Die ganze Stadt hat dem Spiel entgegengefiebert und sich auf die Rückkehr von Lukas Podolski im Trikot des 1. FC Köln gefreut. Doch nach einem packenden Spiel gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg stehen die Domstädter nach der 1:3-Niederlage mit leeren Händen da.

Als einziges Team der Bundesliga blieben die Kölner zum Auftakt zwei Mal ohne Punktgewinn. Podolski spricht im Interview über die Niederlage und seine Rolle beim FC.

Frage: Mitte der zweiten Halbzeit hatten Sie bei einer 1:0-Führung gegen Wolfsburg die große Konterchance zum 2:0. Sie haben das Tor nicht gemacht. War das vielleicht die Schlüsselszene des Spiels?

Lukas Podolski: Wenn der Ball reingeht, ist das Spiel natürlich entschieden. Aber ich habe ihn ein bisschen verzogen. Da war Pech im Spiel, da kann man nichts machen.

Frage: Wie sehr sind Sie mit Ihrem ersten Bundesliga-Heimspiel mit dem 1. FC Köln nach drei Jahren zufrieden?

Podolski: Wenn man zuhause 1:0 in Führung geht und dann noch ein, zwei Möglichkeiten hat, das 2:0 zu machen und wenn man dann ab der 73. Minute noch drei Tore kassiert, dann ist das nicht nur für mich bitter, sondern für das ganze Team.

Frage: Sie haben gegen Wolfsburg beinahe den Alleinunterhalter im Kölner Sturm gespielt. Wie liegt Ihnen diese Rolle?

Podolski: Wir hatten nun einmal das Pech, dass "Nova" (Milivoje Novakovic, die Red.) länger ausgesetzt hat. Aber er hat erst mit Slowenien und jetzt gegen Wolfsburg etwas gespielt. Ich denke, wenn alles gut läuft, wird er am kommenden Wochenende gegen Frankfurt spielen. Dann haben wir im Angriff wieder eine Alternative mehr.

Frage: Wie schwierig ist es für Sie, in Köln eine gewisse Lockerheit zu entwickeln, wenn Sie selbst beim Ausführen eines Eckballs frenetisch gefeiert werden? Fühlen Sie sich enorm unter Druck?

Podolski: Nein.

Frage: Warum nicht?

Podolski: Weil mich das nicht unter Druck setzt. Ich bin ganz locker ins Spiel gegangen.

Frage: Nun steht der 1. FC Köln nach zwei Spieltagen mit null Punkten als Tabellenletzter da. Dadurch gerät der Verein vor dem Frankfurt-Spiel bereits unter Zugzwang. Sind drei Punkte gegen die Eintracht Pflicht?

Podolski: Die Saison ist sehr lang. Es wird eine schwere Saison. Wir haben jetzt das Spiel zuhause gegen Frankfurt. Das ist eine Mannschaft, die sich auf unserem Niveau bewegt. Dieses Heimspiel müssen wir gewinnen.

Frage: Wie bitter ist es, dass die Partie gegen Wolfsburg wieder - wie schon vor einer Woche in Dortmund -durch ein Eigentor entschieden wurde?

Podolski: Ob das jetzt entscheidend war oder nicht, der Spieler kann ja nichts dafür. Was sollte der Marvin Matip da letzte Woche machen? Was sollte der Pierre Womé machen? Es ist nun einmal so. Da war viel Pech mit dabei. Daran hat es nicht gelegen, dass wir das Spiel verloren haben. Wir haben gut gekämpft, waren viel unterwegs, waren zweikampfstark. Am Ende haben vielleicht ein bisschen die Kraft und die Konzentration gefehlt. Wenn wir bei unseren ein, zwei Kontern die Möglichkeiten besser ausnutzen, dann geht das Spiel anders aus. Aber die Wolfsburger haben auch eine sehr starke Mannschaft. Sie hatten in der ersten Halbzeit viele Möglichkeiten, auch in der zweiten Halbzeit. Wenn man das alles neutral betrachtet, dann haben sie auch am Ende - auch wenn das bitter ist - verdient gewonnen.

Frage: In fünf Wochen hat der FC im Pokal die Chance auf die Revanche. Wie heiß sind Sie auf das Spiel?

Podolski: Das Pokalspiel interessiert mich momentan nicht. Wir müssen jetzt dieses Bundesliga-Spiel analysieren und uns auf Frankfurt vorbereiten.

Frage: Sie haben den Saisonauftakt in Dortmund verletzungsbedingt verpasst. Gegen Wolfsburg haben Sie 90 Minuten durchgespielt. Wie steht es momentan um Ihre Fitness?

Podolski: Ich bin fit.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski