Hannover - "Über diese Niederlage wird sicherlich zu reden sein. Wir werden uns zusammensetzen und alle nötigen Konsequenzen ziehen. Es ist fraglich, ob wir mit diesem Trainer weitermachen können." Thomas Tuchel hatte nach dem 0:2 von Mainz 05 seinen Humor schnell wiedergefunden.

Der Coach der 05er reagierte nämlich ironisch auf die Frage von bundesliga.de, ob seine junge Mannschaft nervenstark genug sei für den Endspurt um einen Platz im Europapokal.

"Aber im Ernst: Europa spielt für uns keine Rolle. Wir konzentrieren uns von Spiel zu Spiel", so der Mainzer Trainer weiter und spricht seiner Mannschaft ein Riesenlob aus: "Es ist für uns eine herausragende Saison, egal, wo wir in der Endabrechnung landen."

"Natürlich enttäuscht"

Wollte Tuchel mit seiner Aussage sicherlich den Druck von seinen Spielern zu nehmen, so sprach Harald Strutz schon offener über das Ziel der Mainzer. "Hannover hat richtig gut gespielt. Das muss man anerkennen", zollte der FSV-Präsident dem Sieger Respekt, gab aber zu, "natürlich enttäuscht" zu sein. Denn "wenn man so kurz vor dem Ziel ist, dann will man es auch erreichen", stellte der zweimalige deutsche Vize-Meister im Dreisprung klar.

Und an diesem Ziel werde man festhalten, denn "noch liegen wir gut im Rennen, können es aus eigener Kraft schaffen", gibt sich der 60-Jährige kämpferisch. Die Mainzer liegen nach der Niederlage beim Tabellendritten nun noch zwei Punkte vor dem Sechsten 1. FC Nürnberg. Aber auch der Hamburger SV und der SC Freiburg, je einen weiteren Zähler zurück, blasen ebenfalls noch zur Jagd auf die Mainzer, ebenso wie seit Samstag auch der vor Selbstbewusstsein strotzende Inter-Mailand-Bezwinger Schalke 04.

"Vor dem Tor zu harmlos"

"Wir werden diese Partie sicherlich analysieren", sagte der in der Pause mit einem "Veilchen" ausgewechselte Malik Fathi gegenüber bundesliga.de. "Wir waren zu harmlos vor dem Tor", fand der 27-jährige Berliner. "Das werden wir schon nächste Woche bessermachen. Da schenken wir unseren Fans einen Sieg", verspricht der von Spartak Moskau ausgeliehene Verteidiger optimistisch.

Gegen Borussia Mönchengladbach ist bei den Mainzern sowieso Offensive Programm, denn neben Fathi, der wegen seiner fünften Gelben Karte pausieren muss, fehlt Tuchel in der Defensive auch Nikolce Noveski, der in Hannover Rot sah.

Ein Sieg gegen den Tabellenletzten ist nicht nur für Heinz Müller "Pflicht", denn in der Woche darauf geht es zum Verfolger 1. FC Nürnberg - "eines von fünf Endspielen", wie der Mainzer Torwart die Partien bis Saisonende bezeichnet. Aber egal, ob es am Ende für Europa reicht oder nicht: "Wir werden unseren Weg weitergehen", stellt Tuchel klar.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs