Der Nürnberger Stadionsprecher in der easyCredit-Stadion hatte schon eine Stunde vor dem Anpfiff zum Relegations-Hinspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg die Marschroute vorgegeben: "180 Minuten Vollgas geben, dann klappt das mit der Bundesliga."

Nach dem Abpfiff konnten sich die Fans des FCN über mangelndes Tempo oder fehlenden Einsatz ihrer Mannschaft wahrlich nicht beschweren. Allerdings hätte der 1:0-Heimsieg vom "Club" durchaus höher ausfallen können.

Im Gespräch mit bundesliga.de spricht Nürnbergs Mittelfeldspieler Mike Frantz über die Nürnberger Chancenverwertung, die Gelbsperre von Javier Pinola und die Erwartungen für das Rückspiel am kommenden Sonntag in Augsburg.

bundesliga.de: Herr Frantz, was überwiegt unmittelbar nach dem Spiel: Die Freude über den Sieg oder der Frust der mangelnden Chancenverwertung? Allein Albert Bunjaku hatte zwei 100-prozentige Tormöglichkeiten und verschoss zudem noch einen Strafstoß.

Mike Frantz: Wir wollten auf alle Fälle zu Null spielen, das war unser Hauptziel und das ist uns gelungen. Es war uns auch bewusst, dass sich die Augsburger hinten reinstellen werden. Dass wir in der Offensive Möglichkeiten bekommen würden wussten wir, hätten heute auch noch einige Tore erzielen können, aber letztlich ist der 1:0-Sieg für uns ein gutes Ergebnis, auch wenn noch mehr möglich war. Spätestens in der 2. Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir in der Bundesliga bleiben wollen und waren klar die bessere Mannschaft. Ein verschossener Elfmeter kann nun mal passieren, aber Albert Bunjaku hat in der abgelaufenen Saison zwölfmal getroffen, das ein oder andere Spiel für uns gewonnen, somit stehen wir alle hinter ihm.

bundesliga.de: Wie wollen Sie ins Rückspiel gehen? Immerhin müssen Sie in Augsburg ohne Javier Pinola antreten, der aufgrund einer Gelbsperre fehlt.

Frantz: Wir wollen in Augsburg genauso auftreten wie heute hier in Nürnberg: Wenn wir hinten kompakt bleiben, dann werden wir auch im Rückspiel unsere Möglichkeiten bekommen und eiskalt zuschlagen. Die Augsburger haben eine sehr gute Rückrunde gespielt, auch heute haben sie in der Offensive manchmal angedeutet, dass sie sehr flott spielen können. Das ist die Gefahr. Wir müssen auch am Sonntag in Augsburg kompakt stehen und unsere Möglichkeiten nach vorne suchen. Natürlich ist der Ausfall von Javier Pinola ärgerlich, weil er für uns sehr wichtig ist. Aber das ist nun mal seine Spielart, er ist heißblütig. Manchmal wünscht man sich, dass er einen Gang rausnehmen würde; es ist eben passiert und wir werden seinen Ausfall kompensieren.

bundesliga.de: Wie haben Sie die elektrisierende Stimmung auf dem Platz und den Zuschauerrängen empfunden?

Frantz: Heute im Stadion hat man gesehen, was passiert, wenn man mit aller Macht versucht, das Spiel zu gewinnen. Unsere Fans waren heute ein großer Vorteil. Die Relegation ist für uns eine riesige Chance und das wussten wir. Leider haben wir es versäumt, schon in der regulären Saison den Klassenerhalt klarzumachen. Jetzt wollen wir mit aller Macht unser Ziel über die Relegation schaffen. Es wird ein richtig heißer Tanz in Augsburg, doch wir sind gewarnt und werden dort völlig konzentriert auftreten.

bundesliga.de: Warum wird der 1. FC Nürnberg die Liga halten?

Frantz: Weil wir 100-prozentig davon überzeugt sind und mit aller Macht den Klassenerhalt schaffen wollen. Und aus dieser Überzeugung heraus werden wir die Klasse halten.

Das Gespräch führte Barnabas Szöcs