Bremen - Für Joseph Akpala ist nun die "perfekte Zeit" gekommen. Bereits vor zwei Jahren habe Werder Bremen Interesse gehabt den seit Freitag 26-Jährigen zu verpflichten. Am vergangenen Donnerstag hat der gebürtige Nigerianer mit belgischem Pass nun einen Vertrag bis 2016 bei den "Grün-Weißen" unterschrieben. Für die kommenden vier Jahre hat er sich viel vorgenommen.

"Ich möchte an die großen Bremer Zeiten anknüpfen und positiven Einfluss auf den Teamgeist ausüben", sagt der ehemalige Stürmer des FC Brügge, der am Freitag auf der Tribüne des Dortmunder Signal Iduna Parks den Saisonauftakt seiner neuen Teamkollegen beobachtet hat. Am Samstag steigt im Bremer Weserstadion das Nordderby gegen den Hamburger SV. Akpala ist sich der Brisanz des Duells bereits bewusst: "Es ist das Spiel des Jahres. Für alle Fans ist das das wichtigste Spiel, viel wichtiger als zum Beispiel gegen Bayern."

Schaaf hofft auf schnelle Hilfe



Der 1,85 Meter große Stürmer sei fit und bereit für das Spiel gegen den HSV. "Ich muss jetzt noch mehr die Abläufe des Teams verinnerlichen", sagte der Neuzugang, der am Montag erstmals mit seinen neuen Teamkollegen trainiert hat.

Cheftrainer Thomas Schaaf ist ebenfalls zuversichtlich, dass Akpala die erhoffte schnelle Verstärkung im Sturm der Bremer darstellt: "Er verfügt über eine gute Fitness. Die körperlichen Voraussetzungen sind absolut vorhanden. Jetzt muss er uns nur noch auf dem Platz kennenlernen. Ich habe keine Zweifel, dass er das schnell umsetzen kann."

Akpala trifft alte Bekannte in der Bundesliga



In der belgischen Jupiler Pro League hatte Akpala in der vergangenen Saison großen Anteil an der Vizemeisterschaft des FC Brügge. In 36 Ligaspielen erzielte er 15 Treffer. Auch in der Europa League wusste Akpala zu überzeugen - in zehn Spielen erzielte der Stürmer sieben Treffer für Brügge. Allerdings war dann in der Zwischenrunde gegen den Bundesligisten Hannover 96 Schluss für die Belgier. Akpala blieb damals in beiden Spielen gegen die "Roten" ohne Tor, hat aber nun bereits am 3. Spieltag die Möglichkeit im Trikot der Bremer seine Bilanz beim Gastspiel in Hannover aufzubessern.

Im Alter von 19 Jahren verließ Akpala seine Heimat Nigeria, um beim belgischen Erstligisten RSC Charleroi seine Profikarriere in Europa zu starten. In Charleroi erzielte der Stürmer 18 Tore in der Saison 2007/08 und wurde mit dieser Bilanz Torschützenkönig der Jupiler Pro League. Im Anschluss daran wechselte er ligaintern zum FC Brügge.

In Bremen trifft Akpala auf einen ehemaligen Konkurrenten aus der belgischen Liga. Kevin De Bruyne lief vor seinem Wechsel an die Weser für den KRC Genk auf. "Ich kann mich noch gut an die Partien mit Brügge gegen Genk aus der letzten Saison erinnern. Wir haben viermal gegeneinander gespielt. Unsere Taktik war immer auf ihn ausgerichtet, weil er der Schlüsselspieler war. Es galt, ihn zu stoppen", sagt der Nigerianer über seinen neuen Teamkollegen, dessen Pässe ihm besonders gefallen. "Am liebsten würde ich jetzt im Werder-Trikot nach einer Vorlage von ihm ein Tor erzielen." Aus Bremer Sicht dürfte diese Kombination in Zukunft durchaus häufiger zum Torerfolg führen.

Maximilian Lotz