Zusammenfassung

  • Guido Burgstaller freut sich über das Trainingslager in seiner Heimat
  • Er hat keine Sorgen wegen der neuen Dreifachbelastung für Schalke
  • Der Stürmer will den Ball nach Vize-Meisterschaft lieber flach halten

Gelsenkirchen - Für den FC Schalke 04 beginnt mit dem Trainingslager in Mittersill, Österreich, die heiße Phase der Saisonvorbereitung. Kurz vor der Abreise der "Königsblauen" sprach Stürmer Guido Burgstaller mit bundesliga.de über Spaß an der Plackerei, über die Vorfreude auf die Champions League und über Schalkes Ziele in der Bundesliga.

bundesliga.de: Herr Burgstaller, das Trainingslager in Österreich steht bevor, manche Profis fluchen über die Schufterei, manche können nach einer längeren Sommerpause kaum genug bekommen. Wie ist das bei Ihnen?

Guido Burgstaller: Die Sommer-Vorbereitung ist natürlich immer etwas härter. Aber wir sind alle schon lange im Geschäft, und es gehört einfach dazu, dass man sich in dieser Phase sehr gut vorbereitet. Jetzt ist es unerlässlich, dass man den Körper wieder richtig in Schwung bringt und fit macht für die Meisterschaft.

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bundesliga.de: Sie haben Ihre Ferien in Österreich verbracht, jetzt folgt das Trainingslager in Ihrer Heimat. Macht das die Quälerei etwas leichter?

Burgstaller: Klar ist es schön, wenn das Trainingslager in meinem Heimatland stattfindet. Aber ich bin jetzt ja nicht dort, um noch mal Urlaub zu machen, sondern um gemeinsam mit der Mannschaft voranzukommen. Allerdings freue ich mich schon auf das gute österreichische Essen. (lacht) Ansonsten ist es mir eigentlich egal, wo ein Trainingslager stattfindet. Solange die Trainingsmöglichkeiten und das Hotel passen, macht mir jedes Trainingslager Spaß.

"Die Vorfreude auf die Champions League ist riesig. Und wir werden im Trainingslager hart daran arbeiten, dort bestehen zu können."

bundesliga.de: Während der China-Reise Ihrer Teamkollegen hatten Sie wegen Ihres Engagements bei der österreichischen Nationalmannschaft noch Sonderurlaub, im Vorjahr aber waren Sie dabei im Reich der Mitte. Wie sehen Sie das Engagement der Bundesliga in China?

Burgstaller: China ist fußballbegeistert. Egal, wo wir damals waren, überall war die Hölle los. Nicht nur Schalke, auch andere Vereine haben das erkannt. Einerseits wollen sich die Chinesen von uns einiges abschauen, andererseits ist China ein riesiger Markt für die Bundesliga. Das ist eine klassische Win-Win-Situation.

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bundesliga.de: Ihre Teamkollegen haben in China unter anderem gegen den FC Southampton getestet. Wie groß ist Ihre Vorfreude nun auf die Champions League, auf Premier League-, Serie A- und Primera Divison-Klubs?

Burgstaller: Wir sind sehr stolz, dass wir das geschafft haben, und die Vorfreude auf die Champions League ist riesig. Und wir werden im Trainingslager hart daran arbeiten, dort bestehen zu können. Aber ich sage auch: Unser tägliches Geschäft ist die Bundesliga, und dieses Geschäft darf nicht leiden.

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bundesliga.de: Die anstehende Dreifachbelastung bedeutet nach der vergangenen Saison ohne internationalen Fußball eine körperliche Herausforderung...

Burgstaller: Wenn Sie mich persönlich fragen, kann ich nur sagen, dass es für mich nichts Schöneres gibt, als alle drei, vier Tage ein Fußballspiel spielen zu dürfen. Das ist doch viel besser als "nur" auf dem Trainingsplatz zu stehen. (lacht) Ich mache mir wegen der Dreifachbelastung jedenfalls überhaupt keine Sorgen.

Guido Burgstaller hat Spaß beim Media Day 2018 auf Schalke
Guido Burgstaller hat Spaß beim Media Day 2018 auf Schalke © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Alexander Scheuber

bundesliga.de: Genügt der Kader den Ansprüchen?

Burgstaller: Davon bin ich überzeugt, der Kader ist breiter aufgestellt als in der vergangenen Saison. Und unser Trainer hat ein feines Gespür dafür, wie er die Belastung der einzelnen Spieler dosieren muss. Deshalb sehe ich uns gut gerüstet.

bundesliga.de: Schalke geht als Vize-Meister in die Saison. Ist das erneut der Maßstab, oder sollte man den Ball etwas flacher halten?

Burgstaller: Ich denke, wir sollten den Ball flach halten. Die vergangene Saison war überragend. Da hat sehr vieles zusammengepasst, und wir sind ganz verdient Vize-Meister geworden. Das zu wiederholen, wird aber nicht leicht. Wir wollen alles dafür tun, dass es wieder klappen kann, aber davon auszugehen, das wäre sehr fahrlässig. Selbstverständlich ist ein internationaler Platz unser Anspruch. Ob es aber der zweite Platz wird oder vielleicht der vierte oder fünfte, das ist kaum vorauszusagen.

"Natürlich wünscht man sich als Stürmer, dass man am besten 5:2 oder 6:2 gewinnt und man selbst dabei drei Treffer erzielt."

bundesliga.de: Schalke hat in der vergangenen Saison vor allem auch von einer hervorragenden Defensivleistung der gesamten Mannschaft profitiert...

Burgstaller: Wir haben tatsächlich sehr gut und kompakt gestanden, und es war sehr schwierig gegen uns durchzukommen. Das hat vorne mit dem Pressing der Stürmer begonnen und hat hinten aufgehört mit unseren Top-Verteidigern. Da hat einfach alles hundertprozentig gestimmt.

Video: Media Day auf Schalke

bundesliga.de: Wünscht sich ein Stürmer dennoch hin und wieder eine etwas offensivere Ausrichtung?

Burgstaller: Natürlich wünscht man sich als Stürmer, dass man am besten 5:2 oder 6:2 gewinnt und man selbst dabei drei Treffer erzielt. Aber auch unsere Verteidiger wie Naldo oder Caligiuri waren sehr torgefährlich und haben viele Assists beigetragen. Wir haben vielleicht nicht immer spektakulär gespielt, aber das muss auch nicht sein. Wichtiger war, dass wir immer sehr zielgerichtet agiert haben, und dass jeder immer wusste, was er auf dem Platz zu tun hat.

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bundesliga.de: Die Bayern hatten zuletzt 21 Punkte Vorsprung; wird die neue Saison spannender?

Burgstaller: Schwer zu sagen. Dass die Bayern als klarer Favorit in die Meisterschaft gehen, steht außer Frage, darüber gibt es nichts zu diskutieren. Aber auch die Münchner können mal eine Schwächephase haben. Dann muss ein anderer Club da sein und konstant seine Leistungen abrufen, und das über Monate. Dann kann man auch dem FC Bayern gefährlich werden. Dafür aber muss natürlich sehr viel zusammenpassen.

Das Gespräch führte Andreas Kötter