Arjen Robben leitete den wunderbaren Bayern-Abend ein - © © gettyimages / Alex Hassenstein
Arjen Robben leitete den wunderbaren Bayern-Abend ein - © © gettyimages / Alex Hassenstein
Bundesliga

Befreiungsschlag des FC Bayern: Mit neuem Mut in den Jahresendspurt

München - Es war ein Abend ganz nach dem Geschmack von Arjen Robben. "Ich fühle mich gut. Es war schön, es war ein gutes Spiel und so ein Abend macht Spaß", sagte der Flügelstürmer des FC Bayern München. Mit zwei Traumtoren eröffnete Robben die 5:1-Gala in der Champions League gegen Benfica Lissabon. Der langersehnte Befreiungsschlag brachte nicht nur das Achtelfinal-Ticket ein, sondern lässt die Bayern auch wieder optimistischer in die nächsten Spiele gehen.

Robben erzielt Jubiläumstreffer

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Für gute Stimmung sorgte Robben bereits in der Anfangsphase. Dank einer Energieleistung tankte er sich durch vier Verteidiger und schlenzte den Ball aus halbrechter Position unnachahmlich mit links in den linken Winkel. Der Evergreen "Der Arjen hat’s gemacht", der seinen Ursprung im Champions-League-Triumph 2013 hat, hallte anschließend intoniert von der stimmgewaltigen Südkurve minutenlang durch die Allianz Arena.

Und Robben war offensichtlich auf den Geschmack gekommen. Nach einer halben Stunde schloss er eine sehenswerte Kombination mit Thomas Müller mit einem ebenso gekonnten Schuss in den rechten Giebel ab. Es war zugleich das 450. Champions-League-Tor der Bayern, die in dieser Wertung nur Real Madrid und den FC Barcelona vor sich haben.

Video: Der Robben-Move in der Analyse

Robben: "Da muss man Größe zeigen"

Viel wichtiger als solche Jubiläen war Robben hinterher die Art und Weise des Auftretens seiner Mannschaft. Die zuletzt in der Bundesliga in vier Heimspielen in Folge sieglose Bayern-Elf zeigte sich von der ersten Minute an offensivfreudig und kombinationssicher und schüttelte damit erfolgreich die Enttäuschung des Unentschiedens gegen Fortuna Düsseldorf aus den Knochen.

"Wenn du in so einer schlechten Phase bist, ist das wie in einem schlechten Film. Nach dem 3:3 konnte keiner glauben, dass es passiert ist. Da muss man Größe zeigen, miteinander aufstehen und weitergehen", erklärte Robben. "So ein Spiel ist genau das, was wir brauchen - und was wir aber auch können. Wir müssen das halt über längere Zeit bestätigen."

Auch der zweite Doppeltorschütze des Abends bewertete die Leistung als Schritt in die richtige Richtung, mit Blick auf die kommenden Wochen sah Robert Lewandowski aber weiterhin noch Verbesserungspotenzial. "Wir müssen schauen, was wir noch nicht perfekt haben, um dann auch wieder in der Bundesliga unseren Fußball zu zeigen", sagte der Torjäger. "Die Konter zu verhindern, war noch nicht perfekt. Wir müssen schauen, dass wir offensiv und defensiv gut spielen."

Video: Zehn Jahre Thomas Müller in der Bundesliga

Veränderte Grundordnung sorgt für mehr Stabilität

In einer veränderten taktischen Grundordnung mit den beiden Sechserns Joshua Kimmich und Leon Goretzka wirkte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac in der Absicherung nach hinten stabiler als in den Wochen zuvor. Im Umschaltspiel Richtung Offensive schaffte Müller als hängende Spitze wertvolle Räume und auf den Flügeln wirbelten Robben und Franck Ribery, der den Schlusspunkt zum 5:1 markierte, wie in besten Tagen.

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Aber Robben wollte den Erfolg auch nicht überbewerten. "Das war nur ein Spiel. Wenn du am Samstag nicht gewinnst, ist wieder Unruhe", sagte der 34-Jährige und forderte: "Wir müssen dafür sorgen, dass es so lange wie möglich ruhig bleibt." Daher wollen die Bayern am Samstag mit einem Sieg bei Werder Bremen nachlegen, um auch in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Video: Die fünf schönsten Tore von "Robbery"

Lewandowski gibt sich kämpferisch

Und um den Anschluss an die Spitzengruppe wieder herzustellen. "Wir sind in keiner guten Situation, aber wir haben noch ein paar Spiele in der Bundesliga", analysierte Lewandowski die Tabellensituation.

Trotz aktuell neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund sei es zu früh, den Titel bereits abzuschreiben. "Wir versuchen, alle Spiele bis zur Winterpause zu gewinnen und dann schauen wir wie die Tabelle aussieht", formulierte Lewandowski eine Kampfansage. In der Winterpause könne man dann alles aufarbeiten. "Und in der Rückrunde kann immer alles passieren."

Aus München berichtet Maximilian Lotz