München - Welchem Club schuldet ein Nachbar noch gut 200 Fußbälle? Welchem Club passierte der erste Wechselfehler? Wer trainierte einen Verein nur für einen einzigen Tag?

bundesliga.de verrät es und macht Sie zum Insider: Mit Expertenwissen über Kuriositäten bei den 18 Bundesliga-Clubs.

Bremen: 40 ist kein Alter

In Bremen konnte man als Spieler von Otto Rehhagel leicht alt werden. Werder ist ein gutes Pflaster für Senioren-Rekorde. Mirko Votava (40 Jahre und 121 Tage) und Manfred Burgsmüller (39/226) sind die ältesten Torschützen der Liga-Historie und beide trugen bei ihren letzten Toren das Werder-Dress. Votava ist auch der zweitälteste Feldspieler aller Zeiten, er trat mit 40 Jahren und 225 Tagen an, Burgsmüller ist Dritter (40/141). Ganz oben thront der Ex-Bremer Klaus Fichtel; der hörte 1984 aber "schon" mit 39 bei Werder auf, ehe er auf Schalke noch mal die Stiefel schnürte und bis 43 (und 184 Tage) spielte. Und wer war der älteste Trainer aller Zeiten? Fred Schulz (l. neben Rudi Assauer) - 74 Jahre und aus Bremen. Er half 1978 im Abstiegskampf als Strohmann ein paar Wochen aus. (Foto: © Imago)

Frankfurt: Eintrachts Elferkiller

Gegen die Eintracht wurden die zweitmeisten Elfmeter der Bundesliga-Historie verhängt (233), nur Kaiserslautern hörte noch zwei Pfiffe mehr. Doch der Schaden hielt sich in Grenzen, 69 Elfmeter verfehlten ihr Ziel - Rekord. Statistisch sitzen 74,5 Prozent aller Elfmeter, gegen die Eintracht sind es nur knapp 70 Prozent. Denn sie hat historisch die besten Elfmeter-Töter, allein 55 wurden gehalten. Ganz oben auf der "Catcher"-Liste: Dr. Peter Kunter (l. gegen Elfmeter-Schütze Paul Breitner), der fliegende Zahnarzt, parierte gleich zehn. Nummer zwei ist Eintracht-Urgestein Oka Nikolov (9), der vergangene Saison in die USA wechselte. (Foto: © Imago)

Augsburg: Perfekte Punktlandungen

Der FCA stand in seinen ersten beiden Bundesliga-Jahren an 52 von 68 Spieltagen auf einem Abstiegs-Platz und hielt dennoch 2012 und 2013 die Klasse. In der abgelaufenen Saison stand der FCA nur am 3. und am letzten Spieltag über dem Strich. Ebenso ein Novum wie die Rettung nach nur neun Vorrunden-Punkten. Die Augsburger wissen also ganz genau, was eine Punktlandung ist. Dennoch ist das Augsburger Timing eine ziemliche Belastung für die Nerven der Fans, die sich bestimmt auch einen etwas entspannteren Saisonverlauf vorstellen können. Immerhin: Im Moment steht der FCA auf Rang 15.

Nürnberg: Sogar Tasmania "überboten"

Der Club verbucht die längste Niederlagen-Serie der Bundesliga-Geschichte. Drei Vereine (Tasmania Berlin 1965/66, Bielefeld 1999/2000 und die Nürnberger 1983/84) haben innerhalb einer Saison je zehn Spiele nacheinander verloren, aber nur der FCN (mit Rüdiger Abramczik, l.)) setzte die Serie nach dem Aufstieg fort und verlor 1985/86 auch das erste Saisonspiel. So steht der Rekord, den keiner will, bei elf Pleiten in Serie. In diese Zeit fällt auch der sagenhafte Auswärts-Pleiten-Rekord von 29 Spielen in Serie, 1983/84 holten sie als einziger Verein in 50 Jahren Bundesliga gar keinen Auswärts-Punkt. (Foto: © Imago)

Freiburg: Stockers Spaziergänge

Der mittlerweile verstorbene Präsident Achim Stocker hat 21 Jahre dafür gearbeitet, dass der SC in die Bundesliga aufsteigt. Aber obwohl das 1993 klappte und er nur 100 Meter vom Stadion weg wohnte, soll er nie ein Spiel gesehen haben. Wieso? Wegen seines schwachen Herzens wollte er sich die Aufregung ersparen. Samstagnachmittags ging er deshalb meist im Weinberg spazieren und zur zweiten Halbzeit schaltete er zuhause den Videotext an. Als sich die Mannschaft 1994 in Duisburg rettete, saß sogar seine Frau auf der Tribüne, er blieb daheim und fuhr ziellos Auto. Als er noch überlegte, ob er das Radio anmachen sollte, nahmen ihm Fans, die jubelnd ein Korso veranstalteten, die größte Sorge. Die Aufzeichnung sah er dann immer am nächsten Morgen in voller Länge gemeinsam mit Trainer Volker Finke. (Foto: © Imago)

Braunschweig: Teilt nicht aus, aber steckt ein

Die Braunschweiger halten einen sagenhaften Fair-Play-Rekord. In ihren ersten elf Bundesliga-Jahren erhielten sie keinen Platzverweis. Erst im 371. Spiel beendete Wolfgang Grzyb die Rekordserie, als er beim 3:2 gegen Bremen am 30. August 1975 nach 62 Minuten Rot sah. Da ist es umso erstaunlicher, dass ausgerechnet der erste Profi, der von einem Schiedsrichter K.o. geschlagen wurde, ein Eintrachtler war. In Kaiserslautern traf Wilfried Burgers mit einer Abwehrbewegung Libero Reiner Hollmann (r., im Zweikampf mit Werner Weist) mit dem Ellenbogen am Kopf. Hollmann schied mit Gehirnerschütterung aus, die erhoffte Wiederholung gab es trotz Protests aber nicht. Dem Schiedsrichter war keine Absicht nachzuweisen. So geschehen im August 1977. (Foto: © Imago)



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