Christian Gross ist da - Schalke hält zusammen - © imago images / Team 2
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FC Schalke 04: Trainer Christian Gross sorgt für Aufbruchstimmung

Christian Gross (66) ist neuer Trainer beim Tabellenletzten FC Schalke 04. Bei den Königsblauen sorgt das für Aufbruchstimmung - denn der Schweizer gilt als Experte für das Erreichen des Klassenerhalts selbst in schwierigen Situationen.

In schwierigen Situationen kann einfache Sprache helfen. Um Christian Gross' Eigenschaften zu beschreiben, wählte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in Anlehnung an dessen Herkunft einst den Namen Alpen-Magath. Beim FC Schalke 04 weckt das Erinnerungen an den früheren Trainer Felix Magath, dessen harte Methoden ihm den Namen "Quälix" einbrachten. Ein Coach, der stets den Respekt der Spieler genoss, der sein Team aber eben auch streng führte. Bei Gross, dem 66 Jahre alten Schweizer, der seit Sonntag Trainer des Tabellenletzten ist, soll es in den Einheiten ähnlich zugehen. Kurzum: Einer, den Schalke braucht. Einer, der dem Tabellenletzten helfen kann.

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Helfen, das sagt sich so einfach. Schalke steckt, und auch da hilft einfache und klare Sprache eher weiter als beschönigende Worte, in einer echten Krise. Das Team hat in dieser Saison erst vier Punkte geholt und saisonübergreifend 29 Partien in Folge nicht gewonnen. Was Schalke dringend benötigt, ist ein Sieg. "Das klingt einfach, oder?", fragt Stürmer Mark Uth rhetorisch und versichert, dass er und seine Kollegen das schon einige Male versucht hätten. "Wenn man in so einem tiefen Tal ist, dann ist es einfach unfassbar schwer, da wieder rauszukommen. Man muss sehr viel investieren. Aber man hat dann auch tatsächlich auch ein wenig Pech."

Gross, der im Alter von 66 Jahren seine Trainer-Karriere eigentlich beendet hatte, tritt nun von seinem Rücktritt zurück und übernimmt eine Mammut-Aufgabe. Doch dass er in einer solchen Situation bestehen kann, hat er bereits bewiesen, wenngleich sein letztes und einziges Bundesliga-Engagement mehr als zehn Jahre in der Vergangenheit liegt. In der Saison 2009/10 befreite er den VfB Stuttgart aus der Abstiegszone und führte ihn noch in die Europa League.

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Ob sich diese Geschichte beim Bundesliga-Comeback des Schweizers wiederholt, ist völlig irrelevant. Denn Schalke kämpft einzig und allein darum, den Klassenerhalt zu erreichen. Kapitän Omar Mascarell jedenfalls hat den Kern der Sache erkannt. Er sagte nach dem Spiel gegen Arminia Bielefeld (0:1): "Wenn irgendein Spieler nicht daran glauben sollte, dass wir die Situation verändern können, dann soll er zuhause bleiben oder in den Urlaub fahren. Wir brauchen Spieler, die daran glauben, verändern zu können. Wir sind Schalke, wir geben nie auf und wir schaffen das."

Der Spanier sieht die Voraussetzungen für einen Aufschwung jedenfalls auch ungeachtet der Tatsache, dass nun ein neuer Trainer da ist, gegeben: "Da steht immer noch ein williges Team auf dem Platz. Irgendwie läuft alles gegen uns, was in einer solchen Situation ja nichts Ungewöhnliches ist." Die Spieler wollen also, der Trainer muss sein Ensemble nur noch formen.

Christian Gross - und das ist für Schalke in der aktuellen Situation besonders wichtig - gilt zwar als harter Hund, aber eben auch als Optimist: "Wir haben fünf Monate Zeit, um diese Mission erfolgreich zu gestalten. Ich werde mit Zuversicht an die Aufgabe rangehen", sagte er bei seiner Vorstellung bei den Königsblauen.

Die Voraussetzungen dafür sind einfach, und Gross nennt sie in - wie sollte es anders sein - einfacher Sprache: "Ich will den Ehrgeiz der Spieler in jeder Sekunde spüren. Wir brauchen in und um die Mannschaft herum eine positive Grundhaltung, um wieder erfolgreich zu sein."