Enttäuschung beim FC Augsburg nach Schlusspfiff in Berlin, zumal es quasi bis zum Ende nach einem torlosen Remis aussah
Enttäuschung beim FC Augsburg nach Schlusspfiff in Berlin, zumal es quasi bis zum Ende nach einem torlosen Remis aussah
Bundesliga

Augsburger Ärger: ohne Punkte aus Berlin zurück

Berlin - Am Ende hatten sie doch noch ein Spiel verloren, das eigentlich nicht zu verlieren war. "Es war ein typisches 0:0-Spiel, aber nach einem Einwurf ein Gegentor zu bekommen ist einfach ärgerlich", zog Augsburgs Innenverteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker direkt nach dem 0:1 in Berlin ein erstes Fazit.

Baier: "Keine Krise"

"Wir haben positiven Druck, weil wir jedes Spiel gewinnen wollen", hatte FCA-Coach Markus Weinzierl vor der Partie noch gesagt, Hertha hingegen habe "negativen Druck, weil sie im Keller stehen und zu Hause dringend punkten müssen." Allein diese durchaus korrekte Beschreibung der Lage sollte den Fuggerstädter aber Anlass geben, sich nach der Last-Minute-Niederlage nicht zu sehr zu grämen.

Nun waren die bayerischen Schwaben als Tabellenfünfter in die Hauptstadt gereist und galten trotz ihrer Verletztenmisere als Favorit gegen eine Hertha, die sage und schreibe 14 Punkte weniger auf dem Konto hatte. Und so verlief die Partie ja auch: Die Hausherren standen hinten drin und lauerten auf Konter, während Augsburg das Spiel machte - aber vorne nicht durchkam. Der vom Winter arg ramponierte Rasen im Berliner Olympiastadion machte die Aufgabe für die Fuggerstädter nicht einfacher.

Augsburg hat jetzt seit vier Spielen nicht mehr gewonnen - macht sich da Angst vor einem Negativlauf breit? "Nein", sagt Daniel Baier. "Wir haben zwei Spiele auswärts verloren - bei gut aufgelegten Bremern und jetzt in Berlin." Der FCA-Kapitän verweist zum einen auf die Hinrunde, wo sein Team nach den ersten sechs Partien nur einen Zähler mehr hatte als jetzt in der Rückrunde. Zum anderen sind die Fuggerstädter daheim seit Mitte Dezember ungeschlagen. "Von daher haben wir keine Krise", betont der Routinier.

Viele Ausfälle beim FC Augsburg

Baier sagt aber auch: "Wir wollen Spiele gewinnen" und das habe sein Team in Berlin verpasst, weil es nicht zu hundert Prozent nach vorne gespielt und hinten dann den einen entscheidenden Fehler begangen habe. Nur bedingt wollte der Mittelfeldmann dabei gelten lassen, dass sein Team personell derzeit auf dem Zahnfleisch geht: Mehr als ein halbes Dutzend Spieler fielen zuletzt aus. Vor der Partie in Berlin war kurzfristig noch Nikola Djurdjic erkrankt, so dass auf der FCA-Bank sogar ein Platz frei blieb. "Wir haben in den letzten Wochen viele Jungs reingebracht, die das Spiel belebt haben", meint Baier. Auch Markus Weinzierl wollte die Verletztenmisere nicht gelten lassen: "Daran hat es nicht gelegen."

Nächsten Samstag geht es gegen den Tabellenzweiten aus Wolfsburg. Da sind die Rollen aus Augsburger Sicht anders verteilt: Der VfL ist klarer Favorit, während es der FCA diesmal aus der Position des Underdogs heraus erneut mit dem Konzept "positiver Druck" probieren wird. "Das ist ein neues Spiel, da geht es wieder bei Null los", schaut Callsen-Bracker voraus und sieht vor allem den Heimvorteil: "Wir sind heimstark und deswegen freuen wir uns auf das Spiel."

Viel Respekt vor nächstem Gegner Wolfsburg

Marwin Hitz weiß um die Stärken der Wolfsburger: "Das ist eine richtig gute Mannschaft, die einen Lauf hat." Aber auch der Schweizer Keeper sagt mit Blick auf die Partie gegen seinen Ex-Club: "Das Spiel beginnt bei Null und es ist ein Heimspiel - da versuchen wir natürlich wieder, etwas mitzunehmen." Dennoch plädiert der 27-Jährige für eine realistische Einschätzung: "Nachdem wir zwei Punkte aus den letzten vier Spielen geholt haben, brauchen wir sicher nicht über den Europapokal zu reden."

Aus Berlin berichtet André Anchuelo