Nicht nur die deutsche Nationalmannschaft bleibt bis zum letzten WM-Wochenende in Südafrika. Sondern auch das siebenköpfige Team der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) und der Fanprojekte aus deutschen Bundesliga-Städten.

Das Team begleitet, betreut und unterstützt die mitgereisten Fans bis zum Spiel um Platz 3 Samstag in Port Elizabeth. Eine Mammutaufgabe für die Gruppe, die bereits am 8. Juni ins WM-Gastgeberland geflogen ist.

Innenminister Thomas de Maizière zu Besuch

Aber die Arbeit hat sich wieder einmal gelohnt, sogar die Bundesregierung hat ihre Anerkennung gezollt. So kam der deutsche Innenminister Thomas de Maizière vor dem Achtelfinale gegen England zu Besuch und sprach sowohl der deutschen als auch der englischen Fanbotschaft seine Wertschätzung aus.

"Wir sind sehr zufrieden. Es sieht so aus, dass unser gemeinsam mit der Deutschen Botschaft erarbeitetes Konzept greift. Wichtigste Orientierung für uns sind dabei die überaus positiven Rückmeldungen der Fans, die aus Deutschland angereist sind", sagt KOS-Leiter Michael Gabriel.

Mobile Fanbotschaften an Spieltagen vor Ort

In diesem Konzept spielen die mobilen Fanbotschaften eine ganz wichtige Rolle. Es sind die Orte, wo sich die deutschen Fußballfans an Spieltagen treffen können, wo ihnen schnell und unbürokratisch Hilfe geboten wird.

"Zum ersten Mal haben wir im Rahmen der Fanbetreuung bei internationalen Turnieren die mobile Fanbotschaft zusammen mit der Deutschen Botschaft organisiert. Das klappt ganz hervorragend, was insbesondere an Dr. Martin Schäfer, Steffen Scholz und Christian Scheibe liegt", lobt Gabriel das große Engagement der Mitarbeiter der Botschaft.

Schnelle Hilfe durch Deutsche Botschaft

Diese enge Kooperation zahlt sich auch ganz konkret aus. So wurde einem Fan, dessen Rucksack mit allen Dokumenten gestohlen wurde, schnell ein Übergangsdokument in der Fanbotschaft an der Beachfront von Durban ausgestellt. Die meisten Fragen der Fans an den mobilen Botschaften drehen sich um Karten für die WM-Spiele, weil das Ticketing-System noch immer schwer durchschaubar ist.

Auf ungemein positive Resonanz stößt das Fanzine "Helmut", das die Fanbetreuung vor Ort zu jedem Spiel neu produziert. Neben aktuellen Tipps für die jeweiligen Spielorte enthält das Heft auch Artikel zur Stimmung in der Fanszene und zum sportlichen Verlauf. Das Teammitglied Torsten "Totte" Hoffmann, der mit seinen Reisetipps für den Weg zum nächsten Spielort als einziger die feste Rubrik "Travelling Totte" im Heft bekommt, wurde in Kapstadt sogar zweimal mit Sprechchören begrüßt.

Sicherheits-Befürchtungen nicht bewahrheitet

Das im Vorfeld viel diskutierte Thema der Sicherheit hat sich erfreulicherweise als kaum relevant herausgestellt. Es gab bisher so gut wie keine Probleme in Südafrika, alle Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Sicher auch ein Verdienst der Fanbetreuung, die viele Informationen zum richtigen und sicheren Verhalten auch schon frühzeitig auf ihrer eigenen WM-Fan-Webseite herausgegeben hat.

Daneben profitiert das Team der Fanprojekte auch von der jahrelangen Zusammenarbeit und Erfahrung mit der deutschen Polizei - die ebenfalls vor Ort vertreten ist - sowie von der Kooperation mit der Fanbetreuung des DFB.

All diese erfreulichen Nachrichten, die vielen außergewöhnlichen Erfahrungen und natürlich das gute Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft haben das Team der Fanbetreuung auch Unangenehmes gut wegstecken lassen. Michael Gabriel: "Wir haben den wohl kältesten Winter in Südafrika seit 30 Jahren erwischt mit Temperaturen von minus fünf Grad. Das war schon hart, besonders weil unsere Unterkünfte keine Heizung hatten."