Zusammenfassung

  • Der prall gefüllte Spielplan fordert beim FC Bayern Tribut

  • Nach der Niederlage gegen Gladbach müssen die Akkus wieder aufgeladen werden

  • Die Personalnot ist aber auch eine Chance für Kwasi Okyere Wriedt und Marco Friedl, die am 13. Spieltag debütieren

Mönchengladbach - Nun ist die Serie gerissen. Im 10. Pflichtspiel seit der Amtsübernahme von Jupp Heynckes hat der FC Bayern München wieder ein Spiel verloren. Doch die 1:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach kann der Rekordmeister verschmerzen. Nun steht erst einmal eine dringend benötigte Verschnaufpause an.

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Die kommende Woche wird Bayern München gut tun. Bis zur nächsten Partie gegen Hannover 96 steht kein weiteres Spiel auf dem Programm. Erst zum dritten Mal, seit er wieder Trainer des FC Bayern ist, kann Jupp Heynckes seine Truppe in aller Ruhe gezielt auf die nächste Aufgabe vorbereiten. Seit sieben Wochen ist der 72-Jährige wieder im Amt, seine bisherigen zehn Spiele in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal folgten Schlag auf Schlag innerhalb von nur 43 Tagen.

Heynckes: Konnten auf den Außenbahnen nicht nachlegen"

"Es war nicht einfach, von Anderlecht direkt hierher zu fahren", sagte Niklas Süle nach dem Spiel. "Wir konnten nicht nach Hause fahren und nicht durchschnaufen. Wir hatten jeden Tag Training und haben uns auf das Spiel in Gladbach vorbereitet. Am Ende waren wir dann auch platt." Der enge Spielplan und die aktuelle Verletztenmisere der Bayern forderten ihren Tribut.

Video: 5 Dinge über Jupp Heynckes

Bis zum Spiel in Mönchengladbach fand der Tabellenführer immer eine Lösung. Alle neun Partien der vierten Heynckes-Ära in München konnten gewonnen werden. Im Borussia-Park endete die stolze Serie. "Seit meiner Amtsübernahme haben uns immer wieder wichtige Spieler gefehlt. Oft konnten wir das kompensieren. Jetzt aber haben wir besonders auf den Außenbahnen nicht mehr nachlegen können", meinte der Trainer nach der Niederlage in seiner Heimatstadt.

Ordentliche Debüts für Friedl und Wriedt

Heynckes musste auf sieben Stars verzichten, Manuel Neuer, David Alaba, Rafinha, Thiago, Thomas Müller, Franck Ribery,und Arjen Robben standen nicht zur Verfügung. Das war in diesem Tag in Mönchengladbach dann selbst für den FC Bayern gegen den starken Tabellen-Vierten nicht mehr zu kompensieren, zumal im Spiel dann auch noch Juan Bernat und James Blessuren davon trugen und ausgewechselt werden mussten.

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"James wusste in der Halbzeitpause den Spielstand nicht. Daher gehe ich davon aus, dass es eine Gehirnerschütterung ist", meinte Jupp Heynckes. So schlug im Borussia-Park nach der müden Vorstellung im ersten Durchgang und einem 0:2-Rückstand nach der Pause die Stunde der Youngster Marco Friedl und Kwasi Okyere Wriedt, die zu ihren Bundesliga-Debüts kamen und ihre Sache ordentlich machten.

Vorsprung auf Leipzig nur noch drei Punkte

"Wir haben in der ersten Halbzeit zu langsam gespielt, nicht die richtige Drehzahl gehabt", analysierte Jupp Heynckes. "Die Niederlage haben wir uns aufgrund der ersten Halbzeit zuzuschreiben. In der zweiten Halbzeit haben wir aber nur noch auf ein Tor gespielt, da haben wir auch läuferisch überzeugt." Doch drehen konnten die Bayern die Partie nicht mehr.

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"Es ist sehr bitter und enttäuschend, dass wir in Mönchengladbach verloren haben", ärgerte sich Niklas Süle kurz. "Aber bisher ist es sehr gut gelaufen. Wir blicken weiter nach vorne. Wir sind Erster und haben alles in der eigenen Hand." In der Tabelle schmolz der Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig auf drei Punkte.

Dennoch ist der Rekordmeister in einer komfortablen Position. Das Restprogramm bis Weihnachten sieht für die Bayern mit den Heimspielen gegen Hannover 96 und den 1. FC Köln sowie den Auswärtsaufgaben bei Eintracht Frankfurt und beim VfB Stuttgart nur noch Gegner aus dem Mittelfeld und dem Tabellenkeller vor.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski