Zusammenfassung

  • Bundestrainer Joachim Löw beobachtet FCB-Torhüter Sven Ulreich

  • Gegen Schalke überzeugt der Neuer-Vertreter erneut mit guten Paraden

  • Der FC Bayern honoriert die Leistungen seiner Nummer zwei mit einem neuen Vertrag

München - Dem Lob von Bundestrainer Joachim Löw folgte der Vertrauensbeweis vom FC Bayern München. Der Rekordmeister stattete am Sonntag Sven Ulreich mit einem neuen Vertrag bis 2021 aus und honorierte damit seine starken Leistungen in den vergangenen Wochen, die ihn nun sogar in den Fokus der Nationalmannschaft rückten. Der Vertreter von Manuel Neuer sieht darin aber keinen Grund abzuheben - denn das macht Ulreich nur bei seinen Paraden auf dem Rasen.

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Unter den Augen von Bundestrainer Löw stellte Ulreich am Samstag gegen den FC Schalke 04 wieder einmal sein ganzes Können unter Beweis - wie etwa in der 72. Minute als Breel Embolo aus 18 Metern gefährlich abzog, Ulreich aber blitzschnell ins kurze Eck abtauchte und mit seiner Parade den Bayern den 2:1-Sieg sicherte. "Sven Ulreich zeigt in den letzten Monaten ansprechende Leistungen für die Bayern. Er ist im Eins-gegen-eins sehr stark und hat sich bei den Bayern auch fußballerisch verbessert", lobte Löw bei Sky die Vorzüge des 29-Jährigen und machte ihm sogar Hoffnungen auf ein WM-Ticket. "Er ist in unserem Blickfeld."

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Ulreich ist bei Elfmetern - wie hier von Hoffenheim - fast nicht zu überwinden
Ulreich ist bei Elfmetern - wie hier von Hoffenheim - fast nicht zu überwinden © gettyimages / Matthias Hangst

Ulreich selbst fühlte sich nach dem Spiel geehrt von Löws Worten, räumte aber ein: "Ich glaube, dass viele andere Torhüter eher auf den Zug aufspringen werden, weil sie noch jung sind und große Perspektiven haben. Es wäre unfair, wenn einer mitfährt, der weniger spielt und sonst eher auf der Bank sitzt." Auch das kennzeichnet Ulreich, der seit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart 2015 sowohl auf als auch neben dem Platz gereift ist. "Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass wir uns auf Sven Ulreich sowohl als Torhüter als auch als Mensch stets verlassen können", begründete Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Vertragsverlängerung.

"Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass wir uns auf Sven Ulreich sowohl als Torhüter als auch als Mensch stets verlassen können." Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern)

Nach 17 Jahren beim VfB, davon die letzten fünf als unumstrittener Stammkeeper in der Bundesliga, war der Wechsel zum Rekordmeister eine große Umstellung - auch wegen der neuen Rolle als klare Nummer zwei hinter Neuer. "Man steht hier viel mehr im Fokus, auch wenn man nicht so viel spielt", sagte Ulreich unlängst in einem Interview mit dem Bayern Magazin. Dennoch habe es ihm geholfen, aus seinem gewohnten Umfeld auszubrechen. "Ich habe mich bei Bayern schon ein Stück weit neu erfunden."

Plötzlich Elfmeterkiller

Das betrifft vor allem seine neu entdeckten Fähigkeiten als Elfmetertöter in dieser Saison. Drei der vier Strafstöße parierte Ulreich, seit er Manuel Neuer im Tor vertritt, seine Erfolgsquote von 75 Prozent ist absoluter Topwert in der Liga. Auch die 15 Gegentore in 17 Spielen sind mit Abstand die wenigsten im Vergleich zu den Torhütern, die über die Hälfte der bisherigen Spiele absolviert haben.

Gut gemacht! Nach dem Spiel gegen Mainz wird Ulreich von seinem Teamkollegen abgeklatscht
Gut gemacht! Nach dem Spiel gegen Mainz wird Ulreich von seinem Teamkollegen abgeklatscht © gettyimages / Alex Grimm

Die regelmäßigen Einsätze in den vergangen Wochen haben Ulreich zusätzlich geholfen, im fußballerischen Bereich gewisse Routine zu entwickeln. "Seitdem ich da bin, hat er sich kontinuierlich positiv entwickelt", sagte sein Trainer Jupp Heynckes nach der Hinrunde. "Er ist ein sehr guter Torwart geworden. Gerade in der Phase, in der Manuel Neuer verletzt ist, ist das für uns Gold wert."

Neuer bekommt "alle Zeit der Welt"

Seit September vertritt Ulreich den Weltmeister zwischen den Pfosten, der sich einer Operation am Mittelfuß unterziehen musste und aktuell an seinem Comeback arbeitet. "Manuel bekommt von uns alle Zeit der Welt, um fit zu werden", sagt Salihamidzic im Wissen, mit Ulreich einen sehr guten Vertreter im Tor zu haben.

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"Ich fokussiere mich auf jedes Spiel, das jetzt noch kommt und freue mich auch auf jedes, das ich noch machen darf." Sven Ulreich

Auch Ulreich steht in regelmäßigem Kontakt zur eigentlichen Nummer eins. "Manuel ist im Aufbau und er wird sicherlich in den nächsten Wochen das Pensum steigern", sagte Bayerns Nummer zwei am Samstag. Dass er in absehbarer Zeit wieder vornehmlich auf der Ersatzbank Platz nehmen wird, beschäftigt Ulreich aber noch nicht. "Ich fokussiere mich auf jedes Spiel, das jetzt noch kommt und freue mich auch auf jedes, das ich noch machen darf." Ruft er dabei weiterhin so starke Leistungen ab, dürfte auch das restliche Team Freude daran haben.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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