In Top-Form: Goretzka traf zur Führung, Lewandowski köpfte eine Coman-Flanke ins Tor - © FC Bayern München
In Top-Form: Goretzka traf zur Führung, Lewandowski köpfte eine Coman-Flanke ins Tor - © FC Bayern München
bundesliga

FC Bayern nach Tor-Party heiß auf den Klassiker gegen Borussia Dortmund

Der FC Bayern wackelt beim 5:2 gegen Frankfurt nur kurz und wähnt sich bereit für den Liga-Gipfel in Dortmund. Dort könnte der Rekordmeister für eine Vorentscheidung im Titelkampf sorgen.

Franz Beckenbauer dürfte bei einem seiner seltenen Besuche in der Allianz Arena zwischenzeitlich ins Schwitzen gekommen sein. Doch am Ende eines turbulenten Abends war auch der Ehrenpräsident erleichtert. Sein FC Bayern München habe sich bei der Generalprobe für den Liga-Gipfel bei Borussia Dortmund trotz kurzer Schwächephase "in sehr starker Verfassung" präsentiert, sagte der "Kaiser" nach dem 5:2 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt bei Sport1. Ergo: Der Rekordmeister ist bereit für das Schlüsselspiel im Titelkampf am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) beim BVB.

>>> Saison-Endspurt: Das Restprogramm aller Clubs

"Wir haben jetzt eine Position der Stärke", meinte Trainer Hansi Flick angesichts der weiter vier Punkte Vorsprung des Tabellenführers auf den schärfsten Herausforderer. Und diese gelte es in diesem "besonderen" Duell zweier "sehr guter Mannschaften" zu verteidigen, forderte er. "Wir werden alle heiß sein", versprach Leon Goretzka im ZDF, Vorlagen-König Thomas Müller sekundierte bei Sky: "Wir werden zeigen, dass wir auch ohne Zuschauer extrem leidenschaftlich Fußball spielen können. Wir marschieren, Dortmund marschiert - da können wir uns freuen auf Dienstag."

Vorher gibt es in München allerdings Gesprächsbedarf. Flick "ärgerte" sich über den "kleinen Wackler" mit den Gegentoren durch Standard-Schreck Martin Hinteregger (52./55.). "Da müssen wir ganz klar drüber sprechen, das geht nicht", sagte Goretzka und fügte mit Blick auf Dortmund hinzu: "Das müssen wir dringend abstellen!" Flick kündigte an, er werde das Thema Standards vor dem Gipfel noch einmal anpacken.

>>> Zum Spielbericht: Bayern triumphiert gegen Frankfurt

Doch den Dortmunder Analysten dürfte nicht verborgen geblieben sein, dass die Bayern nicht nur in diesen "schlechten fünf Minuten" (Müller) kleinere Mängel offenbarten. Flick monierte, ihm habe bisweilen die Balance gefehlt. "Bei der Qualität, die wir haben, wünsche ich mir, dass wir mehr Ballbesitz haben", sagte er, "da können und müssen wir uns ein bisschen steigern." Müller sah "im Spiel nach vorne einige Ungenauigkeiten".

>>> Was verpasst? #FCBSGE zum Nachlesen im Liveticker

Doch das war Kritik auf hohem Niveau, Flicks Pressingmaschine lief 50 Minuten lang auf Hochtouren. Aus einer starken Mannschaft hob der Coach Abwehrchef David Alaba ("große Klasse") und Antreiber Müller ("besetzt die Räume sehr intelligent") noch heraus.

Typisch Müller: Nach seiner Vorlage zum 1:0 erhöht der Ur-Bayer noch vor der Pause selbst zum 2:0 - Pool/Andreas Gebert/Pool via Getty Im

Müller bereitete Goretzkas Führung (17.) mit seinem 17. Assist vor und stellte damit - wie BVB-Youngster Jadon Sancho in Wolfsburg - den Bundesliga-Rekord von Kevin De Bruyne ein. Müller selbst (41.) und Top-Torjäger Robert Lewandowski (46.) mit seinem 27. Saisontor legten nach, und als die Bayern später zu knacken schienen, "haben sie einfach wieder einen Gang höher geschaltet", wie Hinteregger resigniert feststellte.

>>> Spielschema, Statistiken und Aufstellungen zu #FCBSGE

Der Treffer von Alphonso Davies (61.) und ein Eigentor von Hinteregger (74.) ließen auch Ehrengast Beckenbauer wieder ruhiger sitzen. Der "Kaiser" sprach danach anerkennend von einem "hervorragenden Fußballspiel. Kompliment an beide Mannschaften, das war wirklich sehr, sehr guter Fußball." Wegen Dortmund mache er sich "überhaupt keine Sorgen", betonte denn auch Goretzka in bester "Mia san mia"-Manier: "Wir werden zu hundert Prozent da sein."

>>> Rekorde, Jubiläen, Kurioses: Der 27. Spieltag in Zahlen

Dass im Signal Iduna Park nicht der gewohnte, mit über 80.000 fanatischen Anhängern besetzte Hexenkessel wartet, müsse kein Vorteil sein, behauptete Müller. "Es wäre uns absolut lieber, wenn das Stadion kochen würde", sagte er. Doch ob mit oder ohne Fans: Am Ende wollen die Gäste "mit einem Lächeln aus dem Stadion fahren", wie der Ur-Bayer betonte.