Zusammenfassung

  • Schalkes Spieler werden zum Abschluss von den Fans gefeiert
  • Kapitän Ralf Fährmann freut sich über eine "brutale Saison"
  • Jetzt freuen sich Naldo und Co. auf die Champions League

Gelsenkirchen - Als die ersten Frankfurter frisch geduscht aus der Kabine kamen, lief die blau-weiße Party im Stadion noch immer auf vollen Touren. Der 1:0-Sieg über die Hessen bot Fans und Mannschaft des FC Schalke 04 den perfekten Rahmen, eine emotionale Saison samt Vize-Meisterschaft und Rückkehr in die Champions League ausgelassen zu feiern. Und während die Spieler schon von Auftritten an der Anfield Road und im Camp Nou träumten, stimmten die Anhänger immer wieder ihr Lieblingslied an: "Die Nummer eins im Pott sind wir!"

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Schon während der zweiten Hälfte gegen Eintracht Frankfurt bewiesen die blau-weißen Fans, dass man auch ohne Titel glücklich sein kann. Als das Ende dieser Spielzeit immer näher rückte, wurde die Partystimmung auf den Tribünen immer lauter. "Wenn ein ganzes Stadion feiert, dann hat man das Gefühl, dass man auf dem richtigen Weg ist", stellte Sportvorstand Christian Heidel zufrieden fest. Mit der ersehnten Rückkehr in die Champions League vor Augen schwelgte ganz Schalke gesanglich in Erinnerungen an glorreiche Europapokalzeiten, als man 1997 den UEFA-Cup nach Gelsenkirchen geholt hatte: "Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon…". Ausgelassen skandierte das ganze Stadion "Der S04 ist wieder da", und fieberte dem Abpfiff entgegen, um mit seinen Helden noch einmal so richtig zu feiern.

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Die entrollten ein großes Transparent und machten sich auf den Weg zur Nordkurve. "Deutscher Vize-Meister S04" stand dort in großen Lettern, um das Unerwartete doch irgendwie begreifbar zu machen. 63 Punkte, beste deutsche Mannschaft hinter den Bayern, acht Zähler Vorsprung auf den Drittplatzierten – "Das ist schon eine Hausnummer", meinte Heidel. Und das alles mit einer Spielweise, die sie hier im Pott mögen – mit ganz viel Leidenschaft und Emotion, mit Kampfgeist und Willen und vor allem mit ehrlicher Maloche. "Sie spielen den Fußball, der auf Schalke passt", lobte der künftige Aufsichtsrat und "Jahrhundert-Trainer" Huub Stevens den jetzigen Coach Domenico Tedesco und dessen Philosophie von erfolgreichem Schalker Fußball.

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Den hatten die Knappen auch gegen Frankfurt noch einmal demonstriert. Weniger Ballbesitz, aber dennoch dominant, taktisch clever und letztlich überlegen sicherten sie sich die letzten drei Punkte dieser Saison. "Die Partie war ein Spiegelbild unserer kämpferischen Spielzeit. Wir haben das durchgezogen und nichts hergeschenkt", lobte Ralf Fährmann. "Wir haben eine brutale Saison gespielt. Die Leidenschaft ist zurück, wir haben wieder Glücksgefühle in den Club zurückgebracht."

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Und das umso mehr, weil diese Mannschaft mit der unglaublichen Aufholjagd zum 4:4-Endstand im "Jahrhundertderby" erst Geschichte geschrieben und die Fans im Rückspiel gegen den BVB mit dem 2:0-Erfolg dann in Verzückung versetzt hat. Ein Derbysieg zählt auf Schalke immer noch mehr als doppelt – und ein Tabellenplatz vor dem Erzrivalen ist hier wie eine kleine Meisterschaft. "Die Nummer eins im Pott sind wir", dröhnte es immer und immer wieder durch das Stadion der glücklichen Gesichter, als auch dieser Saisonhöhepunkt nach dem Abpfiff noch einmal über den großen Videowürfel flimmerte.

Guido Burgstallers Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt
Guido Burgstallers Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt © gettyimages / Christoph Koepsel

"Unsere Saison war einfach geil", brachte Abwehrchef Naldo die vergangenen zwölf Monate auf den Punkt, "jetzt können wir unseren Urlaub richtig genießen, damit wir auch in der nächsten Saison wieder voll konzentriert sind." Dann nicht nur in der Bundesliga, sondern endlich auch wieder in der europäischen Königsklasse. Nicht nur für die Fans könnten dann große Träume wahr werden. "An der Anfield Road würde ich schon gerne mal spielen", wagte Guido Burgstaller einen Blick voraus Richtung Liverpool.

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Ob Camp Nou oder Old Trafford – Naldo kennt die großen Stadion Europas bereits. Doch auch der erfahrene Oldie im Team fiebert schon jetzt fast wie ein kleines Kind dem Moment entgegen, das alles demnächst mit Schalke noch einmal zu erleben: "Es geht auf jeden Fall gegen geile Mannschaften. Wir freuen uns einfach alle auf die Champions League."

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte