Leverkusen - Der FC Bayern München präsentierte sich beim Bundesliga-Topspiel bei Bayer 04 Leverkusen in starker Form. Doch trotz eines klaren Chancenplus' kam der Rekordmeister nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Jetzt gilt alle Konzentration dem Spiel in der Champions League bei Real Madrid.

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Die Bayern entledigten sich der Pflichtaufgabe in der ausverkauften BayArena gewissenhaft und professionell. Die auf fünf Positionen neuformierte Mannschaft von Carlo Ancelotti hatte die Werkself total im Griff, konnte die Überlegenheit allerdings nicht in einen Sieg ummünzen. Die Partie lief nach dem gleichen Schema der letzten Begegnungen in Leverkusen ab, wo der Tabellenführer nun schon seit immerhin vier Spielen auf einen Dreier wartet und in den letzten drei Aufeinandertreffen auch ohne Tor blieb.

Nur noch drei Siege

Viel mehr als eine Randnotiz war der Auftritt am Rhein für die Bayern allerdings auch nicht. In den restlichen sechs Bundesliga-Spielen benötigt das Starensemble von der Isar noch drei Siege, dann ist die fünfte Meisterschaft in Folge eingetütet. Wichtig war in Leverkusen vor allem, dass die eingesetzten Spieler unverletzt aus dem Spiel kamen und das Lazarett der Münchner vor dem Viertelfinal-Rückspiel bei Real Madrid in der Champions League nicht größer wurde.

"Mit Selbstvertrauen spielen"

"Unsere Leistung war gut", befand Ancelotti. "Wir haben uns einige Chancen erspielt. Wir haben am Dienstag in Madrid die Möglichkeit weiterzukommen und können mit Selbstvertrauen spielen. Außerdem bin ich sehr optimistisch, dass von den Verletzten Robert Lewandowski in Madrid spielen kann." Die Vollstreckerqualitäten ihres Superstars fehlten den Bayern in Leverkusen enorm. Auf seiner rechtzeitigen Genesung ruhen nun viele Hoffnungen.

"Robert ist ein wichtiger Spieler für uns", sagt David Alaba. "Es ist kein Geheimnis, dass er Qualitäten mitbringt, die nicht viele Stürmer besitzen. Es wäre gut, wenn er fit wäre." David Alaba kann aber beruhigt sein: Am Sonntagabend gab Robert Lewandowski grünes Licht für die Partie in Madrid. Der Torjäger wird am Dienstagabend auflaufen.

Das ist besonders wichtig, denn in Madrid müssen die Bayern in jedem Fall mindestens zwei Tore schießen und gewinnen, um nach der 1:2-Heimniederlage im Hinspiel doch noch ins Halbfinale einzuziehen. In der Bundesliga warten sie nun auswärts seit immerhin schon 207 Minuten auf einen Treffer. Im letzten Auswärtsspiel in der Champions League schnürten sie dagegen beim FC Arsenal einen schönen Fünferpack zum 5:1. Das sollte Mut machen.

Überhaupt geben sich die Münchener vor der Herkulesaufgabe in Madrid verhalten optimistisch. "Wir sind eine Mannschaft, die es schaffen kann", sagt David Alaba. "Die Möglichkeit ist immer noch da, eine Runde weiterzukommen", bekräftigt auch Kapitän Philipp Lahm, der aber auch zugibt: "Wir haben keine gute Ausgangslage und sind jetzt der Außenseiter. Aber wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir in der Champions League auch auswärts gewinnen können."

Hinspiel lässt Robben hoffen

Im Bernabeu-Stadion geht es darum, die nötige Balance aus Risiko und Absicherung zu finden. "Wir haben 90 Minuten Zeit und müssen nicht in den ersten zehn Minuten ein Tor schießen", mahnt Philipp Lahm an, es nicht gleich mit der Brechstange zu versuchen. Das Erfolgsrezept von Arjen Robben für den Coup von Madrid lautet: "Die erste Chance am Dienstag muss ein Tor sein."

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Hoffnung schöpft der Niederländer aus dem Hinspiel. "In der ersten Halbzeit haben wir in München ein ziemlich gutes Spiel gemacht", meint Robben. "Ich hatte das Gefühl, dass wir die bessere Mannschaft waren." Dann kamen die Tiefschläge, erst der verschossene Elfmeter von Arturo Vidal, danach der Platzverweis für Javi Martinez. "Dann war es ein anderes Spiel."

Tobias Gonscherowski