München - Sieben Spiele, sechs Siege, ein Unentschieden. Die Bilanz der deutschen Mannschaften, die in dieser Woche auf internationaler Bühne vertreten waren, liest sich sehr gut. Borussia Dortmund entzauberte Real Madrid, Schalke entführte drei Punkte aus London, und, und, und...

Doch bei allen internationalen Lorbeeren bleibt die Bundesliga das "Brot- und Buttergeschäft". An diesem Wochenende geht es in die neunte Runde. Real-Bezwinger Borussia Dortmund reist in den Breisgau zum SC Freiburg, Arsenal-Schreck Schalke 04 empfängt den 1. FC Nürnberg und Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth hat den SV Werder Bremen zu Gast.

Außerdem tritt der VfL Wolfsburg in Spiel eins nach Felix Magath im Rheinland bei Fortuna Düsseldorf an und Mainz 05 trifft auf 1899 Hoffenheim (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Mittwoch, Samstag, Dienstag. Madrid, Freiburg, Aalen. Im Takt von drei Tagen geht es für Borussia Dortmund weiter. Champions League, Bundesliga, DFB-Pokal. Drei Wettbewerbe mit ihrem eigenen Reiz - wobei die Liga das "Brot- und Buttergeschäft" ist, wie es heißt. "Wir wollen unsere Punkte-Situation verbessern", kündigt BVB-Trainer Jürgen Klopp an. Nach vier vergeblichen Anläufen in Nürnberg, Hamburg, Frankfurt und Hannover soll nun in Freiburg unbedingt der erste Auswärtssieg der Saison gelingen.

Ob das Umschalten von Champions League auf Bundesliga eine besondere Herausforderung darstelle? Klopp schüttelt energisch mit dem Kopf. "Der SC Freiburg, ein starker Bundesligist, ist das eigentliche Problem", meint der 45-Jährige. "Ich habe Freiburg häufig gesehen. Die Mannschaft hat eine gute Entwicklung genommen." "Kloppo" deutet an, mit Ilkay Gündogan in der Startelf zu planen. Ob Mario Götze und Sven Bender gegen den Sport-Club mitwirken können, ist noch offen. Beide wurden beim 2:1-Sieg gegen Madrid mit Problemen in der Wadenmuskulatur ausgewechselt.

Der SC Freiburg hat in den beiden zurückliegenden Begegnungen, dem 3:0 im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg und dem Sieg in Wolfsburg, Selbstvertrauen getankt. "Es ist nicht so, dass wir Angstzustände entwickeln", sagt SC-Coach Christian Streich vor dem Duell mit dem amtierenden Meister. "Wir haben zuletzt auch sehr ordentlich gespielt, wir können laufen, wir können arbeiten und wir wollen versuchen, das Spiel so lange wie möglich ausgeglichen zu gestalten." Streich fehlt gegen den BVB nur Jan Rosenthal (Knie-OP), Anton Putsila (Wadenprobleme), Oliver Sorg (Pferdekuss) und Karim Guede, der seine Rotsperre abgesessen hat, stehen wieder im Kader.



Schiedsrichteransetzungen

Beim FC Schalke 04 läuft vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg alles nach Wunsch. Erst der Derbysieg beim BVB (2:1), dann der bärenstarke Aufstritt beim FC Arsenal (2:0). Nationalspieler Benedikt Höwedes warnt allerdings davor, die zuletzt in fünf Spielen sieglosen Franken auf die leichte Schulter zu nehmen: "Selbstvertrauen ist gut, aber Überheblichkeit darf uns nicht passieren." Trainer Huub Stevens kann im Duell mit den Franken auf alle Spieler zurückgreifen.

FCN-Keeper Patrick Rakovsky steht ein großes Spiel bevor: Der junge Torwart wechselte im Juli 2011 vom FC Schalke 04 an den Valznerweiher nach Nürnberg, nun kehrt er - für das Duell mit den "Knappen" - nach Gelsenkirchen zurück. "Für Patrick wird es wahrscheinlich das schönste Spiel seiner bisherigen Karriere. Die Nervosität und der Adrenalin-Pegel werden bei ihm hoch sein. Aber er genießt unser vollstes Vertrauen", sagt "Club"-Trainer Dieter Hecking. Rakovsky ersetzt die etatmäßige Nummer 1 Raphael Schäfer, der wegen einer Achillessehnenreizung pausieren muss.

In den letzten fünf Spielen holte der "Club" nur einen Punkt, das Remis gegen den FC Augsburg war enttäuschend. "Es ist nicht so, dass wir nicht reflektieren oder uns nicht unter Druck setzen. Wir haben selbst eine Erwartungshaltung", versichert Hecking. "Ich will, dass mein Team Spaß daran hat, sich mit einer der besten deutschen Mannschaften messen zu können." Bis auf die Langzeitverletzten Alexander Stephan (Meniskusoperation), Adam Hlousek und Markus Mendler (beide im Aufbautraining) sind alle Spieler einsatzbereit.




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Greuther Fürth gegen Werder Bremen? Dieses Duell gab es in der Bundesliga noch nie. Und doch ist in den Fußball-Geschichtsbüchern schon von einem Aufeinandertreffen beider Teams zu lesen. Im Februar 2004 spielten beide Mannschaften im DFB-Pokal-Viertelfinale gegeneinander - und lieferten Dramatik pur. Werder war durch Paul Stalteri in Führung gegangen, ehe Valerien Ismael (Eigentor) und Marcus Feinbier das Spiel drehten. Alles sah nach dem Sensationshalbfinalisten Fürth aus. Doch in der Nachspielzeit schlugen Johan Micoud und Ivan Klasnic für Werder zu und sorgten für den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg des Favoriten.

Acht Jahre nach diesem Spiel reist Bremen nun wieder nach Fürth. Trotz des holprigen Saisonstarts des Aufsteigers mit nur einem Sieg und zwei Remis ist Werder-Trainer Thomas Schaaf weit davon entfernt, die "Kleeblätter" auf die leichte Schulter zu nehmen: "Fürth geht mit Einsatz, Begeisterung und Willen zu Werke - und das von der ersten bis zur letzten Minute." Die Norddeutschen dürften also gewarnt sein, nicht zuletzt wegen des Auftritts der Fürther in Hoffenheim, als die Büskens-Elf drei Rücktände wettmachte. Schaaf muss in Fürth auf Clemens Fritz (Adduktorenverletzung) verzichten.

Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth hingegen will im fünften Anlauf endlich seinen Heimfluch in der Bundesliga beenden. Dort steht bislang nämlich eine unschöne Bilanz zu Buche: null Punkte, null Tore. Waren die Franken in der 2. Bundesliga in der vergangenen Saison noch das beste Heimteam, so klappt bisher im Oberhaus im Ronhof noch gar nichts. Gegen Bayern München (0:3), Schalke 04 (0:2), Fortuna Düsseldorf (0:2) und den Hamburger SV (0:1) setzte es vier Niederlagen bei 0:8 Toren. Doch mit dieser Negativserie solle sich sein Team "nicht zu sehr beschäftigen", sagt Trainer Mike Büskens. "Ein einziges Tor könnte die ganzen Fesseln lösen." Fraglich ist bei Fürth noch der Einsatz von Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal. Den kasachischen Nationalspieler plagen Adduktorenprobleme.



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Bitter, ärgerlich und enttäuschend. So wurde der späte Ausgleich in Leverkusen kommentiert. Mit etwas Abstand sagte Mainz' Trainer Thomas Tuchel: "Wenn es etwas Gutes an diesem späten Ausgleichstreffer gibt, dann das, dass wir jetzt nicht Vierter sind und ich keine Fragen zu unseren Champions-League-Ambitionen beantworten muss." Der FSV-Coach empfiehlt vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim, trotz guter zehn Punkte aus den letzten fünf Partien, auf dem Boden zu bleiben: "Es wäre bescheuert, sich jetzt etwas auf den 8. Platz einzubilden." Die

Für die Elf von 1899-Trainer Markus Babbel geht es in Mainz darum, die richtige Antwort auf den späten Ausgleich und die Enttäuschung aus dem Spiel gegen Fürth zu geben. Dass dies keine leichte Aufgabe sein wird, begründet Babbel unter anderem mit seinem Gegenüber Thomas Tuchel. "Er ist unberechenbar und richtet seine Aufstellung sehr intensiv am Gegner aus, wechselt immer wieder das Spielsystem, selbst während einer Partie", sagt Babbel.

Insgesamt sei dies jedoch zweitrangig zu bewerten. Viel wichtiger ist dem Hoffenheimer Trainer, dass seine Mannschaft ihr eigenes Spiel durchsetzt, "und zwar über die volle Distanz". Ausfallen werden Chris (Muskelfaserriss) und Filip Malbasic (Prellung am Knöchel). Fraglich sind zudem Stefan Thesker, der an Fußsohlenproblemen laboriert, sowie Matthieu Delpierre, den eine Oberschenkelverhärtung plagt. Außerdem wird Daniel Williams nach seiner Gelbsperre in den Kader zurückkehren.




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Am Donnerstag fand die zweite Amtszeit von Manager und Trainer Felix Magath beim VfL Wolfsburg ein verfrühtes Ende. "Wir haben uns gemeinsam mit Felix Magath unterhalten und sind übereingekommen, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem es besser für den VfL Wolfsburg ist, getrennte Wege zu gehen", sagte Dr. Francisco Garcia Sanz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, nach Magaths Entlassung am Donnerstag. Bereits am Nachmittag leitete Lorenz-Günther Köstner, Trainer der U23 des VfL, das Training der Profis.

Köstner, der auch beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf auf der Bank sitzen wird, habe "die Aufgabe aus Pflichtbewusstsein übernommen und werde versuchen, das Vertrauen zurückzuzahlen". An die Mannschaft stellte der 60-Jährige eine klare Forderung: "Lippenbekenntnisse zählen jetzt nicht mehr, es gilt, das Gesagte auf dem Platz umzusetzen. Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen und versuchen, die drei Punkte am Wochenende zu holen." Nicht mit nach Düsseldorf reisen Patrick Helmes und Vaclav Pilar (beide Kreuzbandriss).

"Der Tabellenplatz der Wolfsburger sagt gar nichts aus! Über kurz oder lang wird eine Mannschaft von dieser Klasse die untere Tabellenregion verlassen", warnt Norbert Meier, den Tabellenletzten aus Wolfsburg zu unterschätzen. "Da sind so viele Spieler teilweise nicht einmal im Kader, die ohne Probleme in der Ligaspitzen mitspielen könnten", erklärt der Fortuna-Trainer. Ob die Magath-Entlassung ein Vor- oder Nachteil für Düsseldorf sein, wisse niemand, so der 54-Jährige, der mit seiner Mannschaft nach zuletzt zwei Niederlagen in Folgewieder punkten will. Dabei muss Meier allerdings auf Stefan Reisinger, Bruno Soares, Stelios Malezas und Bastian Müller verzichten, die alle verletzungsbedingt ausfallen.



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