann gezeigt: Mit Köpfchen und der nötigen Ruhe am Ball kann er als Stratege vor der Abwehr den Rhythmus einer Mannschaft vorgeben. Das soll er auch auf Schalke tun. "Er ist kein Spieler, der brutal auffällt, aber einer, der eine gute Struktur ins Spiel bringt", sagte Nagelsmann. Und genau das wird dem FC Schalke 04 sehr gut tun.