Augsburg - Das Mitmischen im Konzert der Großen macht dem "kleinen" FC Augsburg derzeit sichtlich Spaß. Nach dem 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV strahlten die Verantwortlichen des FCA in der Mixed Zone um die Wette - besonders beim Blick auf die Tabelle.

"Wir schauen uns die Tabelle gerne an, das ist ein wunderbarer Moment", sagte Trainer Markus Weinzierl und lächelte zufrieden. Sein Team grüßt nach dem dritten Sieg in Serie von Platz 4 und lässt sich selbst von Rückständen nicht aus der Bahn werfen. "Jeder Spieler hat diesen Siegeswillen, auch nach einem unglücklichen 0:1 in der 45. Minute zurückzukommen", erklärte der 39-Jährige.

In der Halbzeit wurde es laut

In der Pause fand der Coach offenbar die richtigen Worte, um seine Mannschaft wachzurütteln. "Der Trainer war laut in der Halbzeit, aber das war wichtig, wir brauchen das", sagte Nikola Djurdjic. Der 28-Jährige kam bereits nach zwölf Minuten für den verletzten Tim Matavz in die Partie. "Niko war viel in Bewegung und hat die Bälle gut festgemacht", sagte Manager Stefan Reuter. "Er hat viel dazu beigetragen, dass wir spielerisch besser geworden sind."

Und er war unmittelbar an Halil Altintops Ausgleichstreffer kurz nach Wiederbeginn beteiligt. "Eigentlich muss ich das Tor machen", sagte der Stürmer, der im Sommer aus Fürth kam und noch auf seinen ersten Treffer für die Augsburger wartet. Einen richtigen Knipser sucht man beim FCA vergebens. Der beste Torschütze ist Kapitän Paul Verhaegh, der gegen den HSV schon seinen fünften Elfmeter in dieser Saison verwandelte. Das Toreschießen ist ansonsten auf viele Schultern verteilt.

Tore mit Sieggarantie

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Altintop erzielte erst seinen zweiten Treffer in dieser Saison, doch seine Tore sind für die Augsburger besonders wertvoll: Alle zehn Bundesliga-Partien, in denen Altintop für den FCA traf, wurden gewonnen. "Es ist schön, wenn man selber trifft, aber das ist nicht wichtig", betonte der 31-Jährige. "Wichtig ist, dass wir weiter arbeiten. Wir spielen einen ganz ansehnlichen Fußball, das macht den Leuten da draußen Spaß." Und lässt die Fans, die noch lange nach Schlusspfiff im Stadion feierten, von mehr träumen.

Mit dem fünften Heimsieg in Serie stellten die Augsburger zudem einen neuen Vereinsrekord auf. "Wenn wir das nächste Heimspiel gegen Bayern gewinnen, werden wir Meister", witzelte Altintop, wurde aber sogleich wieder ernst. "Wir können uns nicht hinstellen und sagen, unser Ziel seien die internationalen Plätze", erklärte er.

"Wir bleiben bodenständig"

Trotz der tollen Tabellenposition verliert bei den Fuggerstädtern niemand die Bodenhaftung. "Wir wissen wie eng diese Liga ist", stellt Trainer Weinzierl fest. Neun Punkte beträgt aktuell der Vorsprung auf die Abstiegsränge. "Wir können über andere Dinge nachdenken, nachdem wir die Klasse gehalten haben", pflichtet Manager Reuter seinem Trainer bei.

In seinem vierten Jahr in der Bundesliga ist der FCA auf bestem Weg, sein Ziel bereits frühzeitig zu erreichen und den achten Platz der Vorsaison womöglich noch zu übertreffen.  Trotzdem bleibt sich das Team treu. "Es hebt sich keiner hervor, jeder ordnet sich dem Erfolg unter. Das ist seit Jahren hier der Fall", weiß Altintop. "Obwohl wir auf so einem guten Weg sind, bleiben wir bodenständig und arbeiten weiter. Das macht den FC Augsburg aus." Und das Lächeln beim Blick auf die Tabelle.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz