Köln -  Als Reaktion auf die anhaltende Verletzungsmisere zahlreichen Schlüsselspieler holt der FC Bayern München einen Weltstar: Xabi Alonso (32) kommt von Champions-League-Sieger Real Madrid.

Sportvorstand Matthias Sammer schien am Donnerstag beinahe zu platzen vor Stolz, als er über die Verpflichtung des Welt- und Europameisters sprach. Sammer musste sich zügeln, ein paar Meter links von ihm saß schließlich Mehdi Benatia, der Neuzugang vom AS Rom, der gerade versichert hatte: "Der FC Bayern ist der beste Club der Welt".

Sammer machte klar, dass auch Alonso eine Reaktion auf die Ausfälle von Javi Martinez, Thiago und Bastian Schweinsteiger sei. "Wir haben in den letzten Tagen sehr intensive Gespräche geführt. Alonso ist für die Mannschaft nötig, um den Ansprüchen der Fans und des Klubs gerecht zu werden. Er wird uns sofort helfen, um unsere Qualität anzuheben", sagte er.

Grundsätzliche Einigung mit Alonso

Die Verpflichtung von Benatia (27) und nun Alonso gebe ihm das Gefühl, dass der FC Bayern nun "sehr, sehr gut aufgestellt ist", betonte der erkennbar erfreute Sammer. Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen ergänzte, der FC Bayern sei sich mit Alonso grundsätzlich einig - mit Real Madrid seien nun noch Details wie die Ablösesumme zu klären. In "ein, zwei Tagen" werde wohl alles klar sein.

Über die mögliche Vertragslaufzeit machten die Münchner keine Angaben. An der Qualität von Alonso, der bereits 2005 an der Seite von Didi Hamann mit dem FC Liverpool die Champions League gewonnen hatte, gibt es nach Angaben von Sammer jedoch keinen Zweifel. Alonso könne noch "mindestens zwei Jahre auf höchstem Niveau spielen", sei also eine perspektivische Verpflichtung.

Alonso hatte erst im Januar verlängert

Die Verpflichtung ist ein Coup: Der gebürtige Baske Alonso war über Jahre hinweg eine zentrale Figur bei den Titelgewinnen der spanischen Nationalmannschaft und nach seinem Wechsel 2009 von Liverpool zu Real Madrid auch bei den Königlichen. Das Geld für ihn haben die Münchner, unter anderem durch den Verkauf von Toni Kroos - an Real Madrid.

Alonso hatte erst am 8. Januar seinen Vertrag bei Real bis 2016 verlängert. Am Mittwoch aber bat er Reals Präsident Florentino Perez um die Freigabe. Zuvor, berichten spanische Medien, habe er einen überzeugenden Anruf von Pep Guardiola erhalten. Der Trainer des FC Bayern hatte sich zuvor schon für den Transfer von Benatia stark gemacht.

Benatia hilft den Bayern

Mit der Verpflichtung von Benatia und des mittlerweile fünften Spaniers glaubt sich der FC Bayern gut aufgestellt für die neue Saison. Was Alonso kann, das weiß die Welt - und über Benatia sagte Sammer: "Wir haben einen Typen zu uns geholt, der uns mit seinem Charakter, aber vor allem auch mit seinen sportlichen Qualitäten hilft."

Benatia sei "robust", gleichzeitig aber "ordentlich schnell und beweglich" und habe ein "sauberes Passspiel", sagte Sammer. Und wenn einen der FC Bayern anrufe, ergänzte der Innenverteidiger, "ist es sehr schwer", dem FC Bayern abzusagen: "Der FC Bayern hat einen sehr guten Ruf, für einen Spieler ist es das Maximum hier zu spielen." So sieht das nun auch Xabi Alonso.

SID