Paris - "Revons plus grand", lasst uns größer träumen, lautet das Motto von Paris Saint Germain. Einen großen Traum haben in den vergangenen Tagen wahrscheinlich auch viele Fans von Bayer Leverkusen gehabt, die nach dem 0:4-Hinspieldebakel an das Wunder von Paris glauben.

Philipp Wollscheid gehörte jedoch nicht dazu. Der 25-Jährige sieht die Ausgangssituation vor dem Achtelfinal-Rückspiel (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) eher realistisch. "Ich habe die letzten Nächte nicht davon geträumt. Ich habe aber sehr gut geschlafen. Jeder weiß, was im Fußball möglich ist. Es käme jedoch wirklich einem Wunder gleich, wenn wir weiterkommen würden“, sagte der Innenverteidiger bei der Pressekonferenz auf Nachfrage von bundesliga.de.

PSG vor der Brust, Bayern im Sinn

Die Leverkusener wollen sich im Prinzenparkstadion zumindest vernünftig aus der Champions League verabschieden - und Fahrt aufnehmen für die kommenden Aufgaben. Denn gleich nach dem Paris-Spiel muss die Werkself in der Bundesliga beim FC Bayern München antreten.

"Wir müssen zuallererst unsere Defensive stabilisieren und aus einer sicheren Abwehr Selbstvertrauen für die nächsten Spiele tanken", meinte Trainer Sami Hyypiä, der sich zusammen mit Wollscheid am Rednerpult den Fragen der vornehmlich deutschen Medienvertreter stellte.

Doch alleine aufs Verteidigen wird sich Bayer nicht beschränken. "Schließlich muss man auch attackieren, wenn man gewinnen will", so Hyypiä, der sein Team deshalb aber noch lange nicht mit offenem Visier anrennen lassen will.

Wollscheid träumt nicht von Ibrahimovic

Nach dem Hinspiel-Debakel sowie der 0:5-Pleite gegen Manchester United gilt es auch, der Fußball-Welt "zu zeigen, dass wir guten Fußball spielen können. Wir können das Geschehene nicht ändern, aber wir müssen nach vorne schauen", sagte der Finne.

Da nicht anzunehmen ist, dass die Franzosen trotz des komfortablen Vorsprungs viele Stammkräfte schonen werden, müssen sich Wollscheid und Co. dabei wohl auf das komplette Starensemble von Paris Saint-Germain einstellen.

Für Wollscheid ist das kein Problem: "Das ist eine große Herausforderung, gegen solche Spieler zu spielen. Und darauf sollte man sich freuen, denn das macht den Reiz ja aus." Von den Top-Stürmern Zlatan Ibrahimovic und Edinson Cavani hat er deshalb "selbstverständlich auch nicht geträumt".

Aus Paris berichtet Michael Reis