London - Man merkte Marcel Schmelzer gegen Arsenal London die fehlende Spielpraxis an. Seit dem Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV Anfang Oktober stand der Linksverteidiger in einem Pflichtspiel nicht mehr auf dem Platz. Gegen die flinken Engländer kam er, genau wie seine Mitspieler, häufig den entscheidenden Schritt zu spät. So war die 0:2-Niederlage letztlich auch nicht unverdient.

Im Interview nach dem Spiel analysiert Schmelzer die Gründe für die Pleite, sagt was besser werden muss und gibt einen Ausblick auf die kommende Partie in am Sonntag in Frankfurt.

bundesliga.de: Herr Schmelzer, war der erste Gegentreffer schon die entscheidende Szene der Partie?

Marcel Schmelzer: Wir wussten, dass Arsenal von Beginn an Druck ausüben würde. Aber wir konnte den frühen Rückstand dennoch nicht verhindern. Danach wurde es schwierig. Man kann leider noch nicht mal sagen, dass wir dann zurückgekommen sind.

bundesliga.de: Warum ist das nicht gelungen?

Schmelzer: Wir haben uns nach dem ersten Gegentreffer sehr schwer getan. Zwar hatten wir auch noch zwei, drei gute Chancen, und mit ein wenig Glück hätten wir auch noch den Anschlusstreffer erzielen können, aber im Endeffekt war das kein gutes Spiel von uns. Denn wir haben es nicht geschafft, den Ball in der vordersten Linie zu halten, festzumachen und in die Schnittstellen zu spielen. Da half der viele Ballbesitz im Mittelfeld auch nicht.

"In Frankfurt alles raushauen"

bundesliga.de: Was muss sich jetzt ändern?

Schmelzer: Es ist jetzt an der Zeit, dass wir wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden. Wir haben gegen Gladbach gezeigt, dass wir es können. Wir müssen es aber endlich wieder auf den Platz bringen. Wir müssen uns alle zusammenreißen, dass wir mit drei Punkten aus Frankfurt zurückkehren.

bundesliga.de: Welche Lehren ziehen Sie aus dem Spiel in London?

Schmelzer: Wir müssen von Beginn an konzentriert zu Werke gehen und dürfen uns nicht wie gegen Arsenal überrumpeln lassen. Wir werden diese Partie aber genau analysieren und uns dann fokussiert auf das Spiel in Frankfurt vorbereiten.

bundesliga.de: Für Sie war es der erste Einsatz seit Anfang Oktober. Wie fühlt sich das an, endlich wieder dabei zu sein?

Schmelzer: Ich habe mich natürlich gefreut, mal wieder zu spielen, um langsam wieder in den Rhythmus zu kommen.

bundesliga.de: Wenn eine Saison im Vergleich zu den Vorjahren so schlecht läuft, sehnt man sich da schon ein wenig der Weihnachtspause entgegen?

Schmelzer: Nein, das wäre der falsche Ansatz. Wir müssen uns zusammenraufen und in Frankfurt nun 90 oder 95 Minuten alles raushauen, um die drei Punkte einzufahren.

 

Das Gespräch führte Michael Reis