Die drei Objekte der Begierde auf einen Blick: DFB-Pokal, Champions-League-Trophäe und Meisterschale
Die drei Objekte der Begierde auf einen Blick: DFB-Pokal, Champions-League-Trophäe und Meisterschale
Bundesliga

FC Bayern schlägt Stuttgart und feiert das Triple

München/Berlin - Der FC Bayern hat es geschafft und sich als erster deutscher Club das Triple gesichert! Durch einen knappen 3:2-Erfolg über den VfB Stuttgart holen die Münchner den DFB-Pokal und krönen ihre sagenhafte Saison. Doch der VfB Stuttgart hat es dem Rekordmeister alles andere als leicht gemacht.

Wie feiern die Bayern? Wie gehen die Schwaben mit der bitteren Finalpleite um? bundesliga.de hält Sie auf dem Laufenden, was rund um das große Endspiel in Berlin passiert.

Es war eines der Gesprächsthemen vom Wochenende: Die Bayern-Spieler Dante und Luiz Gustavo durften auf Order des brasilianischen Fußball-Verbandes nicht beim DFB-Pokalfinale in Berlin antreten, sondern mussten in ihre Heimat fliegen, um der Vorbereitung auf das Testspiel gegen England beizuwohnen. Während Gustavo von Beginn an spielte, musste FCB-Abwehrchef Dante die gesamte Spielzeit über auf der Bank der Selecao schmoren.

Der FC Bayern München ist am Ziel: Mit dem 3:2 im Pokalfinale über den VfB Stuttgart hat der Rekordmeister als erster deutscher Verein drei Titel in einer Saison und damit das historische Triple geholt. Klar, dass das in den sozialen Netzwerken zahllose Kommentare und Glückwünsche nach sich zieht. bundesliga.de präsentiert die besten Statements von Spielern und anderen Sportstars bei Twitter und Facebook.

Bayerns Verteidiger Dante weilt derzeit bei der brasilianischen Nationalelf und konnte deshalb nicht beim Pokalsieg in Berlin dabei sein. Das hindert ihn augenscheinlich aber nicht, bei den Feierlichkeiten voll mitzugehen, wie dieses Video beweist, das der 29-Jährige selbst twitterte.

Joachim Löw hat die Triple-Sieger vom FC Bayern München in den höchsten Tönen gelobt. "Man kann das gar nicht hoch genug einschätzen. Das bleibt für die Ewigkeit. Und die Spieler, die dabei waren, sind die Helden für alle Ewigkeit", sagte der Bundestrainer zu dfb.tv: "Die Bayern waren in diesem Jahr wirklich so stark, dass sie alle drei Titel verdient haben. Darüber werden sie sich noch Wochen und Monate freuen können und darauf dürfen sie auch unheimlich stolz sein."

Am frühen Sonntagnachmittag sind die Bayern wieder im verregneten München gelandet. Im Gepäck: Die Meisterschale, die Champions-League-Trophäe und der DFB-Pokal, die am Flughafen natürlich auch alle durch die obligatorische Sicherheitskontrolle mussten (Twitterfoto). Nun geht es für die Mannschaft weiter zum Doppeldecker-Korso in die Innenstadt.

Der VfB hat das "Wunder von Berlin" gegen die Bayern gestern zwar nicht geschafft, sich aber trotzdem äußerst teuer verkauft. Am Sonntagmittag sind die Schwaben schon wieder sicher in der Heimat gelandet und zum großen Empfang im Stuttgarter Rathaus angetreten (Twitterfoto).

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat die Verdienste von Sportvorstand Matthias Sammer um den Triple-Triumph von Bayern München gewürdigt. "Ohne den Anteil der anderen zu schmälern: Er hat den größten Anteil", sagt er nach dem 3:2 gegen Stuttgart bei "Sky". Sammer "kam in einer Situation, wo die Mannschaft und der Club am Boden waren. Wenn man so eine enttäuschende Saison hinter sich hat wie die letzte, dann ist das normalerweise sehr nachhaltig. Aber es war nicht so. Ich habe von Anfang an gesagt: Die beste Verpflichtung in den letzten Jahren war Matthias Sammer. Er hat die Mannschaft wieder aufgerichtet, natürlich im Verbund mit Jupp Heynckes und seinen Leuten. Matthias Sammer hat einen ganz, ganz großen Anteil daran, dass der FC Bayern heute da ist, wo er immer hin wollte." Sammer (45) trat seinen Job im vergangenen Sommer als Nachfolger von Christian Nerlinger an - und gewann gleich in seinem ersten Jahr an der Isar alle möglichen Titel.

Für den scheidenden Bayern-Trainer Jupp Heynckes steht fest: Ein Profi des Triple-Siegers wird Lionel Messi ablösen und der kommende Weltfußballer. "Ich gehe davon aus, dass das unter vier Spielern ausgemacht wird: Das sind für mich die zwei Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger, dann Franck Ribery und Thomas Müller. Das sind die vier Kandidaten für mich, die das in diesem Jahr abräumen müssen", sagte der 68-Jährige nach dem 3:2 der Bayern im DFB-Pokalfinale über die Wahl zum besten Kicker des Planeten. Das Quartett komme auch für die Wahl zum Fußballer des Jahres in Deutschland und Europa infrage, meinte er. In den vergangenen vier Jahren hatte der Argentinier Messi vom FC Barcelona den Ballon d'or abgeräumt.

Die Stuttgarter wehren sich bei der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München nach Kräften, doch am Ende reicht es nicht zum ersten DFB-Pokalsieg des VfB seit 1997. Martin Harnik und Sven Ulreich ragen beim Europa-League-Teilnehmer der kommenden Spielzeit heraus. Hier geht's zur Einzelkritik der Schwaben.

Franck Ribery wirbelt über das gesamte Feld, Philipp Lahm glänzt in der Offensive, Mario Gomez vollstreckt eiskalt - die Münchner feiern durch dem Erfolg gegen Stuttgart das Triple. Hier geht's zur Einzelkritik der Bayern.

Durch den Pokalsieg ist das Triple perfekt. Franck Ribery fasst seine Freude kurz und knapp in Worte: "Das ist Wahnsinn", sagt der Franzose nach dem Spiel. Kapitän Philipp Lahm freut sich über den historischen Moment und lobt die Mannschaft: "Jetzt haben wir endlich erreicht, was es im deutschen Fußball noch nie gab. Es ist unglaublich, was die Mannschaft geleistet hat." Die Stimmen zum Pokal-Finale...

Schlusspfiff in Berlin - der FC Bayern München ist Pokalsieger! Durch den knappen 3:2-Triumph über den VfB Stuttgart sichern sich die Münchner nicht nur den Pott, sondern als erste deutsche Mannschaft das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League!

Nicht nur Heynckes, auch Bruno Labbadia nimmt eine Umstellung vor. Hinten rechts, wo man eigentlich den Japaner Gotoku Sakai erwartet hatte, wird Antonio Rüdiger spielen. Zu den Auftsellungen...

Der Ausrüster des VfB Stuttgart hat sich fürs Finale bei den Schuhen von Martin Harnik etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Das Final-Datum ist eingestickt (Twitterfoto). Nun muss der Österreicher gegen die Bayern nur noch dafür sorgen, dass es für die Schwaben zu einem historischen Datum eines großen Triumphes wird.

Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer überlässt vorm Finale "seines" Clubs gegen den VfB Stuttgart nichts dem Zufall - das Triple soll unbedingt am Samstagabend perfekt gemacht werden. Dafür begeht der "Kaiser" sogar schon mal eine rote Modesünde. Solange es Glück bringt... (Twitterfoto)

Der FC Bayern München will den scheidenden Trainer Jupp Heynckes mit aller Macht in den eigenen Reihen halten. "Ich habe ihm vor zwei Wochen bei der Meisterfeier gesagt, dass er eine Art 'Carte Blanche' bei uns hat. Wenn er sich das vorstellen kann, möchten wir ihn gerne in irgendeiner Funktion beim FC Bayern halten", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge der "Bild". Als Heynckes' Nachfolger steht bereits seit Monaten der Spanier Pep Guardiola fest. Im Zuge der Bekanntgabe des Wechsels hatte der 68-Jährige einen Umstieg auf eine Funktionärsstelle ausgeschlossen. Das Pokalfinale mit den Bayern am Samstag gegen den VfB Stuttgart ist das letzte Spiel des Weltmeisters von 1974 als Bayern-Trainer. Über seine weitere berufliche Zukunft will sich Heynckes erst danach äußern. Ein Karriereende gilt als wahrscheinlich, zuletzt wurde aber auch immer wieder über eine Rückkehr zum spanischen Rekordmeister Real Madrid spekuliert. Rummenigge freut sich derweil schon vor dem Pokalfinale, dass Heynckes ein Abschied nach Maß gelingt. "Ich habe ihm immer gesagt: 'Jupp, es gibt zwei Möglichkeiten, sich bei Bayern München zu verabschieden: Durch das große Tor oder durch den Hinterausgang", sagte der ehemalige Weltklassestürmer: "Deshalb bin ich froh, dass Jupp jetzt durchs große Tor geht - und die Leute alle mit Riesen-Respekt von ihm sprechen und ihm Beifall klatschen. Es gibt für ihn doch keinen besseren Abschied. Das hat er verdient. Und ich bin sehr glücklich darüber." Den Bayern könnte am Samstagabend zu Heynckes' Abschied Historisches gelingen. Noch kein deutscher Männer-Club hat bislang das Triple aus Deutscher Meisterschaft, Champions League beziehungsweise Europapokal der Landesmeister und DFB-Pokal errungen.

Bayern-Stürmer Mario Mandzukic stellte sich kurz vor dem Schlagerspiel nochmal zum Interview, das auf der Vereinshomepage des FCB zu lesen ist. Darin blickt er auf das Stuttgart-Spiel voraus: "Ich will Geschichte schreiben!". Der Kroate stellt auch klar: "Ich fühle mich beim FC Bayern pudelwohl - auf und neben dem Platz. Und das wird auch in der kommenden Saison so bleiben. Ich denke nicht an einen Wechsel!"

Die Hoffnung trägt schwarz: Im feinen schwarzen Zwirn erschienen VfB-Trainer Bruno Labbadia und Kapitän Serdar Tasci auf der Pressekonferenz vor dem Pokalfinale gegen die Bayern. Wie sich der Coach und der Verteidiger das Wunder vorstellen, lesen Sie im Situationsbericht.

Wer nochmal genau sehen will, wie das Duell in der Bundesliga-Rückrunde lief: hier geht's zum Video.


Natürlich sind auch die Liebsten der Stuttgarter Profis angereist. Der VfB postete zwei Twitter-Fotos der Lebensgefährtinnen - natürlich wieder unter dem Hashtag #heldenwerden (Twitter-Foto 2).

Alle Titel hat FCB-Trainerikone Jupp Heynckes in seiner langen Karriere gesammelt - bis auf den des DFB-Pokalsiegers. Einmal scheiterte er mit Gladbach im Finale, im Vorjahr zerlegte der BVB seine Bayern gar mit 5:2. Wie sehr Heynckes nun den Pott endlich in Händen halten möchte, merkt man auf der Pressekonferenz (Situationsbericht).

Wenn Konkurrenz keine Rolle spielt: Bruno Labbadia spricht in höchsten von Jupp Heynckes vor dessen letzter Begegnung auf Bayerns Bank: "Er ist als Mensch und Persönlichkeit vorbildlich für unseren Trainerstand", sagt Stuttgarts Coach. Die Pressekonferenz hatte Labbadia schon mit einem Lob für den 68-Jährigen eröffnet: "Jupp, ich muss Dir zu einer außergewöhnlichen Leistung und Karriere gratulieren."

Kurze Erholungspause zwischen Reisestrapazen und Abschlusstraining: die Bayern beziehen ihre Zimmer im Hotel Regent. Interessanterweise hat der Rekordmeister die zentrale Version gewählt, quartiert in Berlin-Mitte, dem Herzen der Hauptstadt, während Gegner Stuttgart die Idylle des Schlosshotels Grunewald gewählt hat. Dort logierte während der WM 2006 auch die Deutsche Nationalmannschaft.

Spiel ist nicht gleich Spiel, das hat Bayerns Sport-Vorstand Matthias Sammer jetzt noch einmal betont: "Es ist viel, viel mehr als ein Pokal-Finale", sagt Sammer, der als Aktiver mit dem Gegner vom Samstag, dem VfB Stuttgart, 1992 die Deutsche Meisterschaft gewann. Das Triple wäre "historisch", und mit diesem Triumph wäre die aktuelle FCB-Mannschaft nicht nur die erste deutsche, der der Dreifachsieg gelingen würde, vielmehr glaubt Sammer, das Team könnte sich so auch über die legendäre Mannschaft der 1970er erheben, die drei Mal in Folge den Landesmeister-Pokal gewann. "Sie kann an die Spitze treten."

Beide Clubs werden bei der letzten Pressekonferenz vor dem morgigen Spiel von ihren Trainern und Kapitänen vertreten, Stuttgart also von Bruno Labbadia und Serdar Tasci, Bayern von Jupp Heynckes und Philipp Lahm.

Vom kalten Süden in den milden Nordosten: neun Grad sind's in München, 21 in Berlin, wo der Bayern-Tross gerade gelandet ist. Offenbar mal wieder alles richtig gemacht... Morgen soll es übrigens etwas kälter werden, es ist Regen angekündigt.

Schlechtes Omen für den VfB? Wenn es im Pokal für die Schwaben so etwas wie einen Angstgegner gibt, dann wohl den FC Bayern. In acht der neun bisherigen Duelle haben sich die Münchner durchgesetzt, so oft ist Stuttgart keinem anderen unterlegen - und haben die Münchner übrigens auch gegen keinen anderen gewonnen. Dass die Rekordmeister nicht nur in der Bundesliga sind, sondern mit 15 Titeln auch im Pokal, mag wenige überraschen. Dass das Gesetz der Regelmäßigkeit hingegen den VfB Stuttgart als Cupsieger 2013 vorsieht, vielleicht eher - alle Daten und Zahlenspiele gibt's in unseren Top-Fakten.

Ohne sie läuft am Samstag gar nichts: Schiedsrichter Manuel Gräfe wird das Pokal-Finale leiten, Guido Kleve und Thorsten Schiffner ihm assistieren, als Vierter Offizieller ist Guido Winkmann eingeteilt. Erfahrener als Gräfe ist kaum ein Unparteiischer, seit 1999 pfeift der 39-Jährige auf DFB-Ebene, 152 Bundesliga-Spiele hat er schon geleitet; 2010/2011 wurde er sogar als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. Nichtsdestotrotz wird es auch bei Gräfe kribbeln wie nur selten, wenn die Mannschaften um 20 Uhr zum Anstoß bereitstehen. "Das DFB-Pokalfinale ist das schönste und emotionalste Spiel in Deutschland", sagt er gegenüber dfb.de. "Mit der Nominierung erfüllt sich für mich ein Traum, das Spiel wird zu den Höhepunkten meiner Karriere gehören." Umso mehr wohl, als die Partie in Gräfes Heimatstadt stattfindet.

An Bord mit den Bayern-Stars - mehr Einblick geht nicht.

"Berlin, Berlin, auch wir fliegen nach Berlin" - der VfB Stuttgart ist schon gestern Abend in der Hauptstadt eingetroffen, gleich reisen auch die Bayern los. Treffpunkt Flughafen Franz Josef Strauß vor wenigen Minuten, die Spieler sind bereits da - Dante und Luiz Gustavo ausgenommen, die müssen ja zur brasilianischen Nationalmannschaft reisen (siehe gestrigen Eintrag von 12:46 Uhr).

Stuttgarts Team ist in der Hauptstadt angekommen. Die Japaner Shinji Okazaki und Gotoku Sakai posteten gleich mal ein Twitter-Bild vom Berliner Flughafen.

Aus dem Tal der Tränen ist er längst heraus: Meister und Champions-League-Sieger Basitan Schweinsteiger zeigte im letzten Bayern-Pressetalk der Saison deutlich, wie viel ihm das mögliche Triple bedeutet (Personalie).

Bayerns Meistercoach hat am Donnerstag sein letztes Training an der Säbener Straße abgehalten - und das ganz ohne Wehmut, wie der 68-Jährige versicherte. Wegen des Pokalfinales am Samstag gegen Stuttgart sei dieser Gedanke bei ihm erst nicht aufgekommen, sagte er bei fcb.tv: "Da ist man mitten in der Arbeit drin und versucht, Einfluss zu nehmen und zu korrigieren, die Spieler zu animieren und zu motivieren. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich da nicht daran gedacht habe, dass ich zum letzten Mal an der Säbener Straße auf dem Trainingsplatz stehe."

Der VfB hat sich am Donnerstagnachmittag auf den Weg zum Pokalfinale gemacht. Und wenn man sich den grimmigen Blick von Arthur Boka beim Check-in am Stuttgarter Flughafen so anschaut, dann scheinen die Schwaben wildentschlossen zu sein, die Bayern zu schlagen (Twitterfoto).

Beim VfB sieht man das notgedrungene Einlenken der Bayern, im Endspiel am Samstag auf Dante und Luiz Gustavo zu verzichten, um die Brasilianer zur Nationalmannschaft abzustellen, nicht als Vorteil: "Was das Spiel betrifft, macht das keinen Unterschied für uns, weil die Bayern auf jeder Position zwei- oder sogar dreifach gut besetzt sind", sagte Stuttgarts Chefcoach Bruno Labbadia nach dem letzten Training vor der Abreise nach Berlin. Der 47-Jährige weiter: "Ich finde es sehr schade, dass den beiden das tolle Erlebnis Pokalfinale in Berlin genommen wird. Eine für mich völlig unverständliche Entscheidung des brasilianischen Verbandes."

Die Münchner wollen im letzten Pflichtspiel einer langen Saison am Samstag gegen den VfB Stuttgart noch einmal Vollgas geben. "Wir sind noch hungrig, das merkt man in der Mannschaft. Die Lust ist richtig groß bei uns, wir wollen den nächsten Titel holen", sagte Nationalkeeper Manuel Neuer am Donnerstag. Das Finale in Berlin sei immer "etwas Besonderes", meinte Bayerns Nummer 1, die den Pokal dort schon vor zwei Jahren mit Schalke 04 gewann.

Der FCB geht als großer Favorit ins Finale am Samstag. Nach Meisterschaft und Champions League wollen die Bayern mit dem DFB-Pokal den dritten Titel und damit das historische Triple holen - auch wenn Bastian Schweinsteiger daran aktuell noch gar nicht denken möchte: "Ich bin zu sehr fokussiert auf das Spiel am Samstag, um über Triple oder sonstwas zu sprechen", meinte der Münchner Mittelfeldmotor im Pressegespräch am Donnerstag. "Wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, was das Wesentliche ist - und das ist letztendlich das Fußballspielen."

Holger Badstuber ist nach seiner neuerlichen Kreuzband-OP in der vergangenen Woche in Vail im US-Bundesstaat Colorado zurück in München. Der Nationalspieler ließ sich am Donnerstag auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße von den Physiotherapeuten behandeln, wird die Reise zum Pokalfinale in Berlin allerdings nicht mit dem Bayerntross antreten.

Der SC Freiburg und Eintracht Frankfurt halten im Finale am Samstag wohl zu den Bayern - und das nicht ganz uneigennützig: Gewinnen die Münchner bei ihrer 19. Endspiel-Teilnahme zum 16. Mal den Cup, profitieren auch die Teams aus dem Breisgau und Hessen. Denn dann müsste der VfB Stuttgart in der Europa League bereits in der 3. Qualifikationsrunde ran - Freiburg und Frankfurt dagegen könnten sich etwas länger schonen. Der Sport-Club wäre direkt für die Gruppenphase qualifiziert, die SGE für die Playoffs.

Der Münchner Youngster wird das Finale am Samstag verpassen. Der 19-Jährige weilt seit Montag mit dem U-21-DFB-Team zur EM-Vorbereitung auf Zypern. Schon in der vergangenen Woche war der Mittelfeldspieler zum Trainingslager des deutschen Nachwuchses am Chiemsee gewesen und seinen FCB-Kollegen dann am Wochenende zum Champions-League-Endspiel nach London nachgereist.

An Stuttgarts Außenseiterrolle gegen die Bayern gibt es wohl kaum einen Zweifel, dennoch glauben die Schwaben an ein "Wunder von Berlin": Unter dem Hashtag #heldenwerden wird bei Twitter bereits seit Tagen eifrig diskutiert, wie es das Team von Trainer Bruno Labbadia am Samstag packen könnte. Ex-VfB-Profi Michel Mazingu-Dinzey schrieb dazu: "Na klar wird der VfB dem FCB einen Strich durch die Rechnung machen."

Die Rekordsaison des Rekordmeisters spiegelt sich auch im gestiegenen Markenwert der Münchner wider: In einem Ranking des britischen Instituts Brand Finance, das wohlgemerkt schon vor dem Triumph in der Champions League erstellt wurde, hat der FCB (860 Millionen Dollar) den englischen Meister Manchester Manchester United (837) als wertvollsten Fußballverein der Welt abgelöst. Dahinter folgen Real Madrid (621) und der FC Barcelona (572). Der VfB Stuttgart liegt mit einem Markenwert von 83 Millionen Dollar auf Platz 25.

Nach dem Finale ist vor dem Finale: Vier Tage nach dem Triumph in der Champions League über Borussia Dortmund (2:1) steckt der FC Bayern München schon wieder mitten in der Vorbereitung auf das Endspiel. "Der Pokal hat an Wichtigkeit zugenommen. Jetzt ist es nicht mehr nur der DFB-Pokal, den wir gewinnen können - jetzt können wir Geschichte schreiben. Das Triple ist noch nie dagewesen. Wir sind alle hungrig, wollen das Triple holen und uns damit verewigen. Das ist eine Riesenmotivation", sagte Thomas Müller im Pressegespräch am Mittwoch.

Bundestrainer Joachim Löw hat seinem früheren Club VfB Stuttgart Mut gemacht. "Bayern München spielt eine überragende Saison, ist Deutscher Meister und Champions League Sieger, da stellt sich die Frage nach dem Favoriten nicht. Aber es gewinnt eben auch nicht immer automatisch der Favorit", sagte der 53-Jährige bei vfb.de. Offen unterstützen will Löw den VfB, dem er 1997 als Trainer den dritten und bislang letzten Cup-Sieg beschert hat, allerdings nicht. "Ich habe schon so oft jemandem die Daumen gedrückt - und am Ende hat der andere gewonnen. Deshalb halte ich es in diesem Falle nicht mit dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, sondern mit dem Bundespräsidenten, der ja beim Pokalfinale die Siegerehrung vornimmt: Wir gehören zu den Wenigen, die immer beide kraft Amtes zur Neutralität verpflichtet sind."

Der VfB Stuttgart hat gelassen auf die "Alkohol-Spitze" von Endspielgegner Bayern München reagiert. "Das wundert mich, dass er das gesagt hat. Ein bisschen Respekt muss man vor seinen Gegnern schon haben. Andererseits habe ich auch Verständnis dafür, wenn man sich im Überschwang der Gefühle äußert", sagte Sportvorstand Fredi Bobic der Sport Bild. Coach Bruno Labbadia ergänzte in den Stuttgarter Nachrichten: "Wenn der kommende Gegner einen Tag hatte, an dem mit dem Gewinn der Champions League so viel Druck abgefallen ist, dann kann man über so einen Spruch auch mal einfach hinwegsehen. Wir haben heutzutage doch schon genug Zirkus, da braucht es keine gewollten Wortgefechte." Der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte am Abend des Triumphs in der "Königsklasse" bei seiner Bankettrede gesagt, der FCB hätte gegen den VfB auch "mit 1,8 Promille" noch eine Chance.