Zusammenfassung

  • Im Test gegen Manchester United zeigen sich die Bayern in sehr guter Form

  • Trainer Kovac fordert seine Spieler in harten Trainingseinheiten

  • Beim Supercup gegen Frankfurt wollen die Münchner eine kleine Wiedergutmachung

München - Wenn am Sonntag der FC Bayern München im Supercup bei Eintracht Frankfurt antritt, liegen genau 85 Tage zwischen dem letzten Aufeinandertreffen beider Teams. Zeit genug, um bei den Bayern nach der 1:3-Niederlage im DFB-Pokalfinale wieder die Gier zu wecken. "Jeder, der bei uns spielt, ist titelhungrig", sagt Joshua Kimmich. "Wir haben natürlich noch eine Rechnung offen mit Frankfurt, auch wenn das das DFB-Pokalfinale nicht wiedergutmacht."

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Mit einem 1:0-Sieg im letzten Härtetest gegen den englischen Vizemeister Manchester United brachte sich der Rekordmeister für seine Titelmission schon einmal in Stellung. "Wenn wir am Sonntag so spielen, sollte es ein positives Ergebnis für den FC Bayern geben", war sich Thomas Müller nach dem Testspiel am Sonntag sicher.

"Besondere Konstellation" für Kovac

Der fünfte Erfolg der Bayern im DFL-Supercup wäre zugleich ein passendes Antrittsgeschenk für den neuen Trainer Niko Kovac - ausgerechnet an alter Wirkungsstätte in Frankfurt und nicht einmal drei Monate nachdem er die Eintracht im DFB-Pokal zum ersten Titel seit 30 Jahren geführt hatte. "Die Konstellation ist besonders. Der Trainer will unbedingt gewinnen. Und wir Spieler natürlich auch. Wir sind jetzt sehr hungrig auf Erfolgserlebnisse, gerade nach den letzten Monaten", sagt Nationalspieler Müller, der damit das frühe Aus bei der WM endgültig aus den Knochen schütteln will.

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Serge Gnabry ist beim FC Bayern auf einem sehr guten Weg
Serge Gnabry ist beim FC Bayern auf einem sehr guten Weg © imago / Peter Schatz

Die ganze Konzentration ist auf den Saisonstart des Deutschen Meisters gerichtet. Seit Anfang August trainiert das - bis auf Weltmeister Corentin Tolisso - komplette Team voll fokussiert im Trainingslager am Tegernsee. Worauf der neue Trainer Kovac dabei besonderen Wert legt, offenbarte die Partie gegen Manchester United. In einer 4-1-4-1-Grundordnung schickte der 46-Jährige eine erste Elf aufs Feld, die so auch gegen Frankfurt beginnen könnte oder zumindest eine Option wäre.

Neuzugang Gnabry punktet mit Vielseitigkeit

Kovac lege Wert darauf, "dass die Ordnung stimmt, das schnelle Umschalten", erklärte Kapitän Manuel Neuer. Wichtig sei, "dass wir hinten in Überzahl stehen und nichts anbrennen lassen. Und nach vorne finden wir auch Lösungen." Vor allem die defensive Absicherung nach Ballverlusten klappte hervorragend, Uniteds Konterspiel kam so überhaupt nicht zur Entfaltung, das Team von Jose Mourinho verzeichnete in 90 Minuten keinen einzigen gefährlichen Torschuss. Auch die schnelle Balleroberung nach Ballverlusten funktionierte. "Das Gegenpressing war sehr gut", lobte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

"Der Trainer will unbedingt gewinnen. Und wir Spieler natürlich auch. Wir sind jetzt sehr hungrig auf Erfolgserlebnisse, gerade nach den letzten Monaten." Thomas Müller

In der Offensive machte vor allem Neuzugang Serge Gnabry auf sich aufmerksam. Der in der Vorsaison an die TSG Hoffenheim verliehene Nationalspieler punktete in der Vorbereitung mit seiner Vielseitigkeit, lief während der USA-Reise auch schon mal als Rechtsverteidiger auf. Gegen ManUnited begann er als Sturmspitze, ließ sich aber immer wieder fallen, um so selbst mit seiner Schnelligkeit Torchancen zu kreieren. Nach Robert Lewandowskis Einwechslung rückte der 23-Jährige auf den Flügel.

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Hartes Training für Goretzka förderlich

Die taktische Flexibilität zeichnet auch den zweiten Neuzugang Leon Goretzka aus, der seine ersten 45 Minuten im Bayern-Trikot absolvieren durfte. Nominell auf der Acht beheimatet, suchte der Ex-Schalker immer wieder den Weg zum Tor, ein Treffer blieb ihm aber trotz guter Chancen vergönnt.

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Seine ersten Tage beim neuen Club beschrieb der gebürtige Bochumer als "gewöhnungsbedürftig". Vor allem die Länge der Trainingseinheiten, die unter Kovac gerne mal drei Stunden betragen und sich bei zwei Einheiten täglich auch mal auf bis zu sechs Stunden auf dem Trainingsplatz belaufen, bezeichnete Goretzka als "ungewohnt". "Das ist eine andere Philosophie, die aber für mich auch Sinn ergibt", sagte der 23-Jährige und betonte zugleich: "Das Training macht trotz der Dauer Spaß und ist intensiv." Die härteren Übungseinheiten kämen daher seiner Spielweise zugute.

FCB ist für die erste Prüfung gerüstet

Auch bei den Teamkollegen finden die neuen Methoden Anklang. "Es wird mehr auf die Grundlagenausdauer geachtet", sagt Kimmich. "Ich bin davon überzeugt, dass uns das während der Saison zugutekommen wird." Für die erste Prüfung im Supercup sehen sich die Münchner jedenfalls bestens gerüstet.

Aus München berichtet Maximilian Lotz