Offenbach/Koblenz - Frost, Eis und Schnee hatten den beiden Stadien Bieberer Berg und Oberwerth kurz vor Weihnachten so mächtig zugesetzt, dass erst jetzt in den beiden Nachholspielen zwischen den Kickers Offenbach und dem 1. FC Nürnberg sowie der Tus Koblenz und dem 1. FC Kaiserslautern (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) die letzten Viertelfinalisten im DFB-Pokal ermittelt werden. Und wie immer in diesem Wettbewerb bergen die Duelle zwischen Drittligisten und Bundesliga-Clubs viel Brisanz - den Außenseitern winken Ruhm und Geld, die Favoriten droht eine Blamage.

Offenbach ist als Pokalschreck mit Siegen gegen Dortmund und Bochum keineswegs zu unterschätzen. Für "Club"-Trainer Trainer Dieter Hecking, der weiterhin auf Albert Bunjaku, Per Nilsson, Ilkay Gündogan und Mike Frantz verzichten muss, gilt es, "gegen einen tief stehenden und kampfstarken Gegner die Runde zu überstehen."

"Sieg wäre wieder ein Fußball-Wunder"

"Die Kickers stehen vor der historischen Chance ins Viertelfinale einzuziehen", sagt Offenbachs Sportchef Andreas Möller. Der Einzug in die nächste Runde würde den Kickers, die in der 2. Hauptrunde Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen hatten, frische Einnahmen in die Kasse spülen. Zudem wartet im Viertelfinale in Vizemeister Schalke 04 bereits der nächste Hochkaräter - und ein weiterer Ex-Club Möllers.

Doch der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996 bremst die Euphorie. "Als Drittligist sind wir gegen einen Bundesligisten ganz eindeutig Außenseiter. Nürnberg ist eine etablierte Bundesliga-Mannschaft. Wenn wir gewinnen sollten, wäre das wieder ein Fußball-Wunder. Dafür müssten unsere Jungs wieder über sich hinaus wachsen, wie schon gegen Borussia Dortmund", erklärte Möller.

Der 43-Jährige sieht die Partie gegen den Bundesliga-Zwölften zwar als "große Herausforderung für unseren ganzen Verein", der Dritte der 3. Liga hat laut Möller aber eigentlich ein anderes Ziel vor Augen. "Wir wollen in die 2. Bundesliga kommen. Das ist eine unheimlich schwierige Aufgabe", sagte der Sportchef, der seinen Schützlingen aber dennoch eine Überraschung zutraut: "Nervosität habe ich nicht ausmachen können, dafür sehr viel Willen und Konzentration."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Offenbach: Wulnikowski - Huber, Kopilas, Stadel, Teixeira - Damahou, Haas - Lamprecht, Feldhahn, Da Costa - Occean

Nürnberg: Schäfer - Judt, Wollscheid, Wolf, Pinola - Simons - Hegeler, Ekici, Cohen, Eigler - Schieber


TuS Koblenz - 1. FC Kaiserslautern

Etwa 7.000 FCK-Anhänger wollen mit ihren "Roten Teufeln" im rheinland-pfälzischen Derby in Koblenz den Einzug ins Viertelfinale feiern. Wobei Christian Tiffert sogar schon einen Schritt weiter denkt. "Ich war noch niemals im DFB-Pokal-Halbfinale. Mit zwei Siegen könnten wir das erreichen", sagt der Regisseur, warnt aber gleichzeitig: "Uns erwartet ein schwieriges Spiel. Ähnlich wie die Kölner wird Koblenz viel verteidigen und auf Konter lauern. Aber wir werden unser Spiel machen und wollen dafür sorgen, dass die Fans eine angenehme Heimreise haben und schon ein wenig von Berlin träumen können", erklärte Tiffert.

Mit viel Willen möchte Koblenz hingegen für eine Sensation sorgen. "Lautern hat auch nur elf Leute auf dem Platz. Es wird auf mannschaftliche Geschlossenheit ankommen - und die werden wir haben", erklärte TuS-Trainer Petrik Sander, dessen Schützlinge in der 2. Runde Hertha BSC besiegt haben. Hilfreich zur Seite könnte den Koblenzern der tiefe Boden im heimischen Oberwerthstadion stehen. "Es muss ja kein Nachteil sein, dass der Platz nicht so gut in Schuss ist", sagte Profi Michael Stahl, dessen Tor aus 61 Metern gegen Berlin in der Auswahl zum Tor des Jahres 2010 steht.

Lautern ist sich der Favoritenrolle bewusst

Die Lauterer wollen allerdings weder die Platzverhältnisse noch die Kampfkraft des Gegners als Entschuldigung für eine mögliche Niederlage gelten lassen. Für die Pfälzer zählt nur ein Sieg, damit es im Viertelfinale beim MSV Duisburg zum Wiedersehen mit Ex-Coach Milan Sasic kommt. "Wir sind uns der Favoritenrolle bewusst und nehmen diese auch an. Ohne überheblich sein zu wollen, glaube ich, dass wir über eine höhere Qualität als der Gegner verfügen", sagte FCK-Trainer Marco Kurz.

"Wir sind froh, dass wir im Pokal noch vertreten sind", erklärt auch Chefcoach Marco Kurz. Wie sein Spieler betont der Trainer der Roten Teufel die Chancen, die der DFB-Pokal und ein möglicher Einzug ins Viertelfinale bieten. "Koblenz wird kompakt auftreten, aber wir haben mehr Qualität und müssen mit allen Mitteln dagegenhalten", so Kurz. Dem Coach steht nahezu der komplette Kader zur Verfügung, so dass es Wechsel in der Startelf geben wird. Neben Tiffert (Gelbsperre gegen Köln) kehrt Verteidiger Alexander Bugera in die Mannschaft zurück und auch Srdjan Lakic wird im DFB-Pokal spielen können.


Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Koblenz: Paucken - Riemer, Kittner, Haben, Gentner - Pospischil, Brinkmann, Stahl - Bender, Steegmann, Rahn

Kaiserslautern: Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Bugera - Tiffert, Petsos - Kirch, Moravek, Ilicevic - Lakic