Frankfurt - Marco Fabian strahlte übers ganze Gesicht an diesem Samstag. Endlich hatte die Frankfurter Eintracht ihre negative Serie von zehn sieglosen Spielen mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Augsburg gebrochen. Und Mann des Tages war der Spielmacher aus Mexiko, der mit den beiden ersten Toren in der 78. und 87. Minute den Grundstein für den Erfolg legte. Nach dem Sieg gegen Augsburg sprach Fabian über die Chancen im Pokal-Halbfinale und den Europacup-Traum der Eintracht.

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Mit nun sieben Treffern und vier Vorlagen ist Fabian, 27, Frankfurts bester Torschütze und Scorer. Rechtzeitig vor dem Halbfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach herrscht endlich wieder Optimismus bei der Eintracht. Die Fans forderten das Finale in der Hauptstadt („Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin“) und der Sprung ins internationale Geschäft kann nun auch wieder über die vier ausstehenden Spiele in der Liga gelingen.

Frage: Herr Fabian, haben Sie schon einmal zwei Tore in einem Erstligaspiel gemacht?

Marco Fabian (lacht): Nein, das war das erste Mal überhaupt.

Frage: Gibt es denn eine Party?

Fabian: Nein, wir haben am Dienstag dieses wichtige Pokalspiel, darauf müssen wir uns konzentrieren. Die Party findet im Urlaub statt.

Frage: Nach Ihrem ersten Tor sind sie sofort in die Fankurve gerannt.

Fabian: Ja, das Adrenalin kam da einfach raus. Der ganze Support war top, das ganze Stadion hat gejubelt. Die Unterstützung ist immer super, wir werden immer nach vorne gepeitscht und wir konnten das den Fans mit dem Sieg zurückzahlen.

Video: Owo meets Fabian

Frage: Aber das war auch ein Kraftakt der ganzen Mannschaft gegen Augsburg.

Fabian: Wir wussten schon vorher, dass das ein sehr laufintensives Spiel wird. Gegen solche Gegner musst du doppelt und dreifach rennen und musst die Zweikämpfe für dich entscheiden. Ich bin in der Tat todmüde, aber so ist es immer nach einem Bundesligaspiel. Aber ich bin auch glücklich jetzt.

"Gegen solche Gegner musst du doppelt und dreifach rennen"

Frage: War Ihr zweites Tor eine Sache des Willens, weil Sie nachgesetzt sind?

Fabian: Man muss darauf bestehen, beharrlich sein und immer daran glauben, ein Tor zu machen. Wir hatten ja auch vorher schon Chancen. Man darf nie aufstecken. Auch, wenn es nicht gleich klappt, muss man dranbleiben.

Frage: Sie sind aktuell bester Torschütze der Eintracht, sind Sie es auch aus Ihrer Heimat Mexiko gewohnt, oft zu treffen?

Fabian: Ich probiere es immer, egal ob ich ganz vorne in der Spitze spiele, oder dahinter. So war das auch bei meiner ehemaligen Mannschaft in Mexiko, wo ich das ein oder andere Tor erzielen konnte.

© imago

"Wir können nach Europa schauen"

Frage: Wie groß ist denn die Erleichterung, dass die Abstiegsgefahr jetzt gebannt ist?

Fabian: Ich wollte das, was wir letzte Saison erlebt haben, nicht wieder erleben (Die Eintracht vermied den Abstieg erst in den Relegationsspielen gegen Nürnberg; Anmerkung der Redaktion). Es ist also dementsprechend jetzt eine Erleichterung und ein großes Glück, so etwas nicht mehr erleben zu müssen. Jetzt sind Träume erlaubt und wir können nach Europa schauen.

Frage: Der Traum beginnt ja vielleicht schon am Dienstag mit dem Halbfinale im DFB-Pokal in Mönchengladbach.

Fabian: Das ist richtig. Es ist der letzte Schritt auf dem Weg ins Finale, diese Chance hat man nicht oft.

Frage: Ihr könnt am Dienstag diese Saison zu eurer machen, oder?

Fabian: Das ist unser Traum, von dem wir leben. Jeder Erfolg setzt aber harte Arbeit voraus, auch positives Denken. Genau mit dieser Gefühlslage gehen wir in das Spiel am Dienstag.

Frage: Wie groß ist die Chance nach Berlin und in die Europa-League zu kommen?

Fabian: Um die begehrten Plätze für die Europa-League kämpfen in der Liga viele Mannschaften, die punktemäßig eng beieinander liegen. Es steckt aber in uns drin und liegt aber in unserer Hand. Wir werden alles daran setzen, es zu schaffen. Und was das Pokal-Halbfinale angeht: Das ist jetzt ein entscheidendes Spiel, ein vorweggenommenes Finale quasi, das wir für uns entscheiden wollen.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter