Erst einen Stammplatz erkämpft, dann zum Strategen im Mittelfeld aufgestiegen und zuletzt sogar einen Doppelpack in der Bundesliga geschnürt: Mittelfeldspieler Ivica Banovic von Aufsteiger SC Freiburg befindet sich seit Wochen auf einem Höhenflug, der durch eine ganz spezielle "Hormon"-Behandlung hervorgerufen wird.

"Seit unser Sohn Dorian vor drei Wochen geboren wurde, bin ich voller Glückshormone und habe den Kleinen ständig vor Augen", sagt Banovic und begründet seine Topform der zurückliegenden Wochen mit dem Familienzuwachs.

"Ein perfekter Tag"

Selbst bei seinen Treffern am Sonntag beim 4:0 bei Hertha BSC Berlin dachte der 29-Jährige an seine Familie und formte nach beiden Toren mit seinen Fingern ein D und ein K.

"Das K war für meine Frau Kristina und das D eben für Dorian", erklärte Banovic, der sogar auf Schlaf verzichtet und seiner Frau nachts beim Stillen des Neugeborenen zusieht, nach seinem bisher besten Spiel im Trikot der Breisgauer. "Der Sonntag war wirklich ein perfekter Tag für mich", meinte der in Zagreb geborene Banovic.

Langer Anlauf

Bis zu diesem perfekten Tag hat es allerdings lange gedauert. Der zweimalige kroatische Nationalspieler hat neun Jahre gebraucht, um sich endgültig in der Bundesliga zu etablieren.

Im Sommer 2000 wechselte Banovic von NK Zagreb zu Werder Bremen. Mit den Hanseaten wurde der Kroate 2004 zwar Deutscher Meister, insgesamt brachte er es aber in vier Jahren nur auf 52 Erstliga-Einsätze und wurde im Meisterjahr sogar zu an die Amateure ausgeliehen.

Glücklich geworden in Freiburg

In den folgenden drei Jahren beim 1. FC Nürnberg lief es auch nicht viel besser. Wiederum holte Banovic einen Titel (Pokalsieger 2007), zum Stammspieler schaffte er es aber erneut nicht. Auch im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart (3:2 n.V.) wurde Banovic erst fünf Minuten vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt.

Nachdem die Nürnberger den Vertrag mit Banovic nicht verlängerten, wechselte der Mittelfeldspieler 2007 nach Freiburg - wo er nun sein Glück gefunden zu haben scheint. "Ich bin schon viel in Deutschland herumgekommen. Aber in Freiburg habe ich nun das gefunden, was ich gesucht habe", sagt Banovic.

Vom offensiven Mittelfeld ins defensive

Dabei hatte der Kroate auch bei den Freiburgern mit Problemen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr laborierte Banovic, der in Freiburg vom offensiven zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschult wurde, oft an Verletzungen und musste die Spiele meist von der Tribüne aus verfolgen.

Die Club-Verantwortlichen zweifelten trotzdem nicht an den Fähigkeiten Banovics, der mittlerweile sogar zum Führungsspieler aufgestiegen ist.

Trainer Robin Dutt weiß, was er an Banovic hat: "Sein großes Plus ist seine unglaubliche Disziplin. Er lebt den Jungen vor, was es heißt, ein Profi zu sein."