München - Der englische Rekordmeister Manchester United und der spanische Champion FC Barcelona sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und haben das Halbfinale in der Champions League erreicht.

Manchester reichte im zweiten Teil des "Battle of Britain" gegen den englischen Double-Sieger FC Chelsea ein 2:1 (1:0), um sich nach dem 1:0 im Viertelfinal-Hinspiel zum vierten Mal in fünf Jahren für die Runde der letzten Vier zu qualifizieren. Dort wäre Schalke 04 der Gegner, wenn sich die "Königsblauen" am Mittwoch nach dem 5:2-Hinspielsieg gegen Titelverteidiger Inter Mailand durchsetzen.

Spanisches Traum-Halbfinale winkt

Barcelona löste die Pflichtaufgabe nach dem 5:1-Triumph im Hinspiel beim ukrainischen Meister Schachtjor Donezk ohne Probleme und gewann mit 1:0 (1:0). Im Halbfinale wartet auf Barcelona wohl der Erzrivale Real Madrid, der mit einem 4:0-Vorsprung am Mittwoch zum Rückspiel bei Tottenham Hotspur gastiert. Damit würde der "Clasico" seine Fortsetzung finden. Zunächst muss Barca am Samstag in der Liga und vier Tage später im Finale um den nationalen Pokal gegen die Königlichen antreten.

Javier Hernandez, genannt Chicharito (die kleine Erbse), brachte United vor 75.000 Zuschauern im Stadion Old Trafford mit seinem schon vierten Treffer im laufenden Wettbewerb in Führung (43.). Es war dass 500. Europacup-Tor in der Vereinsgeschichte. Für den Ausgleich sorgte der eingewechselte Didier Drogba (77.), bevor Park Ji-Sung nur Sekunden später (77.) für ManUnited endgültig alles klar machte. Sieben Minuten zuvor hatte Chelseas Ramires wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen.

Guter Beginn der "Blues"

Dabei hatte Chelsea trotz der schweren Aufgabe gut begonnen. Erst zweimal in der Geschichte der Champions League kam eine Mannschaft nach einer Heimniederlage im Hinspiel eines K.o.-Duells noch weiter, ManUnited dagegen erreichte nach jedem seiner zuvor 16 Auswärtserfolge im Europacup die nächste Runde.

Chelsea erspielte sich bald gute Chancen. Torres verfehlte das Tor per Kopf nach einer Flanke von Anelka (12.), der Franzose selbst verpasste aus 16 Metern (14.). Nach einem sehenswerten Solo von Florent Malouda brachte Frank Lampard aus elf Metern freistehend nur einen Rückpass zustande (15.). Erneut Anelka vergab aus 18 Metern (22.). United kam durch Ryan Giggs und Wayne Rooney zu Torschüssen, ehe Javier Hernandez nach einer Rooney-Flanke traf (27.). Schiedsrichter Olegario Benquerenca (Portugal) erkannte jedoch auf Abseits. Zwei Minuten vor der Pause war es wieder knapp, doch Hernandez war diesmal sicher nicht im Abseits, als er den Ball nach einer Flanke von Giggs über die Linie grätschte.

Messi trifft zum neunten Mal

Den einzigen Treffer für Barcelona erzielte vor 50.000 Zuschauern Weltfußballer Lionel Messi (43.). Es war das neunte Treffer des Argentiniers im laufenden Wettbewerb, womit er die Torschützenliste allein vor dem Mailänder Samuel Eto'o (8 Tore) anführt. Messi beendete zugleich die Heimserie von Donezk, das zuvor in 15 Europapokalspielen vor eigenem Publikum ungeschlagen geblieben war.

Das Star-Ensemble aus Barcelona schien sich schon im Gedanken beim vorentscheidenden Duell um den spanischen Meistertitel am Samstag gegen Real zu sein, denn das Team von Trainer Josep Guardiola erlaubte den Gastgebern überraschend viel Spielraum, ohne selbst die Initiative in der Offensive zu ergreifen. Der erste Torschuss der Iberer wurde in der 22. Minute registriert. Umso gefährlicher präsentierte sich zunächst Donezk.

Donezk nach der Pause zu harmlos

Ohne ihren Mittelfeldstar Andres Iniesta fand Barcelona erst nach rund 20 Minuten zun seinem gewohnten Komnbinationsfluss, doch die erste hochkarätige Torchance vergab Messi (31.), der Torhüter Andrej Pjatow allzu lässig überlupfen wollte. Besser machte es der Ausnahme-Fußballer in der 43. Minute, als er die ukrainische Abwehr austanzte und seine Schusschance zum 1:0 nutzte.

Messis Tor unmittmittelbar vor dem Halbzeitpfiff des deutschen Schiedsrichters Florian Meyer (Burgdorf) zeigte bei den Gastgebern Wirkung. Ihre Angriffe nach dem Wiederanpfiff gegen ungewohnt defensive Spanier wirkten halbherzig, viele Ballverluste spielten Barca in die Karten.