Thomas Müller ist beim FC Bayern in Top-Form - © imago images / GEPA pictures
Thomas Müller ist beim FC Bayern in Top-Form - © imago images / GEPA pictures
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Es müllert im Titelrennen! Thomas Müller vom FC Bayern München in Topform

Köln - Er rennt, er trifft, er tut, was nur Thomas Müller tut. Der Publikumsliebling des FC Bayern München ist in herausragender Form. Dabei sah es im Februar so gar nicht nach "Müller-Festspielen" aus. In der entscheidenden Phase der Saison setzt Niko Kovac nun voll auf das Müller-Gen.

Fast wäre die Bundesliga um einen "echten Müller" reicher gewesen. Nach 54 Minuten im Spiel des FC Bayern München bei Fortuna Düsseldorf verlängerte Thomas Müller eine Thiago-Ecke von links am kurzen Pfosten. Typisch unorthodox wand der 1,86 m große Stürmer sich um Gegenspieler Sobottka und sich selbst herum und wuchtete einen Kopfball in Richtung siebtes Saisontor. Die Abwehr war geschlagen, der Ball aber fiel dem einlaufenden Serge Gnabry auf den Fuß, der mühelos zum 3:0 verwandelte. So wurde die Müller-Aktion kein Müller-Tor, sondern seine vierte Torvorlage in den letzten fünf Bundesligaspielen.

"Er ist nicht greifbar", schwärmt Trainer Niko Kovac geradezu vom 29-Jährigen, "er hilft überall, das macht ihn so wertvoll." Auf der Zielgeraden des Titelrennens läuft Müller zur Höchstform auf.

Wenn Müller trifft, verliert Bayern nicht

Danach sah es zu Beginn der Rückrunde nicht unbedingt aus. "Es gab eine Phase um die Liverpool-Spiele, wo ich nicht so viel zum Einsatz kam", blickt der Publikumsliebling zurück. Auch bedingt durch seine Rot-Sperre in den beiden Champions-League-Spielen gegen den FC Liverpool fand Müller sich im Februar in vier aufeinanderfolgenden Spielen nur auf der Bank wieder. Die Ergebnisse stimmten auch ohne ihn. James Rodriguez demonstrierte eindrucksvoll, wie federleicht Fußball auf Müllers Lieblingsposition aussehen kann. Weil Schützenfeste trotz vieler Chancen gegen Schalke (3:1), Augsburg (3:2) und Hertha (1:0) aber ausblieben, bekam Müller in Mönchengladbach seine Chance – und nutzte sie eindrucksvoll. Mit ihm im Windschatten von Robert Lewandowski schießt Bayern nun deutlich mehr Tore: 5:1, 6:0, 6:0, 1:1, 5:0 und 4:1 lauten die Ergebnisse seit seiner Rückkehr in die Startelf. Inzwischen steht er bei sechs Toren und acht Torvorlagen: Nur Robert Lewandowski war bei den Bayern in dieser Saison an mehr Toren beteiligt.

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Weiter untermauert eine unglaubliche Statistik Müllers Wert für die Münchner: Wann immer Müller in der Bundesliga für den FC Bayern traf, hat seine Mannschaft das Spiel nicht verloren. Aus 87 Spielen mit Müller-Tor resultierten 82 Siege und fünf Unentschieden. Wenn es müllert, dann gibt’s auch Punkte.

Lewandowskis Liebling

Wie gegen Düsseldorf einmal mehr bewiesen, hat der Torschützenkönig der WM 2010 mehr auf Lager als "nur" knipsen, immer öfter glänzt er als Vorbereiter: Seit 2014 schoss Müller in vier Bundesliga-Spielzeiten nur einmal mehr Tore, als er auflegte. In einem Interview erklärte er einmal: "Als gelernter Stürmer weiß ich genau, wie man vorne drin angespielt werden will." Wissen, das diese Saison vor allem Serge Gnabry zugutekommt, vier seiner neun Tore bereitete Müller vor. Auf 131 Torvorlagen hat es Müller in seinen bisherigen 313 Bundesliga-Partien gebracht. Das ist Bestwert seitdem es erstmals eine umfassende Aufzeichnung der Daten im Jahr 1992 gab.

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Auch Robert Lewandowski gehört zu den besten Kunden von "Tor-Service Müller". Der Top-Torschütze der Bundesliga betont oft und gerne, wie sehr er von Müller profitiert: "Thomas' Laufweg ist immer nach vorne, mit viel Bewegung." Dauerläufer Müller sieht Lücken, stößt hinein und verschafft seinem Sturmpartner so Raum in der Gefahrenzone. Lewandowski: "Wir haben immer einen Spieler mehr im Strafraum, ich habe mehr Platz und nicht immer zwei oder drei Gegenspieler gegen mich." Freiraum, den der Pole meist zu nutzen weiß: In den letzten sechs Spielen stand er jeweils mit Müller in der Startelf und traf acht Mal, darunter ein Doppelpack im Klassiker gegen Titelkonkurrent Bortmund. Müller macht seine Mitspieler besser. In dieser Form ist er Bayerns vielleicht größter Trumpf im Kampf um die Meisterschaft.

Tim Wichmann