Siegtorschütze Joshua Kimmich schreit seine Freude über den Erfolg in Dortmund heraus - © Jürgen Fromme/firosportphoto/POOL
Siegtorschütze Joshua Kimmich schreit seine Freude über den Erfolg in Dortmund heraus - © Jürgen Fromme/firosportphoto/POOL
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"Brutal wichtiger" Sieg beim BVB: FC Bayern München erneut auf Titelkurs

Der Urschrei von Joshua Kimmich war eines Meisters würdig, doch seine Kollegen wollten sich dem Matchwinner nach dem Triumph im Klassiker noch nicht anschließen. "Als ich mich so umgeguckt habe, war mir nicht sofort klar, ob jeder wusste, wie wichtig die drei Punkte waren", sagte Kimmich verwundert über die verhaltenen Reaktionen seiner Mitspieler nach dem 1:0 (1:0) des Titelverteidigers Bayern München im Topspiel beim Herausforderer Borussia Dortmund.

Glückwünsche zur achten Meisterschaft nacheinander wollte aber auch der Siegtorschütze nicht annehmen.

"Noch nicht!", sagte Joshua Kimmich mit Blick auf die sechs ausstehenden Bundesliga-Spiele, doch auch er wusste: "Das war brutal wichtig, für Dortmund wird es mental ganz schwer, da dran zu bleiben." Die jetzt sieben Punkte Vorsprung auf den "ewigen" Rivalen seien "ein gutes Polster", meinte der Nationalspieler, der den neunten Pflichtspielsieg in Serie mit seinem gefühlvollen Heber (43.) sichergestellt hatte.

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Hier segelt Kimmichs Lupfer über Roman Bürki hinweg ins Dortmunder Tor - Alexandre Simoes/Borussia Dortmund via Getty Images

Aus vier Punkten Rückstand wurden sieben Punkte Vorsprung

Bayern-Kapitän Manuel Neuer nannte den 1:0-Erfolg beim BVB ein "ganz wichtiges Zeichen", Hansi Flick sprach von einem "großen Schritt" in Richtung seines ersten Titels als Cheftrainer. Doch er betonte: "Wenn es irgendwann sicher ist, können wir von der Meisterschaft reden. Jetzt tue ich es nicht."

Sollte es so kommen, ist dieser Titel Flicks Werk. Als der 55-Jährige das Amt nach der Entlassung seines Chefs Niko Kovac zum 11. Spieltag antrat, betrug der Rückstand zur Spitze vier Punkte. Von einem "schönen Gefühl" sprach er am Dienstagabend nach dem Prestigeerfolg, sein Team würdigte er für "erfolgreichen und schönen Fußball".

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Flick lobt Kimmichs "Gewinnermentalität"

Den zeigte in Dortmund nach gewissen Startschwierigkeiten vor allem Leader Kimmich. "Einfach klasse", fand ihn Flick, "seine Entwicklung ist hervorragend." Überhaupt sei er mit dem 25-Jährigen "immer zufrieden", weil Kimmich stets "zu 100 Prozent fokussiert ist und die Gewinnermentalität hat".

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Ein Muster-Münchner eben. Und ein folgsamer Schüler. Sein Traumtor wurde durch den Tipp des Trainerteams ermöglicht, dass BVB-Torwart Roman Bürki mitunter recht weit vor seinem Kasten steht. "Ich freue mich, dass er gut zugehört hat", sagte Flick schmunzelnd.

Berechtigte Titelchancen in drei Wettbewerben

Wo die Reise für Kimmich und Co. noch hingeht? Neben der 30. Meisterschaft (29 davon in der Bundesliga) ist für den Halbfinalisten auch der 20. DFB-Pokal zum Greifen nah, das ganz große Ziel aber bleibt die Königsklasse. "Diese Gruppe hat die Champions League bereits gewonnen und will sie noch einmal gewinnen", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic der "Sport Bild". Gerade der jungen Generation um Kimmich, Serge Gnabry oder Leon Goretzka traue er "alles zu", auch den Henkelpott.

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Ur-Bayer und ARD-Experte Bastian Schweinsteiger glaubt ebenfalls daran. "Wenn ich die Spielweise mit den anderen vergleiche, hat Bayern München sicher eine Chance", sagte er. Noch ist allerdings völlig unklar, ob und wie die Saison in der Königsklasse weitergeht. Der Plan sieht die Wiederaufnahme im August vor - die Bayern hätten dann vor ihrem Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea (Hin: 3:0) über einen Monat Pause gehabt.

Bis dahin wollen sich die Münchner noch steigern. "Wir haben einige Szenen nicht gut ausgespielt", monierte Kapitän Manuel Neuer, Kimmich fand die zweite Hälfte in Dortmund "spielerisch nicht mehr top, das ist nicht so unser Anspruch". Da zumindest konnten ihm die Kollegen folgen.