Gelsenkrichen/München - Der Start verlief furios, dann folgte die Ernüchterung: Klaas-Jan Huntelaar hat ein durchwachsenes Premieren-Jahr beim FC Schalke hinter sich. Der teuerste Zugang der S04-Geschichte erfüllte die an ihn geknüpften Erwartungen nur in der Anfangsphase der Saison.

Sieben Tore erzielte der 27 Jahre alte Angreifer bis zum 12. Spieltag, anschließend war es vorbei mit der Herrlichkeit. Ein Formtief und eine hartnäckige Knieverletzung bremsten den Offensivmann aus. Erst am 33. Spieltag netzte Huntelaar wieder ein - nach über 1000 Minuten Flaute. Pünktlich zum Pokalfinale hat der "Hunter" seine Ladehemmung also abgelegt. Für ihn und seine Schalker ist das Duell mit Duisburg am Samstag die große Chance, die Saison noch zu retten.

Im Interview spricht der Niederländer über das Endspiel gegen die "Zebras" und zieht seine persönliche Saisonbilanz.

bundesliga.de: Herr Huntelaar, welche Schlagzeile möchten Sie gerne am kommenden Sonntag in der Zeitung über Klaas-Jan Huntelaar lesen?

Klaas-Jan Huntelaar: Schalke gewinnt, Huntelaar feiert mit Mitspielern und Fans!

bundesliga.de: Die Saison des FC Schalke 04 verlief sehr turbulent. Was würde der Pokalsieg als Abschluss für die Mannschaft und den Verein bedeuten?

Huntelaar: Mit einem Erfolg gegen den MSV Duisburg könnten wir eine durchwachsene Saison noch erfolgreich abschließen, denn der Pokalsieg wäre gleichbedeutend mit der Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Das ist uns in der Bundesliga leider nicht gelungen. Vor allem die treuen Fans, die jedes Wochenende aufs Neue hinter uns stehen und uns anfeuern, haben den Pokalsieg verdient.

bundesliga.de: Sie persönlich haben ebenfalls ein durchwachsenes Jahr erlebt. Welche persönliche Bilanz ziehen Sie nach dieser Spielzeit - Ihrer ersten in der Bundesliga?

Huntelaar: Am Anfang lief es super für mich. Auf Schalke und auch in der Nationalelf habe ich einen Treffer nach dem anderen erzielt. Auf einmal aber passte es bei mir nicht mehr, der Ball wollte irgendwie nicht mehr ins Tor. Und dann habe ich mich auch noch verletzt und bin lange ausgefallen. Das war eine harte Phase für mich. Der Pokalsieg wäre deshalb ein guter Abschluss, ich könnte dann trotz der durchwachsenen Spielzeit noch ein positives Fazit ziehen. Denn einen Titel zu gewinnen ist immer etwas Besonderes.

bundesliga.de: Vor Ihrer Verletzung haben Sie eine lange Torflaute durchleben müssen, die Sie kürzlich gegen Mainz beendet haben. Wie erklären Sie sich so eine Durststrecke?

Huntelaar: Ich kann das nicht erklären, manchmal gibt es so etwas im Fußball. Als Stürmer will man immer Tore schießen. Wenn es dann plötzlich nicht mehr klappt, wird es von Woche zu Woche schwieriger. Aber ich bin ein positiv denkender Mensch und habe stets nach vorne geschaut. Das Tor gegen Mainz, nur wenige Minuten nach meinem Comeback, war sehr erlösend und tat gut.

bundesliga.de: Was hat der Trainerwechsel von Felix Magath zu Ralf Rangnick innerhalb der Mannschaft verändert?

Huntelaar: Beides sind sehr unterschiedliche Trainertypen. Felix Magath hat häufig daran gefeilt, uns physisch auf einem sehr hohen Level zu halten. Aber auch das gehört zum Fußball. Taktisch hat er uns häufig eher defensiv eingestellt. Sein Spiel basierte auf Pressing und Kontern. Bei Ralf Rangnick treten wir insgesamt offensiver auf, er lässt uns im Training zudem häufiger mit dem Ball trainieren. Das tut der Mannschaft gut.

bundesliga.de: Schalke geht als klarer Favorit ins Finale gegen den MSV Duisburg. Mit was für einem Spiel rechnen Sie in taktischer Hinsicht?

Huntelaar: Ich habe mir mehrere Spiele des MSV Duisburg angeschaut. Klar sind wir als Bundesligist der Favorit, aber das bedeutet in einem K.o.-Spiel nichts. Duisburg hat im laufenden Wettbewerb schon einige höherklassige Vereine besiegen können. Das zeigt, dass sich der MSV auf keinen Fall versteckt, sondern seine Chance suchen wird.

bundesliga.de: Sie haben kürzlich gesagt, dass Sie Ihre Zukunft auf Schalke sehen. Welche Ziele wollen Sie in der kommenden Saison mit den "Knappen" erreichen?

Huntelaar: In der Bundesliga möchten wir uns natürlich deutlich verbessern. Das Potenzial dazu haben wir. Das konnte man im DFB-Pokal und vor allem in der Champions League sehen. Unser Ziel muss es sein, konstant gute Leistungen zu bringen. Dann ist vieles möglich, zumal wir eingespielter als zu Beginn dieser Saison sein werden. Zum Erfolg der Mannschaft möchte ich mit möglichst vielen Toren beitragen.

Die Fragen stellte Andreas Messmer