Hamit Altintop wird bei der Mannschaftssitzung diesmal wohl nicht so viel Neues erfahren. Er hat ja einen guten Draht zum nächsten Gegner, genauer gesagt: zu seinem Bruder Halil.

"Wir telefonieren jeden Tag. Und natürlich redet man auch darüber, wie es im Moment aussieht." Das übergreifende Fazit des Münchners über die Schalker: "Die sind gut drauf."

Seit das Trainertrio Büskens, Mulder, Reck wieder das Sagen auf Schalke hat, läuft es bei den "Königsblauen". Drei Spiele, drei Siege, und das ohne Gegentor. Ein gefährlicher Gegner.

"Dürfen uns nichts mehr leisten"

Aber auch die Bayern scheinen das Aus in der Champions League und jene tragische Nacht im Camp Nou schon ein wenig verdaut zu haben. Seither gab es zwei Siege in der Liga und mit ihnen neue Hoffnung im nationalen Titelrennen.

Die Münchner wissen, was die Stunde geschlagen hat: "Wir haben noch sechs Spiele und jedes davon ist enorm wichtig. Wir haben uns schon viele Ausrutscher in dieser Saison erlaubt. Jetzt dürfen wir uns nichts mehr leisten", sagt Andreas Ottl zu bundesliga.de.

Schließlich gehe es darum, "die Saison positiv abzuschließen". Für die Münchner wäre dies nur im Falle der Meisterschaft erfüllt. Mark van Bommel lässt daran keinen Zweifel. "Wir sind jetzt eigentlich verpflichtet Meister zu werden", sagt der Kapitän.

Hoffen auf Schützenhilfe aus der Lausitz

Das Ungewöhnliche für die Münchner im Moment ist die Zahl der verbleibenden Spiele: Auf der Zielgeraden der Saison sind es üblicherweise die Rivalen, die sich allein auf den Kampf um die Meisterschale konzentrieren können. Diesmal ergeht es den Bayern so.

"Ich glaube, dass die anderen Mannschaften noch schwächeln werden", prophezeit Ottl. Der Mittelfeldmann meint damit aber nicht nur den HSV, der noch ein gewaltiges Programm vor sich hat, mit Bundesliga, DFB-Pokal und UEFA-Pokal.

Ottl hofft auch - zumindest leise - auf einen Ausrutscher des Tabellenführers aus Wolfsburg am Wochenende: "In Cottbus zu spielen ist immer unangenehm." Die Bayern wissen das aus eigener, leidvoller Erfahrung: In der vergangenen Saison verließen die Münchner das Stadion der Freundschaft mit einem 0:2.

Altintop: "Am Ende wird es für die Schale reichen"

Letztlich gilt es für die Bayern aber erst mal die eigene Aufgabe zu bewältigen. Und das wird schwer genug. Auch Ottl weiß: "Schalke hat einen guten Lauf."

Wohl nur mit einem Sieg bleiben die Bayern auch nach dem 29. Spieltag am Drücker in Sachen Meisterschaft. Hamit Altintop ist sich sicher, dass es klappen wird - am Samstag und auch insgesamt. "Am Ende wird es für die Schale reichen." Mal sehen, was sein Bruder dazu sagt.

Michael Gerhäußer