München - Der FC Bayern München bestreitet im letzten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison den ultimativen Härtetest: Der Deutsche Rekordmeister erreichte beim Turnier um den Audi Cup im eigenen Stadion durch ein 5:3 nach Elfmeterschießen (1:1, 1:1) gegen den italienischen Meister AC Mailand das Endspiel und trifft dort am Mittwoch (20:45 Uhr) auf den FC Barcelona.

Der amtierende spanische Meister und Champions-League-Gewinner hatte sich mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen den brasilianischen Spitzenklub Internacional Porto Alegre durchgesetzt.

Neuer chancenlos

Nach 90 Minuten hatte es 1:1 (1:1) zwischen den Bayern und Milan gestanden, dann verschoss im Elfmeterschießen der Italiener Alberto Paloschi. Für die überlegenen Münchner, die am kommenden Montag ihr erstes Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig bestreiten, erzielte Toni Kroos (34.) den Treffer, den entscheidenden Elfmeter verwandelte Bastian Schweinsteiger.

Kurz nach Spielbeginn hatte allerdings auch Milan erneut die Schwächen der Münchner im Defensivverhalten aufgedeckt. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte von Daniele Bonera war Torjäger Zlatan Ibrahimovic frei vor Torhüter Manuel Neuer aufgetaucht - er verwandelte sicher (4.).

Neuer war beim Gegentreffer chancenlos, reagierte aber wenig später hervorragend, als Antonio Cassano frei vor ihm auftauchte (12.). Dem bis zu 25 Millionen Euro teuren Neuzugang vom FC Schalke 04 war zuvor ein begeisterter Empfang durch das Publikum bereitet worden. Der 25-Jährige, der zum ersten Mal in der Allianz-Arena das Trikot des FC Bayern trug, erhielt außerdem bei der offiziellen Vorstellung aller fünf Münchner Neuzugänge tosenden Beifall von den Rängen - und sogar Szenenapplaus bei Rückpässen.

Rafinha trifft die Latte

Nach dem frühen Rückstand kamen die Bayern mit zunehmender Spieldauer immer besser ins Spiel, vor allem Mario Gomez war ein ständiger Gefahrenherd für den AC Mailand. Den Ausgleich erzielte dann allerdings der ebenfalls starke Kroos mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Die Vorlage dazu war von Neuzugang Rafinha gekommen. Der Brasilianer war ein Aktivposten und zudem torgefährlich, hatte zwei Minuten nach 1:1 aber mit einem Lattentreffer Pech. Auch in der zweiten Halbzeit konnten die Münchner zahlreiche Chancen nicht nutzen. Ohne den verletzten Franck Ribery und den angeschlagen ausgewechselten Arjen Robben fehlten aber auch zündende Ideen.

Mit einer aufgehübschten B-Mannschaft hatte zuvor Barcelona das Endspiel erreicht. Der amtierenden spanische Meister und Champions-League-Sieger, der ohne Weltfußballer Lionel Messi antritt und zunächst auf zahlreiche Stars wie Xavi verzichtete, setzte sich gegen Internacional im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach 90 Minuten 2:2 (1:0) geheißen hatte.